Auszeichnung

Verlegerpreis für Sebastian Guggolz

2. Juli 2026
Redaktion Börsenblatt

Der K.-H. Zillmer-Verlegerpreis 2026 geht an Sebastian Guggolz. Mit der Auszeichnung wird der Verleger des Guggolz Verlags in Berlin für seinen großen Einsatz für die Literatur gewürdigt. Guggolz ist zudem Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Foto von Sebastian Guggolz

Sebastian Guggolz

Mit der Auszeichnung, dotiert mit 20.000 Euro, würdigt die Karl-Heinz Zillmer-Stiftung unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung den großen verlegerischen Einsatz von Sebastian Guggolz, der zudem aktueller Vorsteher des Börsenvereins für den Deutschen Buchhandel ist, für die Literatur.

Sebastian Guggolz gründete 2014 in Berlin den Guggolz Verlag für Neuübersetzungen und Neuausgaben von Büchern aus Nord- und Osteuropa. Das Programm umfasst vergessene und aus dem Fokus geratene Werke mit dem Ziel, diese Literatur auf dem deutschen Buchmarkt breiter und vielgestaltiger verfügbar zu machen sowie Regionen auf der literarischen Landkarte sichtbar zu machen, die häufig nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Zu den Autor:innen zählen u. a. Frans Eemil Sillanpää, Andor Endre Gelléri, Amalie Skram, Harry Martinson, Ásta Sigurðardóttir, Anton Hansen Tammsaare und Johannes V. Jensen.

Die Jury begründete ihre Auswahl folgendermaßen: "Sebastian Guggolz ist ein Leser. Ein Tag ohne Lesen ist für ihn ein verlorener Tag. Diese Leidenschaft ist ein Geschenk für alle lesenden Menschen, denn Guggolz findet und entdeckt wieder Autorinnen und Autoren, längst verschollen und vergessen, im Norden und im Osten Europas in kleinen Sprachen wie Ukrainisch, Litauisch, Finnisch, Mazedonisch zu Hause. Er lässt sie neu übersetzen und eröffnet gegen den literarischen Mainstream mit seinen oft kurzen Halbwertzeiten Nebenwege abseits von Moden und künstlicher Aufmerksamkeit. Dieser literarische Blick in die Vergangenheit ist nicht antimodern. Er hilft vielmehr beim Versuch, unsere komplizierte Gegenwart zu verstehen." 

Die Preisverleihung findet am 28. September 2026 um 19 Uhr im Literaturhaus Hamburg statt. Der Senator für Kultur und Medien, Carsten Brosda, wird ein Grußwort sprechen. Interessierte können sich bei der Hamburgischen Kulturstiftung für die Preisverleihung anmelden per E-Mail unter veranstaltungen@kulturstiftung-hh.de

Zum Preis:

Der K.-H. Zillmer-Verlegerpreis würdigt Personen des literarischen Lebens, die sich durch besonders mutige und weitreichende Entscheidungen und großen persönlichen Einsatz um die Literatur verdient gemacht haben. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung vergibt die Karl-Heinz Zillmer-Stiftung unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung seit 1994 alle zwei Jahre. Initiiert wurde sie vom Hamburger Ingenieur und Stifter Karl-Heinz Zillmer (1936–2013), der ein leidenschaftlicher Leser war. 2020 hat seine Frau Petra Zillmer das Preisgeld, das bis dahin bei 10.000 Euro lag, verdoppelt. 

Mitglieder der Jury waren Tobias Becker (Der Spiegel), Antje Flemming (Literaturhaus Hamburg), Rainer Moritz (Autor und Literaturkritiker), Birgit Politycki (Politycki & Partner) und Stephan Samtleben (ehem. Buchhandlung Samtleben).