Diese Sorgen sind mir sehr präsent, und ich habe sie gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen adressiert. Bereits im März haben wir uns in einem Schreiben direkt an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und den Kommissar für Justiz und Verbraucherschutz Michael McGrath gewandt, um auf die konkreten Risiken für den Buchsektor hinzuweisen.
Das Ziel der Richtlinie, mehr Transparenz bei Umweltangaben zu schaffen, unterstütze ich ausdrücklich. Problematisch ist jedoch die aktuelle Ausgestaltung in der Anwendung. Diese Schwierigkeiten beziehen sich vor allem auf den Umgang mit Bestandsware.
In ihrer jetzigen Form kann die Richtlinie dazu führen, dass Bücher, die über Jahre hinweg produziert und nach dem damals geltenden Recht gekennzeichnet wurden, nachträglich als nicht konform gelten. Gerade bei einem langsam drehenden Produkt wie dem Buch, das häufig in größeren Auflagen hergestellt und über längere Zeiträume vertrieben wird, entsteht daraus eine erhebliche Unsicherheit für die Marktakteure.
Wir haben in unserem Schreiben deutlich gemacht, dass es hier eine praktikable und verhältnismäßige Lösung braucht. Unser Vorschlag: Die neuen Vorgaben sollten sich auf Produkte beziehen, die nach Beginn der Anwendung in Verkehr gebracht wurden. Für den Buchbereich ist das Druckdatum ein sachgerechter Bezugspunkt.
Die bisherigen Vorschläge der Kommission werden den praktischen Herausforderungen des Buchmarktes bislang nicht gerecht. Deshalb ist es wichtig, hier weiter auf eine umsetzbare Lösung hinzuarbeiten.