Bundesverband Digitale Wirtschaft

Technologie kann Innenstädte attraktiver machen

13. September 2021
von Börsenblatt

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) eine Stellungnahme dazu veröffentlicht, wie Innenstädte als Orte der Begegnung und bedeutender Wirtschaftsfaktor attraktiver gemacht werden können.

Marco Junk, BVDW

Hierfür bedarf es eines Maßnahmenpakets aus steuerlichen Entlastungen für Investitionen, gezielten Förderungen und einer entsprechenden digitalen Infrastruktur sowie einen Dialog mit der Politik, heißt es in einer Mitteilung des BVDW. Sowohl BVDW als auch HDE sind davon überzeugt, dass die technologische Entwicklung am Point of Sale und die aktive Nutzung digitaler Mittel zur Belebung der deutschen Innenstädte beitragen und die Folgen des pandemiebedingten Stillstands bewältigen können.

"Wir müssen aufhören, Online-Handel und stationären Handel als Konkurrenten zu sehen. Vielmehr können wir den stationären Handel dadurch stärken, indem wir ihn digital ertüchtigen und den Online- mit dem Offline-Einkauf verzahnen", erläutert Marco Junk, Geschäftsführer des BVDW.

 

Stephan Tromp, HDE

Die größte Herausforderung für den stationären Handel sei nach wie vor die stark rückläufige Einkaufsfrequenz, so die Verbände. Dieser Frequenzrückgang sei durch die Maßnahmen zur Pandemieeindämmung natürlich massiv weiter beschleunigt und verstärkt worden. "Der Einzelhandel als Kernbranche vitaler Innenstädte steht in Folge der Corona-Krise insbesondere im Bekleidungsbereich in vielen Fällen vor der Insolvenz. Am Ende der Krise könnten bis zu 50.000 Geschäfte vom Markt verschwunden sein. Das hat Auswirkungen auf ganze Innenstädte“, konkretisiert Stephan Tromp, stellvertretender HDE-Hauptgeschäftsführer. In der Folge sei abzusehen, dass etliche Handelsunternehmen die Krise nicht überstehen werden. Die Dynamik dieser Veränderungen in der Versorgungsqualität erfordere das rasche und koordinierte Handeln aller Innenstadtakteure.

BVDW und HDE sind der Auffassung, dass eine sinnvolle Durchdringung technologischer Innovationen die Händler entlasten, Kunden ein Einkaufserlebnis bieten und den Standort Innenstadt attraktiver machen könnten. Rund 60 Prozent der Handelsunternehmen in Deutschland seien jedoch derzeit aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und der Corona-Maßnahmen nicht in der Lage, in ihre Zukunft investieren. Deshalb fordern BVDW und HDE Maßnahmen, die Investitionen in Innovationen und digitale Grundausstattung wie Kassensysteme, Warenwirtschaftssysteme und Systeme zur Abbildung lokaler und stationärer Verfügbarkeit von Waren ermöglichen.

Die Stellungnahme von BDVW und HDE können Sie hier lesen.