Geschäftsjahr 2025

Tonies: Starkes Wachstum, aber negativer Cashflow

14. April 2026
Redaktion Börsenblatt

Die Tonies SE meldet für 2025 ein Umsatzwachstum von über 30 Prozent auf 630 Millionen Euro und eine verbesserte Profitabilität. Gleichzeitig sank der Free Cashflow jedoch deutlich in den negativen Bereich, was auf strategische Entscheidungen zurückgeführt wird.

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Jan Middelhoff (CFO; l.) und Tobias Wann (CEO)

Wachstum, Wachstum, Wachstum

  • Die Tonies SE hat am 14. April die finalen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht und ein deutliches Umsatzwachstum von 31,2 Prozent auf 630,3 Millionen Euro bekannt gegeben.
  • Die bereinigte EBITDA-Marge stieg auf 8,6 Prozent.
  • Das Wachstum wurde von allen Regionen getragen, insbesondere vom US-Markt.

Internationalisierung schreitet voran

  • Nordamerika hat sich mit einem Umsatz von 276 Millionen Euro (+31,1%) als größter und wichtigster Markt etabliert, das währungsbereinigte Wachstum lag hier bei knapp 40 Prozent.
  • Der Anteil des internationalen Geschäfts am Gesamtumsatz stieg von 62 auf rund 66 Prozent. Die DACH-Region verzeichnete mit 16,1 Prozent ebenfalls eine Wachstumsbeschleunigung gegenüber dem Vorjahr (11% in 2024).
  • Das Wachstum im Segment der Tonieboxen fiel mit 17,6 Prozent allerdings unterdurchschnittlich im Vergleich zum Gesamtunternehmen aus.
  • Deutlich stärker wuchs das Geschäft mit den margenstärkeren Tonies-Figuren, deren Umsatz um 37,4 Prozent zulegte.

Negativer Free Cashflow und gestiegene Lagerbestände

Trotz der positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung weist der Finanzbericht eine kritische Kennzahl auf: Der Free Cashflow sank von 33,1 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 11,9 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025.

Laut CFO Hansjörg Müller ist dieser Rückgang eine Folge von "strategisch erhöhten Lagerbeständen, um mit globaler Verfügbarkeit den kommerziellen Effekt der Einführung der Toniebox 2 und neuer Content-Kategorien zu maximieren". In Deutschland hatte das Unternehmen in den vergangenen Jahren immer wieder mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, weil Produktionsketten (hergestellt wird vor allem in China) und Warenströme schwer zu beherrschen sind.  

Das Unternehmen verweist zudem auf Herausforderungen durch US-Zölle und ein volatiles Marktumfeld, denen mit Kostendisziplin und Effizienzsteigerungen begegnet wurde.

Ausblick für 2026: Trotz allem zuversichtlich

  • Für das laufende Geschäftsjahr 2026 zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich: Es wird ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von über 20 Prozent auf mehr als 760 Millionen Euro prognostiziert. Die bereinigte EBITDA-Marge soll weiter auf 9 bis 11 Prozent steigen.
  • Neue Produkte wie die interaktiven Tonieplay-Spiele und Kooperationen mit Marken wie Hasbro und Pokémon sollen diese Entwicklung unterstützen.
  • Die Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass sich das Konsumklima nicht wesentlich verschlechtert – wie volatil diese Prognosen sein können, demonstriert derzeit der Krieg in Nahost mit seinen Auswirkungen auf Ölpreise und Warenströme