Der Leselotse im März

Veränderungen, Aufbruch und feine Unterschiede

26. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Von einer Flusspferddame als Babysitterin über einen Tintenfisch im Bauch und eine Liebe, die nicht sein darf, bis zu einem Frosch, der alles alleine kann – der Börsenblatt-Leselotse sorgt für Orientierung auf dem Büchermeer. Hier die Titel für den März:

Möwe mit Fernrohr in einem Meer aus Büchern

Die Illustratorin Anke Kuhl hat die verschmitzte Möwe für die Bestenliste "Der Leselotse" zum Leben erweckt 

 

Bilderbuch

Suchaktion
Noch nie war der Kater so lange weg! Bange macht der Junge sich auf die Suche und wird dabei mit der Möglichkeit der Endlichkeit konfrontiert. Ganz viele Gedanken, bis er wieder auftaucht. Ein Muss für alle Kinder.

Ragnar Aalbu: "Auf der Suche nach Georg", Kraus Verlag, 48 S., 18 €, ab 4

Das Cover des Buchs "Auf der Suche nach Georg"

Bilderbuch

Eine ungewöhnliche Babysitterin
Welches Kind hätte nicht gern ein Kinder­mädchen wie Simone? Die Flusspferddame ist Beschützerin und zeigt allerlei. Bis der Abschied Veränderung bringt. Die Bildtableaus, oft aus der Vogelperspektive, sind ein Traum.

Nikolaus Heidelbach: "Simone", Von Hacht, 48 S., 18 €, ab 5

Das Cover des Buchs "Simone" von Nikolaus Heidelbach

Kinderbuch

Das Cover des Kinderbuchs "Agathe. Papas Schildkröte" von Antje Damm

Die Geräuschlose
Mit einer Schildkröte erlebt man einiges. Anhand von Familienfotos, kleinen Comics und mehr erzählt die Künstlerin von ihrem 80-jährigen Haustier Agathe, das sich gern am Kopf kraulen lässt und die Sonne liebt. 

Antje Damm: "Agathe. Papas Schildkröte und ich", Moritz, 72 S., 18 €, ab 7

Kinderbuch

Das Cover des Kinderbuchs "100 Tage zuhause" von Matilda Gyllenberg und Maria Sann

Raus aus der Überforderung
Nike geht nicht mehr zur Schule: Ein Tintenfisch sitzt im Bauch der Fünftklässlerin, der über alles seine dunkle Farbe spritzt. Da brennt das Hallenbad ab – und Nike erfährt, dass Zustände sich ändern können.

Matilda Gyllenberg, Maria Sann: "100 Tage zu Hause", Limbion Books, 170 S., 22 €, ab 9

Jugendbuch

Aufbruch und Poesie
Wie lebt es sich als Afrodeutsche? Der temperamentvolle Coming-of-Age-Roman verändert den Blickwinkel der Leser und macht Lust auf Begegnung. Mit der Hauptfigur teilt die Autorin den deutsch-togolesischen Hintergrund.

Jessica Mawuena Lawson: "Kekeli", ­Verbrecher Verlag, 244 S., 24 €, ab 14

Das Cover des Buchs "Kekeli" von Jessica Mawuena Lawson

Jugendbuch

Hand in Hand
Die Liebe zwischen Mo und Moritz darf nicht sein: Wie die beiden jungen Männer sich gegen Vorurteile, Homophobie, Fremdenhass und Antisemitismus zur Wehr setzen, sorgt für ein rauschhaftes Leseerlebnis. 

Julya Rabinovich: "Mo & Moritz", Hanser, 220 S., 17 €, ab 14

Das Cover des Jugendbuchs "Mo & Moritz" von Julya Rabinovich

Pappbilderbuch

Das Cover des Pappbilderbuchs "Mimi ist klein, Anton ist groß" von Sabine Praml und Ariane Camus

Hundehütte sei Dank
Während die Kinder gespannt verfolgen, wie der Hofhund die Maus vor der Katze rettet und zum Freund wird, lernen sie nebenbei erste Gegensätze kennen. Ariane Camus’ Zeichenstil ist umwerfend beschwingt.

Sabine Praml, Ariane Camus: "Mimi ist klein, Anton ist groß", Oetinger, 16 S., 10 €, ab 2

Pappbilderbuch

Das Cover des Pappbilderbuchs "Übrigens, ich gehe fort!" von Karsten Teich

Ich bin dann mal weg
Frosch ist schon groß, er kann alles allein, auch fortgehen. Aber halt! Sein Kuscheltier muss mit, die leckeren Käfer-Kräcker, der Regenschirm, die Quakulele – und seine Freunde. Witzige Bildideen mit Überraschungseffekten.

Karsten Teich: "Übrigens, ich gehe fort!", Peter Hammer, 32 S., 15 €, ab 2

Fällt aus dem Rahmen

Klassismus im normalen Alltag
Behutsam zeigt Gerda Raidt in Text und Bild die feinen Unterschiede, die die Lebensläufe einer Grundschulklasse in bestimmte Bahnen lenken. Gehört in jede Schulbibliothek.

Gerda Raidt: "Klassenbuch. Wer gewinnt im Spiel des Lebens?" Klett Kinderbuch, 80 S.,22 €, ab 8

Das Cover des Buchs "Klassenbuch. Wer gewinnt im Spiel des Lebens?" von Gerda Raidt, erschienen bei Klett Kinderbuch

Die Liste mit den Jury-Urteilen finden Sie hier als Download:

Infos zum Leselotsen

Bestes aus dem Büchermeer für Kids und Teens: Zusammengestellt werden die Empfehlungen des Leselotsen zweimonatlich von einer Jury aus Börsenblatt-Redakteur Stefan Hauck, Kulturjournalistin Verena Hoenig, Buchhändlerin Katrin Rüger und Literaturkritiker Ralf Schweikart

Sie suchen die schönsten, klügsten, ungewöhnlichsten und in jedem Fall lesenswerten Kinder- und Jugendmedien aus.