Du wolltest wieder frei sein, auch frei von verlegerischer Verantwortung, wolltest reisen, was Neues entdecken, dich neu erleben, mal gucken, was es noch so alles gibt, was noch so alles möglich ist im Leben, deinem Leben. Und im Leben zusammen mit deinem Liebsten und deinen Freunden. Mit dir zu reisen – überhaupt mit dir unterwegs zu sein – war wunderbar, du warst neugierig, aber drängtest dich nie der Fremde auf, du warst kein Angeber, du hattest Anstand, du warst ein guter Beobachter, vorurteilsfrei und menschenfreundlich, du warst diskret und klug und hattest einen schönen leisen Witz, du kamst mit uns zurecht (und wir sind nicht immer einfach…), man konnte mit dir trinken gehen und tanzen, ja, auch das, man konnte mit dir lachen und vermutlich auch weinen. Jetzt weinen wir um dich. So selbstbestimmt, wie du immer leben wolltest, bist du aus dem Leben gegangen nach einer schrecklichen Diagnose. Dieser Mut! Ja, du warst mutig, Johannes.
2008 haben wir uns in einem Kaffeegarten im feinen Hamburger Westen das erste Mal zu dritt getroffen. Es war gewissermaßen dein ‚Antrittsbesuch‘, und es war Freundschaft auf den ersten Blick. Die Erinnerung daran bleibt. Und an viel Schönes anderes auch. Aber das behalten wir für uns.
Margrit Osterwold (Verlagsgründerin), Dr. Gabriele Kreis (Mitarbeiterin der ersten Stunde und Freundin)