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Fritz Steinle ist tot

14. Januar 2026
Redaktion Börsenblatt

Er hat das Erscheinungsbild von dtv über lange Jahre gepägt: Im Alter von 82 Jahren ist der frühere dtv-Herstellungsleiter Fritz Steinle am 4. Januar gestorben. Der langjährige Verleger Wolfgang Balk erinnert an ihn.

Fritz Peter Steinle

Fritz Peter Steinle

Fritz Peter Steinle, Jahrgang 1943, arbeitete seit 1. Oktober 1964 im dtv, nach einer Buchhändlerlehre bei der Droemerschen Verlagsanstalt, Th.Knaur Nachf. und seinem Wehrdienst. Seit 1973 war er Leiter der Herstellungsabteilung und zehn Jahre danach wurde ihm in "Anerkennung für die ausgezeichnete Zusammenarbeit" Prokura erteilt.

44 Jahre hat ihn der dtv und noch mehr er den dtv geprägt sowie alle, die in diesem Haus arbeiteten und arbeiten. So viel natürliche Autorität und Souveränität, Kompetenz und Wissen, Charakterstärke und Belastbarkeit, Verständnisbereitschaft und Kollegialität, Lebensweisheit und Bescheidenheit gebündelt bei einem Menschen sind eigentlich unvorstellbar.

Ob es in die Berge ging – mit Freunden – oder nach Indien – mit seiner Frau, die er natürlich im dtv kennen gelernt hat, immer war in den Wochen der Abwesenheit alles minutiös vorgeplant. Und seine Leute, die ihn liebten, wie alle im Haus, waren schon auf etwaige Eventualitäten vorbereitet. Seine (Abenteuer-) Urlaube waren feste regenerative Bestandteile seines Arbeitslebens gewesen, selbstverständlich in Zeiten, in denen zumindest etwas weniger los war.

Die Wege vom Buchdruck zur Digitalisierung, von der Buchlaufkarte zum elektronischen Bestellsystem, von der Karteikarte über die Wang bis zu Navision, von der Programm– und Formatumstellung bis zu dtv-premium hat er nicht nur mit wachem Blick für das Machbare und Notwendige mitgemacht, er hat sie wesentlich mitgestaltet. Sonderprojekte, große Bildbände im Paperback, aufwendige Koproduktionen, neben der allgemeinen Produktion mit monatlich mitunter vierzig Titeln, waren nie ein Problem für ihn, und wenn, hat er kein Wort darüber verloren, die Ergebnisse waren immer prächtige Bücher. Es ist mehr als nur größte Dankbarkeit, die der Verlag ihm gegenüber empfindet.