Kurt-Wolff-Preis 2026

Lachen erlaubt

19. März 2026
Nils Kahlefendt

Scharf, klug, elegant: Klaus Bittermann, Verleger der Edition Tiamat, erhält in diesem Jahr den Kurt-Wolff-Preis. Ein Porträt des Verlegers, der sich auch nach 47 Verlagsjahren über den besten Beruf der Welt freut.

Ein Foto von Klaus Bittermann, Verleger der Edition Tiamat, in schwarz gekleidet, sitzend vor einem Bücherregal

Ein Indie-Oscar für seine Edition: Klaus Bittermann wird in Leipzig mit dem Kurt-Wolff-Preis ausgezeichnet

Klaus Bittermann, Jahrgang 1952, schrieb zum 25. Geburtstag seines Verlags, das Jubiläum sei "fast wie Goldene Hochzeit. Oder steinerne Kom­munion." Und nun, wo mit 47 Verlagsjahren nahezu das doppelte Alter und mit dem Kurt-Wolff-Preis der Oscar der Indie-­Verlagsszene erreicht ist?

Aus der Taufe gehoben wurde der Verlag 1979 in Nürnberg von einer Gruppe, die wie Bittermann von den Pariser Surrealisten und der Situationis­tischen Internationale angefixt war (Guy Debords "Gesellschaft des Spektakels" ist, nebenbei, bis heute einer der erfolgreichsten Tiamat-Backlisttitel). Den Namen borgte man sich von einer babylonischen Göttin, die angeblich für Chaos steht, Edition brachte französisches Flair, auch wenn es deutsch ausgesprochen wurde. Obwohl Bittermann seit 1981 in Berlin lebt, hören wir in nur leicht nachklingender fränkischer Lautverschiebung "Diamat", zu DDR-Zeiten die Abkürzung für "Dialektischer Materialismus".