Trend Lost Places: Interview mit Matthias Walter

"Mehr als die reine Lust am Gruseln"

11. Juli 2024
Matthias Glatthor

Lost Places und ihr geheimnisvolles, düsteres Flair faszinieren ungebrochen. GeraNova Bruckmann hat eine eigene Reihe zum Trendthema. Matthias Walter, Head of Book Publishing, erklärt, worauf es bei Lost Places ankommt ("gute Geschichten!") und wie sein Verlagshaus das Programm hier weiterdenkt. 

Woher kommt der Lost-Places-Trend?

Alles, was fern einer glatten Ästhetik ist, barg ja immer schon eine Sehnsucht für Kunstschaffende – verlassene Gebäude und U-Bahn-Schächte wurden schon in den 70er- und 80er-Jahren fotografisch erkundet. Die Urban Exploration-Szene (Urbex) ist durch das Internet zu einer Community geworden, die sich global über Lost Places austauscht; ihre Fotos sind Beweise und Trophäen. Das ging dann auf Instagram oder YouTube weiter – plötzlich konnte man daheim hautnah dabei sein, quasi mit als Erste:r ein seit hundert Jahren verlassenes Fabrikgebäude betreten, durch eine düstere Kanalisation kriechen. Sicher spielt nicht nur die reine Lust am Gruseln, sondern auch die Faszination fürs Echte eine Rolle.