Alles, was fern einer glatten Ästhetik ist, barg ja immer schon eine Sehnsucht für Kunstschaffende – verlassene Gebäude und U-Bahn-Schächte wurden schon in den 70er- und 80er-Jahren fotografisch erkundet. Die Urban Exploration-Szene (Urbex) ist durch das Internet zu einer Community geworden, die sich global über Lost Places austauscht; ihre Fotos sind Beweise und Trophäen. Das ging dann auf Instagram oder YouTube weiter – plötzlich konnte man daheim hautnah dabei sein, quasi mit als Erste:r ein seit hundert Jahren verlassenes Fabrikgebäude betreten, durch eine düstere Kanalisation kriechen. Sicher spielt nicht nur die reine Lust am Gruseln, sondern auch die Faszination fürs Echte eine Rolle.
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