Kleinverlage und künstlerische Handpressen

Protest gegen Absage der Minipressen-Messe

28. Februar 2022
von Börsenblatt

Gegen die Absage der Mainzer Minipressen-Messe im Mai durch die Stadt erhebt sich Protest seitens der Verlage.

Mainzer Minipressen-Messe in vorpandemischen Zeiten: Rummel rund um schöne und außergewöhnliche Bücher, Handpressendrucke und Papierschöpfer

Der 25. Branchentreff von Minipressen, Kleinverlagen, Handpressen, Buchkünstler:innen und Autor:innen hätte von 26. bis 29. Mai in der Mainzer Rheingoldhalle stattfinden sollen. Am 24. Februar hatte die Mainzer Kulturdezernentin die Absage der Veranstaltung mitgeteilt, weil ein reger Austausch von vielen Menschen in Innenräumen problematisch sei. Gegen die Entscheidung regt sich nun Widerstand. pmv-Verlegerin Annette Sievers etwa wendet in einem Brief an die Kulturdezernentin und den Oberbürgermeister ein, dass die Absage zu einer Zeit, in der alles wieder geöffnet wird, nicht nachzuvollziehen sei. "Sicher gibt es noch mehr Raum rund um die Rheingoldhalle, den man bespielen könnte", meint Sievers und konfrontiert die Stadt mit Alternativen, auf die die Beteiligten gerne eine Antwort hören würden. Sievers Vorschläge:

  • "Am Wochenende vorher findet der RLP-Tag statt. Alle Verlage, die möchten, dürfen dort eine Bude bespielen – jeder schön für sich, sehr coronakonform.
  • Die Buden vom RLP-Tag bleiben einfach stehen und am Wochenende danach ziehen die Verlage dort ein, die Künstler bleiben in der Rheingoldhalle.
  • Zusätzlich zur Rheingoldhalle werden auf dem Platz davor Buden oder Zelte gestellt – gerne auch wieder am Rheinufer – Verlage ziehen dort ein, die Künstler bleiben im Trockenen. 
  • Zusätzlich zur Rheingoldhalle werden in der Stadt leer stehende Geschäfte und der Bahnhof bespielt: Ein Bücherfest für die ganze Stadt! Ach, vielleicht würde das Gutenbergmuseum ja auch mitmachen? Eine seitenreiche Rallye durch die Stadt."

"Unsere Ressourcen sind an ihre Grenzen geraten", schreibt Sievers. "Wir leben vom Publikum, der Kundschaft, dem Austausch. Wir sind hungrig. Wir sind durstig. Und wir sind es leid, hoffnungsvoll zu planen – und dann wieder ins Leere laufen zu müssen."