Es ist drei Uhr nachts. Astrid Ohletz sitzt im Licht ihres Bildschirms und ist erschöpft – das Ergebnis einer endlosen To-do-Liste. Um abzuschalten, ruft sie eine befreundete Autorin in Australien an, bei der gerade Mittag ist. Später wird Ohletz sagen, sie liebe an ihrem Beruf vor allem, etwas zu erschaffen und selbstbestimmt zu arbeiten. Und doch kostet sie das viel Energie und viel Zeit: Ihre Woche hat meist 70 Stunden.
Sie betreut Autorinnen, koordiniert Lektorate, passt Verträge an. Übersetzungen übernimmt sie manchmal selbst, vom Korrektorat lässt sie lieber die Finger. "Ich bin echt nicht gut in Rechtschreibung", gibt sie zu. Selbst zu schreiben – dazu kommt sie nur selten: Ihr Debüt "Heart’s Surrender" erschien 2016 unter dem Pseudonym Emma Weimann, ihr zweites Buch ist gerade in den letzten Zügen. Dabei hat sie den Verlag ursprünglich für ihre eigenen Bücher gegründet. 2012 merkte sie, dass die Arbeit in einer internationalen Wirtschaftskanzlei sie nicht mehr erfüllte. "Ich habe ein Schweinegeld verdient, aber glücklich war ich nicht." Also wollte sie stattdessen schreiben.