20 Jahre Splitter Verlag

Splitter-Jubiläum "Keine Trennung zwischen E und U"

19. März 2026
Guido Heyn

Von Manga bis zu Sachcomics – der Splitter Verlag, seit 20 Jahren am Markt, ­beschränkt sich längst nicht mehr auf Phantastik. Ein Interview mit Redakteur und Lektor Sven Jachmann. 

Splitter Verlag

Leitzentrale des Splitter Verlags – mit Dirk Schulz, Sven ­Jachmann und Verlagsleiter Horst Gotta.

Im März 2006 wurde der Splitter Verlag in der heutigen Form aus der Taufe gehoben. Wer gehörte damals zum Gründungsteam?

Sven Jachmann: Gegründet wurde der Splitter Verlag von Dirk Schulz, Delia Wüllner-Schulz und Horst Gotta. Alle drei waren da schon längst alte Hasen im Comic-Geschäft. Dirk und Delia betreuten in ihrer (mittlerweile aufgelösten) Werbeagentur Animagic als Illustratoren und Grafikdesigner u. a. das damalige Phantastik-Segment des Heyne Verlags, waren Letterer und Covergestalter für Carlsen, Dirk ist heute noch Coverillustrator der "Perry Rhodan"-Heftromane und -Taschenbücher. In den neunziger und nuller Jahren gehörte er außerdem zu den sicherlich produktivsten hiesigen Comiczeichner*innen, die sich der frankobelgischen Erzähltradition verpflichtet fühlten, und hatte bei Carlsen mit "Indigo", "Celtis" und "Parasiten" mehrere SF- und Fantasy-Reihen veröffentlicht. Auch Horst Gotta hat Ende der 80er als Comiczeichner angefangen – bei Feest erschienen die SF-Serie "Janet" und die Funny-Reihe "Das abenteuerliche Leben des Jerry Jetson" – und hatte sich eine außerordentliche Expertise in den Produktionsabläufen und Druckverfahren angeeignet. Wer mal daran teilhaben möchte, sollte ihm auf der Leipziger Buchmesse einfach Schlagworte wie frequenzmoduliertes FM-Raster, Auflösung und Farbdeckung zurufen und sich von weltlichen Dingen wie Zeit lieber gelöst haben, haha.

Also alle drei brachten jahrzehntelange Erfahrung aus der Praxis mit, und daher rührt auch das Selbstverständnis des Verlags, als Forum für Künstler*innen zu fungieren, deren Werke in bestmöglicher Aufmachung, in perfektem Druck und edlem Hardcover präsentiert werden sollen. Von Anfang an dabei war auch unsere in Paris lebende Comicübersetzerin Tanja Krämling, die gute Kontakte zu den dortigen Verlagshäusern pflegt, ebenso Martin Budde als Lektor, der ebenfalls schon viele Jahre als Comicübersetzer und -journalist gearbeitet hatte. Ich selbst bin 2008 aus dem Kulturjournalismus dazugestoßen und schrieb für die Feuilletons hauptsächlich über Comic und Film. In der Rolle betreue ich redaktionell auch heute noch bspw. das von uns herausgegebene Online-Fachmagazin Comic.de.