Jahresbilanz

Springer Nature auf Wachstumskurs

17. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Springer Nature erzielte 2025 laut Bilanzmitteilung Umsatzerlöse von 1.926,4 Millionen Euro, was einem organischen Wachstum von 6,2 % entspricht. Haupttreiber sei das Wachstum im Segment Research gewesen, bei anhaltender Stärke im Full Open Access (FOA)-Geschäft.

Porträt Frank Vrancken Peeters lächelnd

Frank Vrancken Peeters, CEO von Springer Nature

Erstes Jahr als börsennotiertes Unternehmen

2024 hatten die Umsatzerlöse bei 1.847,1 Millionen Euro gelegen, heißt es weiter in der Mitteilung von Springer Nature. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg 2025 auf 543,6 Millionen Euro (2024: 512,4 Millionen Euro) und verzeichnete damit ein organisches Wachstum von 9,2 %, bedingt durch einen vorteilhaften Produktmix und operative Skaleneffekte. In der organischen Veränderung bleiben Effekte von Wechselkurs- und Portfolioveränderungen gegenüber dem Vorjahr unberücksichtigt.

Frank Vrancken Peeters, der Vorstandsvorsitzende (Chief Executive OAicer, CEO) von Springer Nature, sagte: “Unser erstes vollständiges Jahr als börsennotiertes Unternehmen war von einer starken Dynamik geprägt: Unser Segment Research entwickelte sich besser als der Markt, getragen von unserer anhaltenden Führungsrolle im Bereich Open Access. Dieser Erfolg basiert auf unserem klaren Fokus auf die akademische Gemeinschaft, auf unseren starken Marken sowie auf kontinuierlichen Investitionen. Wir setzen verstärkt auf Technologie und KI-gestützte Tools, um den Publikationsprozess zu transformieren, die Verbreitung vertrauenswürdigen Wissens zu beschleunigen und Glaubwürdigkeit sowie Integrität zu sichern. Diese Grundlage stärkt unsere Zuversicht, 2026 und darüber hinaus weiter zu wachsen."

Segment Research

Das Segment Research verzeichnete Umsatzerlöse von 1.517,2 Millionen Euro (2024: 1.426,0 Millionen Euro) mit einem organischen Umsatzwachstum von 7,4 %. Dieses sei vor allem auf die hervorragende Leistung des Portfolios an OA-Zeitschriften zurückzuführen. Im Laufe des Jahres unterzeichnete das Unternehmen 19 transformative Vereinbarungen (TAs) mit nationalen Konsortien, staatlichen Einrichtungen und Forschungsinstitutionen, um den Übergang zu OA weiter zu unterstützen. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der zum Jahresende bestehenden TAs auf 85. Die TAs von Springer Nature würden inzwischen mehr als 4.000 Institutionen abdecken.

Die Buchumsätze wuchsen moderat und profitierten vom Wachstum im Bereich Print. Größere Bestellungen im vierten Quartal unterstützten diese Entwicklung. Nach Einschätzung des Unternehmens wurde dadurch Nachfrage aus dem Jahr 2026 vorgezogen. Der digitale Anteil mache weiterhin rund 70 % der Buchumsätze aus.

Das Unternehmen investierte weiterhin in Technologie und KI-gestützte Lösungen. Man setzt KI-Lösungen entlang des gesamten Publikationsprozesses ein, investiere in Menschen und Technologien im Bereich der Forschungsintegrität und erschließe so neue Möglichkeiten bei der Verbreitung von Wissen.

Das bereinigte Betriebsergebnis im Segment Research lag bei 486,4 Millionen Euro (2024: 451,5 Millionen Euro). Das organische Wachstum des bereinigten Betriebsergebnisses lag bei 9,9 %, womit es das Umsatzwachstum im Berichtszeitraum übertraf.

Segment Health

Das Segment Health verzeichnete Umsatzerlöse von 191,0 Millionen Euro (2024:  188,2 Millionen Euro) und ein organisches Umsatzwachstum von 2,7 %. Das Wachstum wurde von einer starken Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Scientific Affairs in International Healthcare getragen, sowie von einer starken Entwicklung bei Büchern und Veranstaltungen in den Niederlanden. Dadurch wurden rückläufige Werbe- und Veranstaltungsumsätze in den DACH-Märkten ausgeglichen.

Das bereinigte Betriebsergebnis im Segment Health stieg organisch um 1,4 % auf 37,3 Millionen Euro (2024: 36,2 Millionen Euro) und profitierte dabei von höheren Umsätzen. Im vierten Quartal lag das bereinigte Betriebsergebnis unter dem Vorjahreswert, bedingt durch einen weniger vorteilhaften Produktmix gegenüber einem außergewöhnlich starken vierten Quartal 2024.

Segment Education

Das Segment Education erzielte Umsatzerlöse von 219,8 Millionen Euro (2024:  234,8 Millionen Euro), was einem organischen Wachstum von 0,8 % entsprach. Das Umsatzwachstum im Bereich Curriculum in Indien und Argentinien wurde teilweise durch Verzögerungen bei neuen Curricula im südlichen Afrika ausgeglichen. Im Bereich ELT2 setzte sich in mehreren Märkten eine verhaltene Nachfrage im letzten Jahr des jeweiligen Publikationszyklus fort. Die berichteten Umsatzerlöse gingen um 6,4 % zurück, so Springer Nature, hauptsächlich infolge der Hyperinflation in Argentinien sowie der Stärke des Euro gegenüber dem mexikanischen Peso und der indischen Rupie.

Das bereinigte Betriebsergebnis im Segment Education erhöhte sich organisch um 9,0 % auf 20,0 Millionen Euro (2024: 24,5 Millionen Euro). Der organische Anstieg resultierte laut Springer Nature vor allem aus Effizienzmaßnahmen und einem vorteilhafteren Produktmix infolge der Optimierung des Produktkatalogs. Auf berichteter Basis ging das bereinigte Betriebsergebnis aufgrund negativer Währungseffekte um 18,3 % zurück.

Ausblick:

Springer Nature erwartet für das Gesamtjahr 2026 ein organisches Umsatzwachstum von 5 % bis 6 % sowie eine Verbesserung der organischen bereinigten operativen Ergebnismarge um etwa 30 Basispunkte. Alexandra Dambeck, Vorständin Finanzen (Chief Financial OAicer, CFO) von Springer Nature, sagte: "Der starke Mittelzufluss und die weitere Reduzierung des Verschuldungsgrades im Geschäftsjahr 2025 stärken unsere Resilienz und erhöhen unsere strategische Flexibilität. Unser Ausblick für 2026 unterstreicht die Stärke unseres Portfolios sowie unsere Fähigkeit, das bereinigte Betriebsergebnis weiterhin stärker als den Umsatz zu steigern."