Fachpresse-Statistik 2025

Wachstum mit digitalen Angeboten und Veranstaltungen

23. April 2026
Redaktion Börsenblatt

Nach einem leichten Rückgang 2024 sind die Erlöse der deutschen Fachmedienbranche mit einem Gesamtumsatz von 8,75 Milliarden Euro 2025 wieder um 2,5 Prozent gestiegen. Dabei sinken die Printerlöse weiterhin, wie die Fachpresse-Statistik 2025 zeigt.

Statistik der Branchenumsätze der Fachmedien 2025 als Balkendiagramm

Dem Rückgang der Printerlöse (-5,0%) konnte laut der jährlichen Erhebung 2025 durch Zuwächse in den Bereichen Digital (+7,0%), Veranstaltungen/Messen (+9,8%) und Dienstleistungen (+3,5%) entgegengewirkt werden. Weitere Ergebnisse im Überblick:

Umsatztreiber Digitalgeschäft

Der Digitalbereich erzielte 2025 einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro und bleibt mit 48,0 Prozent des Gesamtumsatzes weiterhin der wichtigste Umsatztreiber der Fachmedienhäuser. Das Wachstum von 7,0 Prozent entspricht einem absoluten Anstieg der Digitalerlöse von 276 Millionen Euro (Vorjahr +3,2%, +122 Mio. Euro). Die Vertriebserlöse im Digitalgeschäft, die bereits 2024 auf 2,32 Milliarden Euro gestiegen waren, konnten mit 2,48 Milliarden Euro weiterhin zulegen. Digitale Werbeerlöse, die sich 2024 mit 1,48 Milliarden Euro Umsatz leicht rückläufig verhalten hatten (-1,7%), stiegen 2025 auf 1,59 Milliarden Euro (+7,7%). An der Aufteilung der gesamten Digitalerlöse habe dies aber kaum etwas geändert, Vertrieb hat einen Anteil von 58,9 Prozent (Vorjahr 59,1%) und Werbung 37,9 Prozent (Vorjahr 37,7%).

Statistik der Haupterlösarten der Fachmedien 2025 als Balkendiagramm

Präsenzveranstaltungen im Wachstum

Auch Veranstaltungen und Messen bleiben mit einem absoluten Anstieg von 84 Millionen Euro weiterhin ein stabiler Wachstumsbereich im Fachmedienmarkt und machen mit 0,94 Milliarden Euro 10,7 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Besonders Präsenzveranstaltungen, die von zwei Dritteln der Umfrageteilnehmer angeboten werden, weisen mit +11,7 Prozent ein deutliches Umsatzwachstum auf (Vorjahr -2,1%). Digitalveranstaltungen wachsen mit +2,4 Prozent (Vorjahr +10,1%) deutlich langsamer.

Printbereich bleibt rückläufig

Printumsätze verhalten sich mit -5,0 Prozent zum Vorjahr weiterhin rückläufig. Trotzdem bleiben sie mit 3,13 Milliarden Euro weiterhin ein gewichtiger Teil des Fachmedienmarkts (35,8% vom Gesamtumsatz). Von den Gesamtumsätzen entfallen 1,4 Milliarden Euro auf die Vertriebserlöse (-2,1%), 1,12 Milliarden Euro auf Werbung (-7,3%) und 0,58 Milliarden Euro auf Fachbücher (-6,3%). Auch die Vertriebserlöse sinken um -2,1 Prozent (Vorjahr -2,8%), sind mit 1,4 Milliarden Euro und 44,7 Prozent des Gesamtumsatzes aber weiterhin die wichtigste Erlösquelle im Printbereich. 

Die Anzahl der aufgelegten Print-Fachzeitschriftentitel sank um -2,4% von 5.551 auf 5.420. Die Gesamtauflage einschließlich ePaper ging von 539,9 Millionen Exemplare auf 531,1 Millionen zurück.

Jahresergebnisse besser als erwartet

46 Prozent der Befragten für die Fachpresse-Statistik 2025 berichteten über ein verbessertes Jahresergebnis, im Vorjahr waren es noch 56 Prozent. Gleichzeitig melden 33 Prozent eine Verschlechterung. Die Entwicklung fällt demnach besser aus als in der letzten Befragung erwartet wurde (Einschätzung 31% Wachstum, 42% Rückgang). Für 2026 erwarten 30 Prozent der Befragten eine Verschlechterung, etwa zwei Drittel erwarten ein gleichbleibendes oder steigendes Jahresergebnis (39% besser, 26% gleich).

58 Prozent der Unternehmen haben Personal abgebaut, im Vorjahr waren es 30 Prozent. Nur 17 Prozent haben zusätzliche Mitarbeiter:innen eingestellt. Für 2026 erwarten nur 26 Prozent einen Rückgang, die Mehrheit von 61 Prozent einen gleichbleibenden Personalbestand.

Künstliche Intelligenz

Alle Befragten nutzen inzwischen generative KI, bereits im Vorjahr haben nur 4 Prozent keine KI-Nutzung angegeben. Die konkrete Nutzung geht auseinander: Während etwa jeder fünfte Verlag nur Standardlösungen wie ChatGPT verwendet, nutzt ebenfalls jeder fünfte Verlag KI-Tools in allen genannten Kategorien. 58 Prozent haben KI im eigenen IT-System integriert, im Vorjahr waren es 50 Prozent.

Herausforderungen und Chancen

Die größten Herausforderungen für das kommende Jahr sehen die Fachmedienanbieter wieder in geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten (79 %), 67 Prozent in der Gewinnung neuer Kunden und Etablierung neuer Produkte und Geschäftsmodelle. KI wird im Vergleich zum Vorjahr mit 46 Prozent (68%) als weniger herausfordernd gesehen.

75 Prozent der Teilnehmer gaben Content-Qualität als wesentliches Merkmal des eigenen Fachmedienangebots für die Zielgruppe an. Darauf folgten Marktkompetenz (67%) und Vertrauen und Glaubwürdigkeit (46%). 

"Die Fachmedienbranche konnte sich mit ihren digitalen Angeboten sowie Veranstaltungen in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld gut weiterentwickeln", so Fachpresse-Sprecher Holger Knapp. "Das verdankt sie ihrer Innovationsfähigkeit sowie der unbedingten Ausrichtung an den Kundenbedürfnissen. Wir sehen aber auch, dass kleinere Verlage etwas größere Herausforderungen haben, beispielsweise im Bereich der Technologien. Hier unterstützen wir als Deutsche Fachpresse unsere Mitglieder, indem wir ihnen den regelmäßigen Erfahrungsaustausch in unseren 17 Arbeitsgruppen ermöglichen sowie durch verschiedene Formate die Zusammenarbeit fördern und Kooperationspotenziale identifizieren."

Die Fachpresse-Statistik 2025 beruht auf einer Marktschätzung und einer Online-Befragung der Mitglieder der Deutschen Fachpresse. Weitere Informationen unter Deutsche Fachpresse

Ausgabe 2025

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