Reinhold Joppich gratuliert Wolfgang Schorlau

Vom Revolutionär zum Bestsellerautor

23. März 2026
Redaktion Börsenblatt

"Trotz seines enormen Erfolgs ist Wolfgang der liebenswürdige, solidarische und großzügige Mensch geblieben, den ich vor über 50 Jahren in Freiburg kennengelernt habe" - Reinhold Joppich gratuliert dem Bestsellerautor Wolfgang Schorlau zum 75. Geburtstag. 

Reinhold Joppich, links mit Zigarette, und Wolfgang Schorlau

Reinhold Joppich, links mit Zigarette, und Wolfgang Schorlau

Von 46 Jahren, die ich in der Buchbranche verbrachte, waren die Jahre bei KiWi (1984-2014) die besten, schönsten und spannendsten Jahre. Die „KiWi-Familie“: Einzigartig! Reizende Buchhändlerinnen und Buchhändler. Besonders aber die  entstandenen Freundschaften mit Autorinnen und Autoren, die noch heute ihren glücklichen Bestand haben. Eine der außergewöhnlichsten aber ist die mit Wolfgang Schorlau.

Wir lernten uns kennen und schätzen Anfang der 1970er Jahre. Wolfgang arbeitete als Industriekaufmann in Freiburg und ich im Herder Verlag. Wir verschrieben uns beide der Revolution. Als ich mich 1976 aus der maoistischen Sekte verabschiedete und für zwei Jahre nach Rom ‘ins Exil’ ging (Libreria Herder ein knappes Jahr), verschlug es Wolfgang nach Koblenz zum Bund, den er eigentlich politisch unterwandern und in eine “Volksbefreiungsarmee” umfunktionieren wollte. Von dort führte sein Weg über Köln nach Ludwigsburg. Mit einem Freund gründete er eine IT-Firma. Wir verloren uns aus den Augen.

Wolfgang Schorlau

Wolfgang Schorlau

Erste Lesung - voller Erfolg

Ende der 1990er Jahre war ich mit meinem literarisch-musikalischen Italien-Programm zu Gast in Ludwigsburg. Zu meiner Freude erblickte ich Wolfgang im Publikum. Wir feierten unser Wiedersehen mit einigen Flaschen Monte Puciano d’Abruzzo.

Heute lebt Wolfgang Schorlau seit vielen Jahren im Stuttgarter Bohnenviertel, er war und ist mit seinem Freund, dem Schauspieler Walter Sittler, einer der aktivsten Widerständler in Sachen Stuttgart 21.

2001 besuchte er mich auf der Buchmesse Frankfurt. Schüchtern und etwas unsicher übergab er mir ein Manuskript zur Lektüre. Es war „Die blaue Liste“, der erste Fall des Stuttgarter Privatermittlers Georg Dengler. Meine Begeisterung übertrug ich in den Verlag, alle waren entzückt und Wolfgang Schorlau wurde KiWi-Autor.

2003 erschien die „Blaue Liste“ als HC. Leider zunächst nur mit mäßigem Erfolg. In Freiburg hatte ich dem Theatercafé und der Buchhandlung Walthari eine Matinee aufgedrängt. An jenem Sonntag beschimpfte mich der Veranstalter, er habe nur fünf Karten im Vorverkauf absetzen können. Aber, siehe da, es kamen fast 200 Menschen, die meisten aus unserer gemeinsamen Freiburger Vergangenheit.

1,7 Millionen verkaufte Dengler-Krimis

Erst als der zweite „Dengler“ dann als Taschenbuch erschien, kam der verdiente, durchschlagende Verkaufserfolg und die Reihe wurde zu einer der erfolgreichsten im deutschsprachigen Raum. Seitdem hat Georg Dengler in elf Fällen ermittelt, im Herbst 26 kommt der zwölfte Band., über den noch nicht zu viel verraten werden soll. Nur so viel: Es geht um das Unternehmen eines sehr üblen Zeitgenossen…

Mittlerweile hat KiWi über 1,7 Mio Exemplare der Reihe verkauft. Die Serie wurde außerdem mit Ronald Zehrfeld und Birgit Minichmayr fürs ZDF verfilmt.

„In Deutschland gibt es derzeit keinen besseren Autor von Politkrimis als Wolfgang Schorlau.“ schrieb das "Hamburger Abendblatt". Wolfgangs besondere Stärken sind dabei seine erzählerischen Fähigkeiten und seine akribische Recherche. Egal ob im Gesundheitsministerium, in der Wasserindustrie oder auch beim Tierquäler und Menschenschinder Clemens T. in Westfalen, ihm gelingt es immer, an hochbrisante Informationen zu kommen!

Neben den hoch geschätzten Dengler-Krimis hat Wolfgang Schorlau auch weitere Bücher bei KiWi veröffentlicht, u.a. seinen Roman “Rebellen”, ein wichtiges Zeitdokument der 68er-Bewegung, und zuletzt die bissige Politsatire “Der unaufhaltsame Aufstieg des Ministers Karsten Richter”. 

Dieser vielseitige Autor wird nun unglaubliche 75 Jahre alt! Trotz seines enormen Erfolgs ist Wolfgang der liebenswürdige, solidarische und großzügige Mensch geblieben, den ich vor über 50 Jahren in Freiburg kennengelernt habe.

Lieber, wunderbarer Freund Wolfgang, die „KiWi-Familie“ und ich wünschen Dir zu Deinem Geburtstag nur das Beste und Schönste! Genieße Deinen Geburtstag in vollen Zügen mit Deiner reizenden Frau Petra.

Von Herzen, Dein alter Freund und Compagno, Reinhold Joppich