Interview mit Olivier Maillard, CEO von CPI

"Wir gehen davon aus, dass Print-on-Demand einen großen Aufschwung nehmen wird."

15. Oktober 2021
von Christina Schulte

Olivier Maillard, CEO von CPI, verrät im Börsenblatt-Interview Details der Zusammenarbeit mit Zeitfracht und berichtet wie man gemeinsam auf Herausforderungen reagieren will.

Porträtbild Olivier Maillard, CEO bei CPI

Olivier Maillard, CEO bei CPI

Warum arbeiten Sie bei Print-on-Demand mit Zeitfracht zusammen?

Wir sind seit gut zehn Jahren im Geschäftsfeld PoD aktiv, haben eine hohe Expertise und zur Qualitätsverbesserung dieses Druckverfahrens beigetragen. In den vergangenen Jahren haben wir gemerkt, dass es nicht mehr reicht, "nur" zu drucken. Es geht vielmehr darum, die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette der Branche zu optimieren, sei es nun die Bestände der gedruckten Titel zu managen, den Transport zu reduzieren oder die Phase "time to market" zu verkürzen. Das schaffen wir nicht allein, wir brauchen dafür einen starken und erfahrenen Partner. Wenn wir die Stärken von Zeitfracht im Logistikbereich mit unseren Stärken kombinieren, entsteht ein Angebot, das es so in der Branche noch nicht gibt. 

Zeitfracht & CPI Zukünftige Kooperation für Prozessoptimierung

 

Wenn Ihr Unternehmen in größerem Stil PoD betreibt, kannibalisieren sich Ihre Geschäftsbereiche dabei nicht selbst?

Das ist in der Tat der Fall, wir nehmen uns natürlich an anderer Stelle Aufträge weg, allerdings ist die Schnittmenge nicht so groß. Wir gehen aber davon aus, dass PoD einen großen Aufschwung nehmen wird. Den möchten wir nicht verpassen, zumal es nicht so viele andere Wachstumsbereiche für uns gibt. Das Volumen könnte von jetzt ca. 25 Millionen Euro in Deutschland auf ca. 70 Millionen Euro im Jahr 2025 ansteigen. Voraussetzung ist, dass die Verlage mitziehen. 

Wie viel Geld werden Sie am Standort Erfurt investieren?

Wir werden zunächst einmal die vorhandenen Druckmaschinen von CBS (Customized Business Solutions, ehemals Canon) übernehmen und damit die Kontinuität gewährleisten. Dann werden wir auch neue Maschinen anschaffen, zum Beispiel um PoD auch für Hardcover zu ermöglichen. Zur genauen Höhe unserer Investitionen möchte ich keine Angaben machen. 

Selbst wenn es noch so gute Maschinen gibt - ohne Papier ist das Drucken unmöglich. Wie beugen Sie der Papierknappheit vor?

Das Thema Papier treibt uns sehr um. Der Markt ist extrem verknappt und es sind längst nicht alle Volumina zu erhalten, die wir brauchen. Das wird mindestens noch bis zum zweiten Quartal 2022 so weitergehen. Es ist ein Teufelskreis: Weil alle Angst haben, zu wenig zu bekommen, bestellen sie noch mehr – wodurch sich der Engpass weiter zuspitzt. Doch das ist noch nicht alles: Auch Personal ist knapp, Paletten sind knapp, Lkw und Fahrer sind knapp. Das sind große Herausforderungen.