Logistikumfrage 2024 Teil 2: E-Books

E-Books weiter auf Wachstumskurs

28. November 2025
Christina Schulte

Bei der Logistikumfrage des Börsenvereins für das Jahr 2024 gab es interessante Entwicklungen bei den digitalen Büchern. Hervorzuheben ist vor allem ein weiterer Umsatzanstieg der Verleihmodelle. Hier sind die detaillierten Zahlen.

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Die E-Book-Umsätze zu Netto­abgabepreisen kletterten 2024 im Vorjahresvergleich um 4,8 Prozent auf 195,2 Millionen Euro. "Damit zeigt sich der E-Book-Markt mo­derat wachsend", so Jens Klin­gel­höfer, Chef von Bookwire und Mitglied im Ausschuss für den Zwischenbuchhandel. Seit 2020 hat der Digitalumsatz kumuliert 14,2 Prozent gutgemacht und rangiert bei einem Marktanteil im Publikumsmarkt von rund sechs Prozent. Wegen der veränderten Teilnehmerstruktur verzeichne man in der Umfrage etwas weniger E-Book-­Umsatz als im Vorjahr.

Die Zahl der direkt belieferten Händler pro Teilnehmer betrug 25,5 (plus 10,3 Prozent). In der Auslieferung befanden sich 1.516 Ver­lage – 12,6 Prozent mehr als 2023. Die Ursache liege vermutlich in der steigenden Nachfrage nach internationalem Content, eventuell auch in der Marktkonsolidierung und den daraus folgenden Veränderungen in der Datenbasis, meint Klingelhöfer. Die Zahl der jeweils ­exklusiv ausgelieferten Titel hat in den vergangenen fünf Jahren ­einen Sprung um 69,7 Prozent gemacht auf 445.826 Titel. 
 

Das beherrschende digitale Format aller lieferbaren E-Book-Titel bleibt weiterhin mit großem Abstand der ePub-Standard mit 79,7 Prozent. An zweiter Stelle folgen PDFs mit 20,6 Prozent, die für bestimmte Genres, zum Beispiel für Fachbücher, genutzt werden. Multimediale Formate wie Fixed Layout spielen eine untergeordnete Rolle und tragen nur 4,0 Prozent zum Umsatz bei. Klingelhöfer weist darauf hin, dass das in der Vergangenheit relevante proprietäre Amazon-Format Mobipocket weiterhin Bestandteil vieler Verlagskataloge sei, auch wenn Amazon mittlerweile das ePub-Format präferiere. 

Die Kund:innenstruktur entspricht ungefähr jener des Vorjahrs. Mit einem Umsatzanteil von 89,6 Prozent werden die meisten E-Books als Downloads von Kund:innen erworben. Bibliotheken und Verleih­modelle haben ihren Umsatzanteil minimal von 8,3 Prozent auf 8,5 Prozent gesteigert.  "Wir sehen weiterhin mit Sorge, dass ca. 50 Prozent des Konsums digitaler Inhalte in digitalen Bibliothek­sangeboten stattfindet. Und, dass dieser Konsum nur mit einem Bruchteil vergütet wird, verglichen mit Verkäufen im digitalen Handel", sagt Klingelhöfer. Das Direktgeschäft mit Endkunden bleibt mit 1,9 Prozent auf niedrigem Niveau.

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