Deutscher Lesepreis 2019

Nazan Eckes und 15 Initiativen ausgezeichnet

Die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung haben gestern Abend im Berliner Humboldt Carré den Deutschen Lesepreis an 16 Personen und Einrichtungen verliehen. Die Auszeichnung für Leseförderer ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert und wurde in sechs Kategorien vergeben.

Feierstunde: Die Seiger beim Deutschen Lesepreis 2019 in Berlin

Feierstunde: Die Seiger beim Deutschen Lesepreis 2019 in Berlin © Stiftung Lesen

Alle Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick: 
 
Herausragendes individuelles Engagement | Gestiftet von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung - Kultur 
 
1. Preis: Mirai Mens | Buchblog „Lass mal lesen!“ und Instagram-Kanal @lesehexemimi (Berlin) 
Mirai Mens fordert auf ihren Kanälen zum Lesen auf. Mehr als hundert Buchempfehlungen und zahlreiche Gastbeiträge zeugen vom Erfolg der gerade erst 13-Jährigen.  

 
2. Preis: Katrin Hoffmann | Festival „Buch & Bühne“, „Bücherwurm im Museumshaus“ und Stralsunder Büchertürme (Stralsund) 
Die „Bücherfrau von Stralsund“ setzt sich mit einem Festival, Veranstaltungen und Buchvorstellungen dafür ein, dass die Menschen in ihrer Stadt lesen und auch Spaß daran haben.  
 
3. Preis: Ingrid Tödtmann und Faraj Younan | Leseabenteuer mit Faraj und Ingrid (Hilden) 
Monatliche Lesungen für Groß und Klein aus einem Bilderbuch, abwechselnd vorgetragen auf Deutsch und Arabisch. Gespräche, neue Vokabeln, Spiele und Bastelangebote sind Teil des Konzepts.  

 
Herausragendes kommunales Engagement | Gestiftet von der Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. 
 
1. Preis: BERLINER LESEPATEN (Berlin) 
Das größte Ehrenamtsprojekt in Berlin: 2.300 Lesepaten gehen jede Woche in rund 320 Berliner Schulen und Kindertagesstätten und erreichen mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche.  

2. Preis: ax-o e.V. | Coole Geschichten – junge männliche Geflüchtete werden Vorleser! (Aachen) 
Zugewanderte junge Männer zwischen 14 und 22 Jahre lesen in Kindertagesstätten vor.  

3. Preis: Stadtjugendamt Erlangen | Mobiler Fachdienst Sprachförderung in der Bildungs- & Präventionskette (Erlangen) 
Kooperationsnetzwerk, das bei jungen Menschen vom Krabbel- bis ins Jugendalter die Freude an Büchern, dem Sprechen und der deutschen Sprache wecken möchte.  
 
Herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas | Gestiftet von FRÖBEL e.V. 
 
1. Preis: Familienzentrum & Kindertagesstätte Niehler Elternverein e.V. (Köln) 
Bücher selber machen, Lesungen besuchen, Bilderbuchkinos und Theaterstücke erleben: All das gehört zum Alltag der Kinder im Familienzentrum und Kindertagesstätte NEV.   

2. Preis: FABIDO FZ Stollenstraße (Dortmund) 
Diese Kita möchte bei Kindern nachhaltig die Freude am Gestalten, Vorlesen und Erzählen wecken. Eltern helfen als Vorlesepatinnen beim Lesen lernen – auf Deutsch, Polnisch, Spanisch und Kurdisch. 
 
3. Preis: Kindertagesstätte Klettermax (Magdeburg) 
Diese Kita vereint alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die Zusammenarbeit mit Familien und inklusive Pädagogik: Mit Leseecken, einem Geschichtenbaum, Bewegungsspielen und Erzähltheater:   
 
Herausragende Leseförderung an Schulen | Gestiftet von der Arnulf Betzold GmbH 
 
1. Preis: Johann-Turmair-Realschule (Abensberg)  
Eigens erarbeitetes Sprach- und Leseförderkonzept, das die Kinder, ihre Familien und Lehrkräfte gleichermaßen einbindet. In einem LESE(S)PASS werden Erfolg, Training und Lesesozialisation festgehalten.  

2. Preis: Janosch Grundschule (Troisdorf) 
Leseförderung wird an dieser Schule als „Rund-um-sorglos-Paket“ praktiziert: Mit Lesetipps für Schüler und Eltern, Lesehaltestelle und -rätsel, Lesewochen und Buchdruckworkshops.  

3. Preis: Friedrich-Ebert-Schule (Mannheim) 
Die Friedrich-Ebert-Schule unterstützt ihre Schülerinnen und Schüler ganzheitlich beim Lesen lernen: Mit einem fächerübergreifenden, neu gestalteten Sprachförderkonzept, das die Kinder auf ihrem individuellen Leistungsniveau abholt.  
 
Herausragende Leseförderung mit digitalen Medien | Gestiftet von der MELO Group GmbH & Co. KG und der Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften 
 
1. Preis: Grundschule Bad Münder | Podcast „Literafrosch – Frau Lindgrens Büchermagazin“ (Bad Münder) 
Podcast, der von und für Kinder produziert wird. Vorgestellt werden in den kurzen hörspielartigen Beiträgen neu erschienene Kinderbücher, die mit zwei oder drei Quaks bewertet werden.  

2. Preis: Gymnasium Essen-Werden | Profilklasse Literatur+Medien (Essen) 
Literatur und Medien stehen hier gleichberechtigt im Mittelpunkt. Klassenbibliotheken, Selfpublishing-Projekte und Performance-Workshops gehen Hand in Hand mit Virtual Reality- und Coding-Workshops.  

3. Preis: Siegfried-von-Vegesack-Realschule Regen | Der Computer schaut beim Lesen zu (Regen)  
Mittels Eye-Tracking finden die Lehrkräfte heraus, welche Leseschwächen oder -stärken ihre Schulkinder haben. So können sie individuelle Lernpläne erstellen und gezielt Lesekompetenz fördern. 

Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung für prominentes Engagement an Nazan Eckes 
 
Die Kölner Moderatorin Nazan Eckes setzt sich seit 2010 als Lesebotschafterin der Stiftung Lesen für mehr Vorlesezeit in Familien ein. Sie beteiligt sich regelmäßig beim Bundesweiten Vorlesetag mit Vorleseaktionen in Kitas und Schulen und hat 2014 unter dem Motto „Wer liest, hat gut reden“ in einem TV-Spot für die Bedeutung des Lesens geworben. In zwei Kampagnen der Kosmetikhersteller Clinique und L’Oréal Lancôme ist es ihr 2016 und 2018 zudem gelungen, Spendengelder für Vorlesebibliotheken der Stiftung Lesen einzuwerben. 
 

Die Schirmherrin des Lesepreises 2019, Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, lobte die innovativen Projekte zur Leseförderung: „Lesekompetenz ist in unserer multimedialen Welt der Schlüssel zu Wissen, Bildung und demokratischer Teilhabe. Es ist daher wichtig, so früh wie möglich Kindern und Jugendlichen kreative Förderangebote zu bieten und sie so für das Lesen zu begeistern. Deshalb werden einmal mehr innovative, kreative und mutige Projekte mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet. Die prämierten Initiativen greifen auf lokale Strukturen, vorhandene Netzwerke oder für die Zielgruppe passende Medien zurück – im virtuellen, im ländlichen wie auch im urbanen Raum, im Kindergarten, in der Schule, in der Buchhandlung oder im Museum. Es ist genau diese Vielfalt der Angebote, die die jungen Menschen in ihrer Lebenswelt abholen und Lust aufs Lesen machen. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern, die sich auf vorbildliche Weise für die Leseförderung einsetzen.“ 
  
Auf der Festveranstaltung mit rund 240 geladenen Gästen aus Bildung, Wirtschaft, Politik und Kultur im Berliner Humboldt Carré betonte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen Jörg F. Maas: „Die Superkraft des (Vor-)Lesens ist unbestritten. Wer von klein auf viel Zeit mit Geschichten verbringt, kann sich gut konzentrieren, ist wortgewandt und hat ideale Bildungs- und Berufschancen. Doch zu viele Menschen in Deutschland profitieren nicht von dieser Superkraft: Jedes 5. Grundschulkind hat Probleme beim Lesen und 6,2 Millionen Erwachsenen gelten als gering literalisiert. Diese Menschen müssen wir mit guten Initiativen erreichen.”  

Der Preis steht unter der Schirmherrschaft von Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien. Er wird unterstützt von FRÖBEL e. V., PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, Arnulf Betzold GmbH, Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V., MELO Group GmbH & Co. KG und Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften sowie der Commerzbank-Stiftung. Vergeben wird der Preis seit 2013. 

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