Verleger Andreas Köglowitz beklagt Einkaufspolitik des Handels

Unsichtbar Verlag gibt auf

Unsichtbar-Verleger Andreas Köglowitz hängt seine verlegerische Tätigkeit nach 20 Jahren an den Nagel. Seit etwa zwei Jahren sei das Bücherverlegen von einer Einnahmequelle zum Hobby geworden, schreibt Köglowitz in einer Erklärung, die dem Börsenblatt vorliegt. Darin zählt Köglowitz unter den Stichpunkten "Smartphone", "Buchhandlungen", "Libri", "Kulturförderung", "Post" und "Autoren" die Gründe auf, die für ihn das Verlegen selbst als Hobby unattraktiv machen. 

Andreas Köglowitz

Andreas Köglowitz © Philipp Zimmer

Die Erklärung von Andreas Köglowitz im Wortlaut: 

Nach nunmehr zwanzig Jahren verlegerischer Tätigkeit ist es so, dass ich ab 2020 kein festes Programm an Büchern mehr verlegen werde. Nach all den Jahren, in denen ich Herzblut und Leidenschaft in den Verlag gesteckt habe, ist das kein Schritt, der mir leichtfällt. Aber die Gründe dafür, die ich im Folgenden darlegen möchte, häufen sich und lassen die Entscheidung vernünftig erscheinen. Keiner der Gründe allein würde ausreichen, die Summe aber tut es. Grundsätzlich ist es so, dass seit circa zwei Jahren das Bücher verlegen von einer Einnahmequelle zum Hobby geworden ist. Nun spricht nichts dagegen, sich als Familienvater mit drei Kindern ein kostspieliges Hobby zu leisten, solange man nur genug Geld an anderer Stelle verdient. Wären da nicht noch besagte Gründe, die es selbst als Hobby äußerst unattraktiv machen:

1. Der Leser und sein Smartphone Ich weiß, ihr, die ihr diesen Text lest, lest natürlich noch Bücher. Allerdings konkurriert das Buch immer mehr mit dem Smartphone, bzw. die beiden um die Aufmerksamkeit der Menschen. Es ist viel einfacher, kurz mal das Smartphone zu zücken und was zu spielen oder was zu checken, als sich einem Buch zu widmen. Das soll gar kein Vorwurf sein. Das ist eben so. Die Zeiten ändern sich. Irgendwann brauchten wir eben auch keine Fässer mehr.

2. Die Buchhandlungen Euch, liebe Buchhändler, mache ich schon einen Vorwurf. (Ausgenommen die Handvoll Buchhandlungen, mit denen wir gut zusammengearbeitet haben.) Wie oft musste ich den folgenden Satz von BuchhändlerInnen hören, nachdem ich ein Leseexemplar zugesandt hatte und dann nachhören wollte, wie es gefallen hat: „Also mir hat das Buch sehr gut gefallen, aber ich denke, das ist nichts für unsere Kundschaft.“ Für was haltet ihr euch denn? Wenn ihr euren Kunden nur Harry Potter und Nele Neuhaus vorsetzt, dann werden sie auch nur das lesen und das am Ende bei Rewe kaufen, weil man die da auch bekommt und nicht extra in eine Buchhandlung gehen muss. Buchhandlungsselbstmord leicht gemacht. Aber bitte jammert nicht, solange es solche unter euch gibt, die z.B. Partie bestellen (man bestellt zehn Stück, bekommt eins kostenlos dazu, also elf), nach einer Woche zehn zurücksenden und den vollen Preis zurückwollen, weil sie ja nur zehn bestellt haben. Solange es solche gibt, die ihre Leseexemplare einen Tag nach dem Erhalt bereits auf eBay verkaufen – vor dem VÖ – und auf Nachfrage sagen, sie hätten es auf dem Flohmarkt gekauft. Solange es solche unter euch gibt, die einen am Telefon beschimpfen, weil man ihnen sagt, dass man bei einem Exemplar portofrei nicht mehr als 40% Rabatt geben kann. Solange man von euch den Satz hört: „Junge Leute kommen sowieso nicht zu uns, um Bücher zu kaufen“ oder „Unsere Kunden können mit Literatur nichts anfangen“. Ihr grabt euch das Wasser an zwei Seiten ab. Nicht genug, dass ihr so eure Kunden verliert. Ihr vernichtet auch die kleinen Verlage auf diese Weise. Was wollt ihr denn verkaufen, wenn es keine Verlage mehr gibt? Ihr merkt, ich steigere mich rein. Wollen wir es dabei belassen, auch wenn ich noch lange so weitermachen könnte.

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3. Libri Um als Verlag Buchhandlungen bequem beliefern zu können, gibt es in Deutschland die Großhändler. Das ist dieses tolle System, mit dem bestellte Bücher über Nacht beim Buchhändler sind. In Deutschland gibt es davon zwei relevante. Der eine, KNV, ist im vergangenen Jahr pleitegegangen (zwar aufgekauft und weitergeführt, aber irgendwie tot). Der zweite am Markt hat sich diesen Sommer gedacht: „Bevor ich auch pleitegehe, werfe ich lieber alles raus, was nicht dick Kohle abwirft.“ Das ist legitim, ist ja auch ein Wirtschaftsunternehmen. Allerdings hat diese Auslistung die kleinen Verlage ziemlich hart getroffen, weil die einfach weniger Bücher umsetzen. Bei uns hat das zu einem Umsatzrückgang von etwa 60% geführt. Klar könnten die Buchhändler auch direkt bei uns oder unserer Auslieferung bestellen, aber siehe Punkt 2: Die Buchhändler haben es nicht so mit der wohlwollenden Unterstützung unabhängiger Verlage. Mal eben die Hälfte des Umsatzes zu verlieren ist hart, wirklich hart.

4. Kulturförderung Ja, ein Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen und muss schauen, dass es sich selbst trägt. Und das habe ich zwanzig Jahre lang gemacht, ohne auch nur einen Cent von irgendwo her bekommen zu haben. Allerdings sollte man sich mal Gedanken machen, ob man Verlage, zumindest kleine, etwas fördern könnte, wie das andere Länder auch machen. Bei uns in Bayern gibt es eine Förderung, und zwar den Kleinverlegerpreis, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Da sucht sich ein Kultusminister einen Verlag heraus, mit dem er sich gerne fotograferen lassen möchte, weil er gut aussieht damit. Natürlich wird der von einer Jury ausgesucht, was dachtet ihr denn. Denke, es ist somit klar, warum wir den Preis nie bekommen haben bei unseren Buchtiteln ;) Aber mal abgesehen davon: Was sind denn schon 5.000 Euro? Davon kann man dann ein vernünftiges Buch vorstrecken. Was ist dieser Betrag schon gegen die Summen, die allein ins Theater fießen? Mir schon klar, dass das Theater ein Platz ist, wo die Politiker, die über die Förderung entscheiden, und die Schönen und Reichen mal unter sich sein und ihre Lobbygeschäfte einfädeln können. Dafür kann man schon mal ein paar Millionen pro größerer Stadt lockermachen. Das gemeine Volk kann sich das sowieso nicht leisten und muss draußen bleiben. Da hat der Politiker auch direkt einen Nutzen, ganz im Gegensatz zur Literatur, die er wahrscheinlich eh nicht versteht. Ganz ehrlich, liebe selbsternannte „Kulturpolitiker“: Fickt euch! Möge euch ein Hustenanfall an der leisesten Stelle im nächsten Theaterstück ereilen, falls ihr nicht sowieso schlaft, weil ihr dem Kontext nicht folgen könnt. Übrigens: Die meisten Theaterstücke kommen aus Verlagen. Ihr sägt somit an dem Ast, auf dem ihr schlaft. Gleich hinterher: Ich ziehe meinen Hut vor den freien Theatern, die in einer ähnlichen Situation sind wie wir. Zudem habe ich auch Kulturpolitiker erlebt, die wirklich etwas für ihren Bereich tun, jedoch sind die in der absoluten Unterzahl.

5. Die Post Zur Beruhigung mal ein etwas kürzerer Punkt, sonst schreibe ich mich zu sehr in Rage. Liebe Post, auch ihr habt es nicht leicht. Aber das Porto für Bücher innerhalb von nicht mal zwei Jahren von 1,00 Euro auf 1,90 Euro zu heben, ist schon ein starkes Stück. Das sind fast 20% vom Preis eines Taschenbuchs nur für Porto. Und dann habe ich noch keine Verpackung, kein Lektorat, keinen Satz, keinen Druck, keinen Grafker, keinen Autor, nix. Sich einfach mal 10% vom extrem kleinen Kuchen mit abzuschneiden, der aber bereits verteilt ist, ist frech. Dass man dadurch Amazon fördert statt den eigenen Webshops der Verlage, sollte auch klar sein, denke ich. Also vielen Dank, liebe Post, für diesen Knüppel zwischen die mageren Verlagsbeine.

6. Die Autoren Gleich vorweg: Mit den meisten Autoren habe ich ein sehr gutes Verhältnis, oft sogar freundschaftlich. Und ich bin froh um diese Menschen, die mein Leben bereichert haben. Über die will ich hier nicht sprechen, sondern über den einen Autor, den einen von zwanzig im Schnitt. Der ist genervt, weil sich aus den Gründen 1 und 2 seine Bücher nicht mehr in den Stückzahlen verkaufen wie früher und gibt dann dem Verlag die Schuld. Der Verlag macht zu wenig, der Verlag sollte mehr X und Y machen – wo der Autor vier Wochen zuvor noch meinte, es wäre doch mal gut, U und V zu machen. Zudem verlegt der Verlag ja das Buch Z, welches ihm ja gar nicht gefällt und dann ist ja klar, dass das alles den Bach runter geht etc. etc. Das ist alles schön und gut, das kann man auch mal sagen. Nur sitzt am anderen Ende dann ein Verleger, der seine Zeit und sein Geld einsetzt, um Bücher auf den Markt zu bringen und alles in seiner Macht Stehende tut, damit sich diese auch verkaufen. Solche Aussagen von Autoren nagen dann doch an einem, ob man will oder nicht, und lassen einen schlecht schlafen. Diese Autoren denken immer noch, man macht sich einen faulen Lenz , fährt mit seinem Porsche durch die Gegend und lacht über diese Autoren, mit denen man sich eine goldene Nase verdient. Euch sei gesagt: Wenn das alles so ist und ihr wisst wie es besser geht, dann macht es besser. Es hält euch niemand davon ab, einen Verlag zu gründen. Meinen Respekt habt ihr. Auch wenn all das sehr negativ klingt, so ist das Verlegen an sich eine tolle Sache, eine sehr tolle sogar. Ich bin froh, dass ich dies zwanzig Jahre lang machen, viele tolle Menschen kennenlernen durfte und wirklich zeitweise eine Art Traumberuf hatte. Im Moment allerdings wird mir das Hobby zu teuer und ich werde stattdessen kleine Goldskulpturen sammeln oder jede Woche einen wertvollen Oldtimer zertrümmern für den Umweltschutz. Wie auch immer, ihr sollt nur wissen, dass ich es mir nicht leicht gemacht habe, aber dass es für die Aufgabe auch gute Gründe gibt. Es werden auch weiterhin Bücher beim Verlag erscheinen. So Benefzbücher wie „Potzblitz“ und „Kein Versbreit den Faschisten“ oder aber Büchern von Autoren, die inzwischen meine Freunde sind. Ein volles Programm wird es aber nicht mehr geben. Die Leipziger Buchmesse wird unsere Abschiedstour sein. Besucht uns dort, oder schreibt uns, was eure Lieblingsbücher im Verlag sind oder sonst was.
Auf eine bessere Zukunft
P.S.: Bevor jetzt wieder einzelne Leute dagegen schreiben und brüllen: „So ist das doch gar nicht!“ oder „Der kann es halt nicht und ist gefrustet!“ – lasst es. Natürlich sind nicht alle Buchhändler so, natürlich gibt es für all das Gründe etc. Was ich sage ist nur, dass die momentane Kumulation der Mehrheit der oben genannten Personen und Institutionen dazu führt, dass ich keine Bücher mehr machen will und kann. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.

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32 Kommentar/e

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  • Walter Eigenmann

    Walter Eigenmann

    Ein bedauerliches, betroffen machendes Statement eines offensichtlich einst hochmotivierten und engagierten KMU-Kleinverlegers.
    Und seine Gründe sind leider nur allzu nachvollziehbar. Die internationale Konzentration der Verlagslandschaften und der thematischen Vielfalt auf ein paar Dutzend Grosskonzerne und auf den Bestseller-Mainstream ist seit Jahren eine unübersehbare Kulturrealität. Ein Verlagsprogramm wie jenes von Andreas Köglowitz mit seinem sperrigen, dezidiert gesellschafts- und medienkritischen Content hat's in diesem Klima doppelt schwer. Und nicht jeder Verleger ist willens oder in der Lage, neben bewusst Anti-Mainstream-Inhalten zusätzlich noch Verkäufliches wie Infotainment-, Koch- oder Trivial-Bücher herauszugeben.

    Andererseits sind auch positive Zeichen bemerkbar. Bis zum Jahre 2023 dürften (laut PricewaterhouseCoopers PwC) die Segmente Schul- und Lehrbücher sowie Fach-/Sachbücher wachsende Umsätze einfahren - trotz Google&Co. Die Belletristik wird wohl leicht zurückgehen, überhaupt die Umsätze des Printbereiches. Aber dafür werden gemäss PwC die E-Book-Verkäufe weiterhin deutlich zulegen.
    Das "Börsenblatt" zog vor einigen Tagen sogar ein betont positives Fazit bezüglich BRD-Buchmarkt 2019 und konstatiert erleichtert: "Die Relevant des Buches in unserer Gesellschaft ist ungebrochen" ( https://www.boersenblatt.net/2020-01-09-artikel-_r elevanz_des_buches_ungebrochen_-buchmarkt_2019_mit _umsatzplus.1789900.html ) In Österreich und der Schweiz ein ähnliches Bild.

    Eine beängstigende Perspektive liefern dann aber wieder die Statistiken betr. jährliche Neuerscheinungen. Die potentielle Buchleserschaft (egal ob im Print- oder im E-Bereich) wird regelrecht geflutet mit neuen Büchern der etablierten Verlage - und in den letzten Jahren schlug das Phänomen Self-Publishing noch zusätzlich zu mit jährlich abertausend neuen Titeln.

    Dass da das Meiste zwangsläufig ungelesen bleibt, erstaunt nicht. Und dass engagierte Kleinverleger wie Andreas Köglowitz in diesem Umfeld auf verlorenem Posten stehen und schliesslich entnervt aufgeben, ist verständlich - von seinen aufgezählten logistischen und handelswirtschaftlichen Widrigkeiten noch gar nicht geredet.

    Dabei wären gerade Verlagsprogramme wie jenes des "Unsichtbar" von grosser Wichtigkeit für eine lebendige Buch- bzw. Lesekultur. Die aktuellen Zahlen mögen vorläufig noch beruhigen - aber die Tendenzen sprechen eine bedenkliche Sprache...

  • Claudia Bollenbacher

    Claudia Bollenbacher

    Ich ziehe meinen Hut vor so viel Ehrlichkeit! Und natürlich fühle ich mich, obwohl ich mich sehr bemühe, vor allem im regionalen Bereich, auch angesprochen. Allerdings treffen viele der genannten Punkte auch auf uns klitzekleinen Buchhandlungen zu.

  • Dorothea Thomé

    Dorothea Thomé

    Klasse geschrieben! So ist es leider. Vielen Dank und alles Gute.

  • Kerstin Schmaeling

    Kerstin Schmaeling

    Wir sind ebenfalls ein kleiner Verlag aus Bayern und können jedes Wort nur unterstreichen. Besonders der Nachteil, in Bayern einen Verlag führen zu wollen! Wir scheitern jedes Mal an der Großkotzigkeit der Regierung, der Münchner Bücherschau und den Buchhandlungen, während wir in Sachsen und Sachsen-Anhalt ganz gut vertreten sind. Uns hat die Insolvenz der KNV hart getroffen ... und noch mehr die Politik von libri, alles auszumisten, was nicht Umsätze bringt. Auch wir haben eine andere gut gehende Firma, die uns durchhalten lässt ... aber wie lange? Irgendwann reicht auch Herzblut nicht mehr ... und dann haben wir in Deutschland eine Bücher-Einheitskultur. Aber auch das Börsenblatt könnte hin und wieder mal auf kleinere Verlage hinweisen und nicht immer nur mit Fantasiepreisen versuchen, Anzeigen zu verkaufen.

  • Sabine

    Sabine

    Es tut mir von Herzen leid, dass Andreas Köglowitz seinen Verlag aufgibt. Ich kann seine Gründe gut nachvollziehen. Schade. Alles Gute für seine Zukunft.

  • alexander wewerka

    alexander wewerka

    Ich muss zugeben, den Verlag kannte ich bis eben noch gar nicht (echt unsichtbar!?) und teile nicht an allen Stellen und eingeschränkt seine Meinung, aber es ist sehr viel dran an seinen Klagen oder Beschwerden, der Bestandsaufnahme. Es war immer schon ein wenig Hamsterradlaufen, aber in den letzten Jahren ist es das noch mehr geworden und manchmal, ehrlich gesagt: immer öfter, frage ich mich auch, warum wieso weshalb - wie lange noch ...
    Total absurd z.B. dass - gefuehlt, - alle Studenten unsere Bücher kostenlos als PDF nutzen können. Wäre es nicht ein leichtes fuer "die Politik", das anders zu regeln? PDF für Studenten ist ja OK, meinetwegen auch umsonst, aber doch nicht für die Unis und die Bibliotheken umsonst, die aus (auch meinen) Steuermiteln finanziert werden?!

    Naja, weiterarbeiten und nicht verzagen ...

  • Ursula Welsch

    Ursula Welsch

    Vielen Dank für diese klaren Aussagen!!
    Ganz besonders wenn man als Kleinstverlag versucht, das mangelnde Buchhandels-Engagement über einen eigenen Online-Shop auszugleichen, dann sind weitere Themen zu ergänzen: Datenschutz, E-Privacy, Verpackungsverordnung ... Nicht dass das nicht alles sinnvoll wäre, aber die damit verbundenen Auflagen sind vor allem für die kleinen sehr kostenintensiv (im Verhältnis zum Gesamtumsatz).

  • Angelika Godau

    Angelika Godau

    Interessant, auch mal die „andere Seite“ zu hören. Meiner Meinung nach gibt es einfach zu viele Bücher, sie werden inflationär auf den Markt geworfen. Mancher Verlag scheint alles zu drucken, bringt halbjährlich alles auf den Markt, was sich drucken lässt. Jedes Dorf hat mittlerweile seinen eigenen Regiokrimi, alles bleibt irgendwie gleich, nur die Straßennamen ändern sich - leicht übertrieben. Und dann kommen die SPler, die sind nicht besser und nicht schlechter, sie vermehren nur die Maße. Leider nehmen aber auch die Abnehmer, sprich die Leser, zunehmend ab und auch hier gilt: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Vielleicht müssen wir zurück von Quantität zu Qualität?

  • Dorothea Thomé

    Dorothea Thomé

    Alles sehr nette und richtige Kommentare! Das Thema brennt uns doch alle unter den Nägeln. Immer mehr Arbeit und viel Engagement, von dem man kaum leben kann. Wenn ich drei Punkte nennen darf, die aus unserer Sicht kleinen Fachverlagen richtig gut helfen könnten, dann wären das 1. deutlich ermäßigte Portogebühren für Büchersendungen, 2. eine Plattform, auf der wir uns besser präsentieren können, 3. eine Verkürzung der dreimonatigen Zahlungsfrist für die Barsortimente (dann wird es bei einer möglichen nächsten Insolvenz nicht wieder so hart). Beste Grüße an "Unsichtbar".

  • P.B.

    P.B.

    Ja, ich kann bis auf folgende Aussage :„Kulturpolitiker“: Fxxxx euch!" so ziemlich alles unterschreiben. Ich bin Einzelkämpferin mit einem Eigenverlag und Regionalia in Bayern. Das ist eine brandgefährliche Kombi! Hätte mein Mann nicht den Brotjob bei uns, müssten meine armen Kinder glattweg verhungern.

  • michael

    michael

    andreas köglowitz spricht mir aus dem herzen. ich höre und lese derartiges bzw. ähnliche erfahrungen immer wieder von anderen (klein)verlegern.
    es mag drastisch klingen, aber für mich handelt der staat im grunde genommen oftmals kulturfeindlich, weil er zumeist kultur fördert, deren großmacher sehr stark mit den politischen strukturen und seilschaften zusammen agieren und sich hofieren lassen.

  • U. Felicitas Grauwinkel

    U. Felicitas Grauwinkel

    @alexander wewerka: Ihrem letzten Punkt konnte ich nicht ganz folgen: Es ist doch grundlegend die Entscheidung Ihres Verlages, die Bücher kostenlos ins Internet zu stellen, sodass die Studierenden kostenlos darauf zugreifen können. Welche Maßnahmen sollten Ihrer Meinung nach von der Politik hierbei ergriffen werden? Und warum geben Sie Ihre Buchdateien kostenlos an Bibliotheken ab, ein absolut unübliches Vorgehen?

  • Jörg krauss

    Jörg krauss

    Unsere Kultur geht so langsam auf dem Zahnfleisch. Nur noch Industrie und Kostenoptimierung wie Onlinehandel. In der Musikkultur ist es ähnlich zu verorten, Was Herr Köglowitz schreibt, klingt für mich wie bereits aus der Zeit gefallen. Wieso braucht es Amazon u.a., um die Demokratie der mitbestimmenden Kultur in die Breite abzuschaffen? Wir dürfen uns die Antworten selber erarbeiten gegen Politik wie Industrie. Na dann.

  • Jörg Krauss

    Jörg Krauss

    Unsere Kultur geht so langsam auf dem Zahnfleisch. Nur noch Industrie und Kostenoptimierung wie Onlinehandel. In der Musikkultur ist es ähnlich zu verorten, Was Herr Köglowitz schreibt, klingt für mich wie bereits aus der Zeit gefallen. Wieso braucht es Amazon u.a., um die Demokratie der mitbestimmenden Kultur in die Breite abzuschaffen? Wir dürfen uns die Antworten selber erarbeiten gegen Politik wie Industrie. Na dann.

  • xxxxx alexander wewerka

    xxxxx alexander wewerka

    @u. felicitas grauwinkel: wie kommen sie darauf, dass wir unsere buecher kostenlos an bibliotheken geben und kostenlos ins internet stellen? machen wir natürlich nicht.
    in den unis werden die buecher hintereinander weg eingescannt und dann als pdf komplett oder in teilen an die studenten verteilt. ich habe es selber in der neuen tu-bibliothek in der berliner fasanenstrasse gesehen: da stehen studenten mit buecherbergen an den superschnellen hi-tech-scannern und scannen sytematisch alles ein. (gehoert heute vielleicht zum studium heute dazu?)
    ach ja, ueber dem verwaisten tresen in dem kopierraum hing ein schild "es ist verboten, ganze buecher einzuscannen!"
    ich habe dann interessehalber auch ein altes seltenes buch eingescannt, komplett, und konnte das pdf anschliessend per touchscreen und vollkommen anonym an mich selber mailen. rund 200 seiten in knapp 5 minuten – und in hervorragender qualität.
    darum, »die politik«: es waere ein leichtes, diese scans, auch anonym, zu registrieren (barcode, isbnummer usw.) und den rechteinhabern eine beteiligung zukommen zu lassen, fertig und ein problem weniger.

  • Jens Falk

    Jens Falk

    Mein kurzer Eindruck nachdem ich die Webseite von "unsichtbar" aufgerufen habe:

    - weniger gute WebSeite.
    - weniger guter Webshop (technischer- und Webdesign-Stand 2006).
    - weniger gutes Marketing (z.B. kein Handelsnewsletter, kein Endkundennewsletter zu finden).
    - weniger gute, kaum handelbare Titel.

    Wir bereits von Frau Angelika Godau weiter oben erwähnt:

    Achten wir im Handel auf Qualität und beweinen nicht das Verschwinden von "unsichtbarer" Quantität!

  • Klaus Jans

    Klaus Jans

    Vieles kann ich unterstreichen.

    Ärgerlich sind neben der aktuellen LIBRI-Ausräum-Sache auch Buchhändler/innen, die ONLINE-SHOPS betreiben, wo (wegen der Kosten, sagen die dann) nur die Bücher drin sind, die haptisch bei einem BARSORTIMENT stehen, von dem sie den SHOP (gegen Bezahlung) gestellt bekommen.

    Da sind die Papierbücher kleinerer Verlage schnell nicht mehr "existent", so muss es dann ja den Anschein haben, wenn man sie nicht im WEB-SHOP der Buchhandlung findet.

    Zugleich locken die Buchhändler selber so alle Kunden weg; woandershin. Auf Dauer!

    Hin zu AMAZON z. B. Wenn die Buchhändler*innen schon nicht erkennen (wollen), wie wichtig kleinere Verlage und deren (Bücher-)Sichtbarkeit sind ... wo soll die Branche sich dann hinentwickeln? In die totale Dominanz der Mega-Gross-Content-Weltkonzerne ... Marke Bertelsmann?

    Ein Vorschlag: Wir brauchen eine ONLINE-Plattform für alle unabhängigen Verlage. Eine kleine, geballte Instanz, mit auskömmlichen Einnahmen. Und ohne den Zwang zur 24-h-Lieferung. (HOFFNUNG: Auch von FACEBOOK bewegen sich die Leute weg. So allmächtig es scheint oder schien. Und kaum ist Greta da, verschwindet überall viel Plastik als Verpackung. Manche Dinge können sich also vielleicht noch etwas zum Guten verschieben lassen.)

    Aber dazu muss die Lage erst einmal klar und nüchtern (ein)gesehen werden.

    Beste und solidarische Grüße an Andreas Köglowitz.

    Klaus Jans

  • Benjamin Wagner

    Benjamin Wagner

    Ich kann mich in vielen Punkten den Vorredner*innen und auch dem, wass Herr Köglowitz sagt nur anschließen.
    Allerdings muss ich als unabhängiger Sortimenter die unabhängigen Sortimenter*innen ein wenig in Schutz nehmen. Ich stecke so viel Zeit in meinen Laden, dass ich keinen Brotberuf nebenher machen kann.
    Da muss man auch nachvollziehen können, wenn Titel wie z.B.: "Geschlechtsverkehr: Eine Einführung . " oder "Der kleine Junkie Nimmerplatt ." oder "Bei uns kommt der Hass aus der Leitung .
    Wichsvorlagen für Scheintote ." nicht gleich partienweise eingekauft werden. Im Übrigen - da ich meine Kundschaft sehr genau kenne - habe ich noch nie 10 Exemplare von 10 Exemplaren remittiert.
    Dennoch schade, dass jemand etwas aufgeben muss, was er mit viel Herzblut betreibt.

  • Patrick Musial

    Patrick Musial

    Bei allem Bedauern über das Aus eines unabhängigen Verlages und in vollem Bewusstsein, dass das jetzt sehr besserwisserisch rüberkommt: Der Verlag bewegt sich, so das Ergebnis meiner kurzen Recherche, seit mindestens 2004 auf demselben "Endpreisniveau" von etwa 10 Euro pro Buch. Bemüht man die gängigen im Internet verfügbaren Rechner so sind diese 10 Euro heute nur noch 8 Euro Wert (Kaufkraftverlust), die Bücher sollten also mindestens 12 Euro kosten, ist ja auch alles andere teurer geworden. Das kann sich einfach nicht mehr rechnen und gilt für die gesamte Branche - es werden nur die überleben können, die endlich die Preise anheben.

  • Flynn Todd

    Flynn Todd

    Buchhandlungen haben keinen Bock oder geschenkt ist noch zu teuer!

    Da bin ich doch eines schönen Nachmittages durch die Hamelner Innenstadt gegangen und dachte, jetzt fragst du mal ein paar Bücherläden, ob sie nicht einen von deinen Romanen in ihrem Verkaufsraum auslegen wollen. Fünf Exemplare, die ich völlig kostenlos und zur freien Verfügung verschenken wollte, sollten das ganze attraktiver gestalten. Ich meine, der Laden hat kein Risiko, geschenkte Bücher, ganz neu, zu verkaufen.

    Buchhandlung Nr.1:
    Tut mir Leid, wir nehmen keine neuen Titel auf.

    Buchhandlung Nr. 2:
    Wir haben keinen Platz für neue Titel.

    Buchhandlung Nr. 3:
    Es geht nicht! (meine persönliche Lieblingserklärung)

    Überhaupt hatte ich den Eindruck, als Autor ein unerwünschtes Übel zu sein.

    Ich habe mich mal in meinem Bekanntenkreis umgehört, welche Erfahrungen der normale Leser in Buchhandlungen gemacht hat. Darunter zwei Mädels, die wollten in einer Buchhandlung ein bestimmtes Buch bestellen. Der Verkäufer hatten ihnen geraten, den Titel lieber im Internet zu bestellen, das würde schneller gehen. Das waren übrigens zwei verschiedene Buchhandlungen, und verschiedene Verkäufer.

    Hm, dachte ich mir, wieso eigentlich diese arrogante Haltung unterstützen? Bin ich denn bescheuert mich mit solchen hochnäsigen Ignoranten einlassen zu wollen? Da spende ich meine Bücher lieber Schulen und Büchereien, die sich sogar noch darüber freuen.

    Und was habe ich daraus gelernt? Meine Bücher stehen mit ISBN in der VLB-Datenbank, was eigentlich überflüssig ist. Unter dem Reiter Verkaufshinweise habe ich den Hinweis „Dieser Titel ist nur über Amazon bestellbar! Nutzen Sie dazu die Funktion "als Händler einkaufen.“ hinzugefügt.

    Hin und wieder bekomme ich trotzdem vereinzelt eine Mail mit folgenden Inhalt: „Bestellung, bitte liefern Sie uns Buch xy“. Meine Antwort lautet dann stets : Es geht nicht!

    Ich werde doch so einen undankbaren Haufen nicht unterstützen! Ich kann mich nur auf eine Apfelsinenkiste stellen und laut schreien: „Leute, kauft eure Bücher im Internet! Dort ist man nett, schätzt euch als Kunden, und bietet guten Service! Und ganz wichtig, dort hat man keine Angst, neue Wege zu gehen!

  • Caroline

    Caroline

    @ Flynn Todd: Da denkt man sich: vielleicht ja wirklich ein verkannter Autor, lesen wir doch mal die ersten paar Sätze des ersten Abenteuers ... und dann fragt man sich: Ist das Satire? Kann man so viele Stilfehler in so wenigen Sätzen unterbringen? Ohne was zu merken? Oder denkt da einer: Ist doch Unterhaltung, da ist Stil ja egal? Das ist übrigens keine Geschmacksfrage, in der Region bewegt sich das noch gar nicht, das ist am Rande der Lesbarkeit. Ein seriöser Lektor wüsste gar nicht, wo er da anfangen sollte.
    Nein, nicht die Buchhändler sind arrogant, ich finde es maßlos arrogant, sowas anzubieten. Man geht ja auch nicht mit drei Fäden in ein Stoffgeschäft und bittet den Inhaber sowas zu vertreiben. Den guten Self-Publishern erweist man damit übrigens einen echten Bärendienst. Kein Wunder, dass manche Buchhändler da sofort abwinken, wenn am nächsten Tag wieder ein Self-Publisher kommt.

  • Andreas Gorken

    Andreas Gorken

    Ein durch und durch peinliches und ärgerliches Statement von Herrn Köglowitz. Nachdem er mit seinem Verlag gescheitert ist, werden jetzt alle anderen dafür verantwortlich gemacht, ohne zu reflektieren wo die eigenen Schwächen liegen. Und natürlich steht an erster Steller der Buchhandel. Der soll richten, was von Verlagsseite aus falsch gelaufen ist. Was ist falsch gelaufen? 1. Ein Webauftritt aus dem letzten Jahrhundert. 2. Eine unsägliche Covergestaltung. Das einzig brauchbare Cover hat man sich vom Verbrecher Verlag abgeschaut. 3. Komplett uninteressante und mehrheitlich unverkäufliche Titel, mit denen ich mir als Buchhändlerin auch nicht meinen Laden vollstellen würde; gerade in Anbetracht der Tatsache, dass es wirklich hervorragende Indie-Verlage gibt. Fazit: Ein wenig mehr Selbstkritik wäre angebracht gewesen. Jetzt ist es dafür zu spät. Die Buchbranche wird darüber hinwegkommen.

  • Eva

    Eva

    @Flynn Todd: wenn Sie ganze drei Buchhandlungen aufgesucht haben (so unterstelle ich es Ihnen jetzt aufgrund der Schilderung) und dann nach Ablehnung eine ganze Branche verteufeln, sollten Sie sich mal mit schreibenden Kolleginnen und Kollegen austauschen. Ich will mir gar nicht ausmalen wie Autorinnen und Autoren (und deren Kleinverlage, falls vorhanden) sich jahrelang ihre Körner hart erkämpfen und Mühen auf sich nehmen, um im stationären Handel präsent zu sein. Das wird im übrigen auch deshalb immer schwerer, weil - Überraschung - Umsätze v.a. wegen dem steigenden Onlinehandel zurückgehen aber die Mieten, Nebenkosten, Personal immer teurer werden und die Verkaufspreise und Spannen der Verlage nicht unbedingt immer mitziehen (können). Natürlich bin ich gehemmt, einfach jemanden den man nicht als Autor kennt in mein Sortiment aufzunehmen, wenn ich froh sein muss wenn sich der gut rabattierte "Bestseller" an gleicher Stelle abverkauft. Mal ganz abgesehen davon, dass viele Buchhändlerinnen die nur in Anstellung sind sowas sowieso nicht vor Ort sofort entscheiden dürfen oder können.
    Sicher gibt es Buchhändler*innen, die nicht für ihren Job oder ihren Arbeitgeber brennen, wir reden über den Einzelhandel, das ist ein Knochenjob und da gibt es eben auch Anfragen oder Kunden die man nicht erfüllen kann. Und dann gehört es vielleicht für manche auch zur Kundenfreundlichkeit zu sagen "ich hätte große Mühe es zu besorgen, vielleicht klappt es am Ende gar nicht, versuchen Sie es doch an anderer Stelle". Gehen Sie wieder in Buchhandlungen und sprechen Sie mit den Buchhändler*innen, Sie werden sehen es gibt einige, die noch einen Meter mehr gehen, um ihre Kunden zu begeistern. Und wenn nicht in Ihrer Stadt dann vielleicht einmal unterwegs versuchen, vielleicht gibt es ja irgendwo einen Liebhaber für Ihre Bücher.
    Auf ihrer Apfelsinenkiste können Sie stehen bleiben, man merkt Sie fühlen sich erhaben. Ein schönes Wochenende.

  • André

    André

    Zuerst einmal vorweg: Beim Titel habe ich unbewusst gelesen "Unsichtbarer Verlag gibt auf" und dachte an Satire oder einen Artikel mit T. Pratchett Bezug. ;-)

    Dann habe ich mich mal auf der Website des o.g. Verlags umgesehen und kann mich Andreas Gorden nur anschließen. So eine Seite war vielleicht 2010 noch akzeptabel (aber auch da schon kaum noch), aber heutzutage?
    Klar, Cover und Gestaltung sind stets Geschmacksache, aber man kommt halt auch nicht umhin, mal einen Trend mitzugehen, wenn man Umsätze generieren möchte. So ist es kein Wunder, wenn Leser, wie auch Buchhändler abwinken.

    Zu guter letzt kann man natürlich allen Punkten des Verlegers zustimmen, jeder in der Branche war sicherlich schon mal an einem ähnlichen Punkt. Aber trotzdem hat sich durch Jammern alleine noch nie etwas geändert. Vielleicht auch selbst etwas verändern, statt einfach zu versuchen, dieselbe Schiene wie seit 20 Jahren zu fahren? Einfach mal (Achtung, provokativ!) was wagen oder was neues ausprobieren.

    Fazit: Nicht jede Verlagsaufgabe ist der Untergang des Abendlandes, ebensowenig wie pleitegehende Buchhändler oder Autoren, die von ihrer Schreiberei nicht leben können.

  • Flynn Todd

    Flynn Todd

    @ Caroline Ich arbeite mit drei Lektoren zusammen, denen vertraue ich ein wenig mehr als einer anonymen Caroline aus dem Internet.

  • Caroline

    Caroline

    @ Flynn Todd: Vielleicht wird's mit einem Beispiel deutlicher: Augen "umrandet von einer finsteren Leere" (im zweiten Satz Ihres Romans) wäre eine gute Stelle zum Überarbeiten.

  • Benjamin Wagner

    Benjamin Wagner

    @Flynn Todd. Als Buchhändler würde ich Ihre Romane nicht mal geschenkt auslegen. Bei Titeln wie "Das Blut des Tierquälers" oder "Zobies am toten Fluss" erübrigt sich jeder Kommentar. Da waren die Argumente der Buchändler*innen noch diplomatische Ablehnungen, die Sie nicht kapiert haben.

  • Ursula Welsch

    Ursula Welsch

    @Benjamin Wagner und andere: Bei was für einem Ton sind wir denn jetzt gelandet? Wo bleibt der gegenseitige Respekt? Gerade im Umfeld eines Kulturmagazins wie dem Börsenblatt sollten wir doch alle fähig sein, sachlich zu bleiben. Jeder kann und darf ja seine Meinung äußern - aber bitte nicht ausfälltig werden!

  • Benjamin Wagner

    Benjamin Wagner

    @ Ursula Welsch. Ich finde meinen Ton nicht unangemessen. Der Kommentar von Flynn Todd war sehr einseitig und unreflektiert gegen den Buchhandel gerichtet. Mit etwas Berufserahrung kann man schon bei einer Übersicht seiner Publikationen erkennen, dass vermutlich Qualitätskriterien und nicht ökonomische Gründe zu der Ablehnung in den Buchhandlungen führten. Diese Option zieht Flynn Todd offensichtlich nicht in Betracht.

  • Vito von Eichborn

    Vito von Eichborn

    Seit ich Bücher mache (bald 50 Jahre), gibt es das Gejammer der Kleinen. Es stimmt jedoch, dass es schwieriger geworden ist, nicht zuletzt, weil der unabhängige Buchhandel sich weniger bemüht, Unbekanntem eine Chance zu geben. Mit RR kostet das doch nix! Richtig ist aber auch, dass alles stromlinienförmiger um eine imaginäre Mitte kreist; das gilt auch für die für Bücher relevanten Medien. Das Ungewöhnliche, Extreme, Originelle, Unangepasste hat es schwerer, gefunden, gar geschätzt zu werden. Dabei entsteht alles Neue immer an den Rändern - und braucht, eben, Neu-Gier. Bei meinem Programm ist es immer wieder erstaunlich, wie einzelne Händler gute Umsätze machen, die meisten jedoch freiwillig nichts im Laden zeigen. Wir geben doch lieber dem Handel großzügige Konditionen - jedoch der Löwenanteil geht übers Barsortiment, zu Lasten der Rendite. Weitgehend derselbe anspruchslose Durchschnitt im Laden - der Inhalte, vielleicht auch der Köpfe?

  • Patrick Musial

    Patrick Musial

    Lieber Vito von Eichborn, doch, auch mit RR kostet es etwas...

  • VvE

    VvE

    Porto? Kann der Verlag übernehmen.

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