Kommentar zur Debatte um die Buchmessen-Absagen

Die Schule der Behauptungsfreude schließen!

Leipzig fällt aus, London ist gecancelt, Köln hofft noch: Die Debatte um den richtigen Umgang mit dem Virus aus Wuhan ist weniger vernünftig, als sie zu sein vorgibt. Meint Börsenblatt-Chefredakteur Torsten Casimir.

Torsten Casimir

Torsten Casimir © Werner Gabriel

Nächste Woche hat die Branche also ein paar Tage Corona-frei. Richtige Ferien dürften es nicht werden, denn Rückabwicklungsaufgaben stehen nun an. Aber vielleicht bleibt etwas Zeit für ein paar nachdenkliche Fragen: Wie soll man mit Situationen umgehen, die nach einer Entscheidung verlangen, ohne dass es eine von Fachleuten einheitlich bewertete Sachlage gibt?

Die meisten Teilnehmer*innen der öffentlichen Diskussion haben darauf eine interessante Antwort gegeben: Reagieren wir doch mit Über-Nacht-Umschulung zum Lehrstuhlinhaber für Virologie, wahlweise Epidemiologie, hilfsweise zumindest Risikoforschung! Man wusste rigoros Bescheid. Entweder wusste man, dass einzig und allein eine Absage der Buchmesse vernünftig ist; oder man wusste, dass eine Absage der Buchmesse allein mit der medial befeuerten Hysterie zu tun hat. Viele, die gerade der infektiösen Welt die infektiöse Welt erklären, sind mit dem – der Wissenschaft noch kaum bekannten – Virus schon auf du und du.

Leichten Sinnes und schwer beunruhigt schreibt man dann vor der gestrigen Absage Sätze wie "Die Buchmesseverantwortlichen scheinen ohne Skrupel für einen unvermeidbaren rasanten Anstieg der Fallzahlen flächendeckend in Deutschland sorgen zu wollen" oder, andersrum und am Tag danach, "Die Vernunft steht weltweit unter Quarantäne". Beides kommt aus derselben Schule der Behauptungsfreude, in der gelehrt wird, Meinungen grundsätzlich zu statuieren, statt Sichtweisen mal probehalber vorzuschlagen. Schöne Schwebesätze, die zugeben, dass Abwägen immer eine komplizierte Sache ist, dass der Abwägende, wenn er entscheidet, nicht genau wissen kann, ob er eine gute Entscheidung trifft, sucht man vergebens.

Damit wir uns nicht missverstehen: Leipzig ausfallen zu lassen, London – wie soeben bekannt gegeben wurde – zu canceln, die lit.COLOGNE mit dem rheinlandtypischen Spaßverzichts-Delay wohl demnächst auch abzublasen (Heinsberg legt es ja nahe) sind bzw. wären allesamt hoch respektable Reaktionen auf eine nicht leicht zu bewertende Gefährdungslage. Aber wenn man liest, wie grob auf der einen Seite die öffentliche Debatte dazu läuft, und wie fein andererseits etwa ein Messechef Oliver Zille die Dilemmata seines Teams und die Dynamiken der jüngsten Entwicklung in Worte fasst (zum Interview), liegen doch Welten dazwischen. Es scheint für viele Menschen unvorstellbar geworden zu sein (außer in der Facebook-Zeile "Beziehungsstatus"), den auf Unentschiedenheit deutenden Satz "Es ist kompliziert" hinzuschreiben.

Ist es aber! Für die Messe stand nach einem Jahr intensivster Vorbereitung auf die vier Tage im März nicht nur emotional enorm viel auf dem Spiel. Diesseits von Covid-19-Ängsten läuft nun bei dem großen Feldversuch "Ein Frühjahr ohne Buchmesse" eine bewährte heuristische Frage im Hintergrund mit: Was passiert eigentlich, wenn nichts passiert? Welche Auswirkungen hat die Absage von Leipzig auf mein eigenes Business, welche auf den Buchmarkt insgesamt? In Zeiten, in denen Unternehmen der Branche ihre Ausgaben stets aufs Neue begründen müssen, bedeutet der Ausfall einer Messe selbstverständlich auch eine Gefahr für das Geschäftsmodell "Stände vermieten". Je lauter aber da draußen alle ihre epidemiologischen Gutachten ausfertigen, desto leiser kann drinnen das Controlling seinen kühlen Job verrichten.

Von dieser unbesprochenen Nebenwirkung ganz abgesehen, hätte ich da als freier Mitarbeiter am Lehrstuhl für epidemische Meinungsinfektionen eine Idee: Lasst uns die Schule der Behauptungsfreude für, sagen wir, zwei Wochen schließen. Das wäre ein schwerer Schlag gegen die derzeit rasante Verbreitung von Erregungserregern. Die Virologen sollen derweil an Sars-CoV-2 weiterforschen, bis der Impfstoff kommt. Die zuständigen Behörden sollen unterdessen sinnvolle Einzelfallentscheidungen treffen, die dann umgesetzt werden. Die Krankenhäuser sollen aufpassen, dass sie sich mit der Befolgung von Quarantäne-Regeln für medizinisches Personal nicht bald selbst außer Betrieb setzen. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer aller Länder sollen risikomindernde Verhaltensvorschläge unaufgeregt beherzigen.

Bleibt gesund, Leute!

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16 Kommentar/e

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  • Ulrich Störiko-Blume

    Ulrich Störiko-Blume

    Stichwort Ansteckungsgefahren: Allen Respekt für Torsten Casimirs Kommentar, für Oliver Zilles bemerkenswertes Interview, für Karl-Ludwig von Wendts originelle Ersatz-Idee. Aber wie konnte es passieren, dass wir im Börsenblatt jetzt ständig diese albernen Sternchen lesen müssen? Teilnehmer*innen? Es kann doch nicht Euer Ernst sein, dass die Buchbranche, die von der Qualität der Sprache lebt, jetzt diesen Opportunismus mitmacht und verbreitet. Dieser ansteckenden Krankheit sollte man auch Einhalt gebieten.

  • Holger Ehling

    Holger Ehling

    Gut gebrüllt, Löwe!
    Als bekennender nicht-Experte in Sachen Virologie, der allerdings ein klein wenig davon versteht, was sich hinter einer Messe versteckt, habe ich die Debatte auch auf dieser Seite mit wachsendem Grimm einerseits und wachsendem Respekt andererseits verfolgt: Grimm, weil den Leipzigern recht unverschämte Vorwürfe gemacht wurden, Respekt, weil die Leipziger sich aus den Debatten raus gehalten haben und abgewartet haben, bis sie einen klaren Weg seitens des zuständigen Gesundheitsamts vorgegeben bekamen.
    Dieses Vorgehen von Oliver Zille und seinen Leuten war jedenfalls wesentlich klüger und verantwortungsbewusster als das der Londoner, die sich letztlich von den Absagen großer Aussteller und vieler Agenturen zur Absage ihrer Buchmesse haben treiben lassen.

  • Zeitwaise

    Zeitwaise

    Hallo Ulrich Störiko-Blume,

    vielleicht können wir uns einfach freuen (und vielleicht auch einfach akzeptieren?), dass wir in einer Branche unterwegs sind, die vor allem von einer bunten, vielfältigen und inklusiven Sprache lebt und auch von ihr profitiert.

    Aber man muss ja jetzt auch nicht zwingend noch mehr Fässer aufmachen als auf dieser Seite eh schon offen sind...

  • Karl Olsberg

    Karl Olsberg

    Lieber Herr Casimir, Sie haben natürlich recht in Ihrer Einschätzung, dass sich jetzt unheimlich viele Unwissende zu Wort melden, und einige Kommentare und Diskussionsbeiträge haben mich auch erschreckt. Andererseits: Ist es nicht ganz normal und auch gesund, dass jetzt heftig und teils auch emotional diskutiert wird? Schließlich sind wir ja alle nicht nur passive Beobachter, sondern aktive Teilnehmer des Geschehens und treffen ganz persönliche Entscheidungen, die Auswirkungen auf die Situation und auf andere haben.

    Ich für meinen Teil war ein Befürworter der Messeabsage, hatte aber auch von Anfang an großen Respekt vor Herrn Zille und seinem Team, die sich diese Entscheidung natürlich nicht leicht gemacht haben. Vor der Absage habe ich proaktiv unter dem Motto #bleibzuhauseundlies dazu aufgerufen, nicht nach Leipzig zu fahren, und dafür jedem, der nicht fährt, ein kostenloses E-Book versprochen. Ich bin kein Virologe, sondern habe diese Entscheidung nach Sichtung diverser Quellen und Meinungen (insbesondere von Fachleuten wie Prof. Dr. Kekulé) getroffen, in dem Gefühl, dass ich selbst möglichst auch etwas zur Entschärfung der Situation beitragen sollte. Mir ging und geht es dabei darum, den Schaden, der durch das Coronavirus in der Buchbranche und in der Bevölkerung angerichtet wird, zu minimieren. Inzwischen ist diese Aktion, die auch schon als "Boykottaufruf" fehlinterpretiert wurde, zu einem Trostpflaster für alle von der Absage betroffenen Leser*innen mutiert.

    Sind meine Entscheidungen und Maßnahmen "richtig"? Das werden wir nie sicher wissen. Sollte ich also aufgrund dieser Ungewissheit lieber die Klappe halten und nichts tun? Das wäre auch eine Entscheidung, aber möglicherweise die falsche. Da nehme ich lieber in Kauf, mit meiner Meinung daneben zu liegen - und akzeptiere es, wenn mir "Panikmache" vorgeworfen wird (mehr dazu hier: https://www.ki-risiken.de/2020/03/04/alles-nur-pan ikmache/)

    Herr Störiko-Blume, Sie mögen mir bitte das Gendersternchen verzeihen - das ist auch so eine Entscheidung unter Unsicherheit. Von manchen wird es vehement eingefordert, von vielen nicht, es ist eben kompliziert. Ich bin mir nicht sicher, was richtig ist, habe aber das Gefühl, dass es immer noch keine wirkliche "Genderneutralität" im Denken gibt und sich viele klassische und völlig überholte Vorurteile tief in den Köpfen festgesetzt haben. Vielleicht kann das Sternchen als kleiner "Irritator" da etwas bewegen, auch wenn - bzw. gerade weil - es nervt.

  • Hauke Hückstädt

    Hauke Hückstädt

    Das ist ein guter Kommentar. Und Oliver Zille und seine Kolleginnen und Kollegen hätten die Messe ganz gewiss lieber stattfinden lassen als nun diese Leere zu verwalten. Für die Leipziger selbst ist es das ungünstigste Los. Ich vermisse hierbei die oft zu unrecht gescholtenen Mittelwege. Es werden in komplexeren, multipleren Zeiten Kompromisse sein, die uns weiterbringen, zu denen wir üben müssen zu finden. Wie schön wäre eine umsichtigere Messe. Die Angezählten bleiben mit ihrem Schnupfen gleich zuhause. Das ganze Bussi-Bussi lassen wir mal weg. Statt Schoki und lauem Kaffee zu jedem Gespräch ein Stößchen Desinfektion. Statt die Hände zu schütteln, strecken wir zum Gruße augenzwinkernd die Faust. Das wäre auch kollektiv ein Gruß an die Angstmacher, die Anheizer, die "Erregungserreger".

  • Sternchen ;)

    Sternchen ;)

    @Ulrich Störiko-Blume: Vielleicht weil diese "albernen Sternchen" ca. 50% (in unserer Branche vielleicht sogar mehr) der angesprochenen Personen repräsentieren? Sie sprechen von der "Qualität der Sprache", ich möchte gerne von der Macht der Sprache sprechen: Wenn dieses "alberne Sternchen" dazu führt, dass sich manche Menschen mehr ernst gemeint, mehr angesprochen, mehr wahrgenommen fühlen, als ohne Sternchen, wiegt das dann nicht mehr, als die Tatsache, dass Sie persönlich dieses Sternchen albern finden?

  • AS

    AS

    Danke für diesen gut formulierten Beitrag!

  • sophokles

    sophokles

    Ein guter Kommentar. Mut zur Unentschiedenheit und zum Aushalten der Kompliziertheit der Welt!

    (Und, lieber Herr Störiko-Blume, wenn Sie das Sternchen so stört, schreiben wir eben gleich "Teilnehmerinnen". Da werden Sie dann wohl nichts dagegen haben. Sind ja mit eingeschlossen.)

  • GleicheElle

    GleicheElle

    Es gibt aktuell mindestens 5 Themen der letzten Woche die in ihren sachlichen Auswirkungen das Corona-Virus übertreffen. Fall der Aktienkurse, Zinssenkung der FED, eskalierender Krieg in Syrien, Handelskrieg China-USA, Rechter Terror z.B. in Hanau; Flüchtlinge in Griechenland. In jedem dieser Fälle stehen mehr Menschenleben auf dem Spiel, sterben mehr Menschen, werden soziale Systeme viel mehr gefährdet als durch Corona. Keines dieser Themen hat auch nur annähernd eine solche Aufmerksamkeit in den Medien gefunden, wie Corona. Aus Corona werden sofort und unmittelbar drastische Konsequenzen abgeleitet und durchgesetzt. Dass diese Differenz in der durch Medien zu verantwortenden Aufmerksamkeitslenkung und durch Politik umgesetzte Entscheidung Fragen aufwirft, ist doch selbstverständlich. Mit der geichen Vehemenz wie wegen Corona Veranstaltungen abgesagt werden, Reisen nicht gebucht werden und Menschen zum Verständnis dafür mobilisiert könnten doch auch Spekulationen auf Derivate, Waffenexeporte nach Syrien, privater Schusswaffenbesitz,... verboten werden und Menschen für diese Verbote mobilisiert werden. Das ist es was mich an der selbstbezogenen Betroffenheit der "Virologen" so empört. Wenn es um ihre ganz persönliche Gesundheit geht - dann wird mobilisiert und schwadroniert und eine Radikalität an den Tag gelegt, die ich bei den anderen Themen nicht sehe.

  • B. Franzen

    B. Franzen

    Lieber Herr Störiko-Blume, ich empfehle Ihnen „Sprache und Sein“ von Kübra Gümüsay. Eine sehr aufschlussreiche Lektüre, viel Spaß beim Lesen!

  • Konsequenz

    Konsequenz

    @Stern*chen
    Bedauerlich finde ich die Inkonsequenz von Herrn Casimir. Wenn schon, dann doch bitte auch "Lehrstuhlinhaber*innen", "Erregungserreger*innen", "Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen".
    Die Macht der Sprache ist überall!

  • GleicheElle

    GleicheElle

    sophokles05.03.2020 11:07h

    Ich verstehe nicht warum sie das "Mut zur Unentschiedenheit" nennen. Es ist doch genau das Gegenteil - es ist die "Feigheit vor der Unentschiedenheit2. Mit einer radikalen, keinen Widerspruch duldenden Entschiedenheit ist die Buchmesse abgesagt worden. Auch von einem "Aushalten der Kompliziertheit der Welt!" ist wirklich gar nichts zu erkennen. Es ist genau das Gegenteil davon. In einer Vereinfachung der Welt wurde ein monokausaler Zusammenhang konstruiert und ebenso monokausal exekutiert: Das Corona Virus wird sich auf der Buchmesse verbreiten, deshalb muss die Buchmesse abgesetzt werden. Der CoronaVirus wird sich jedoch mit oder ohne Buchmesse verbreiten oder nicht verbreiten, weil es zahllose solcher Konstellationen gibt, in denen sich Menschen begegnen und die eben nicht wie die Buchmesse unterbunden werden: in Fernzügen, in Flugzeugen, in den Bahnen der Ballungsgebiete, auf öffentlichen Toiletten, an den Obst/Gemüseständen in Supermärkten, in den Großküchen von Unternehmen und Restaurants, nicht abgesagte Messen... warum all das nicht gefährlich sein soll, die Buchmesse aber schon - diese Erklärung bleibt auch Herr Casimir schuldig.

  • Karl Olsberg

    Karl Olsberg

    @GleicheElle: Da ich mich hier schon als Befürworter der Absage geoutet habe, noch einmal ein kurzer Hinweis für alle, die immer noch an der Notwendigkeit der Absage zweifeln: Das Problem der Buchmesse und anderer Großveranstaltungen ist NICHT das individuelle Ansteckungsrisiko, sondern die Beschleunigung der Ausbreitung des Virus. Das ist relevant, weil es einen Riesenunterschied macht, ob sehr viele Fälle in kurzer Zeit oder dieselbe Anzahl Fälle über einen längeren Zeitraum gestreckt auf unser Gesundheitssystem zukommen. Hier geht es nicht allein um die Sicherheit der Buchmessebesucher und des Standpersonals, sondern vor allem um die der Ärzte und Pfleger in Praxen und Krankenhäusern, die schon jetzt z.T. überrannt werden und nicht ausreichend Schutzkleidung haben, sowie der von ihnen abhängigen schwerkranken Patienten (damit meine ich NICHT Corona-Infektionen).

    Wir müssen uns angewöhnen, die übergreifenden Zusammenhänge solcher Ausnahmesituationen zu betrachten und nicht isoliert die Perspektive der Buchbranche. Auch dafür finde ich im Übrigen solche Diskussionen durchaus nützlich.

  • GleicheElle

    GleicheElle

    @ Karl Olsberg Sehen Sie sich die Bilder aus Italien an. Dort laufen wie nach einem Militärputsch bewaffnete Soldaten mit Maschinenpistolen - den Finger am Abzug durch Mailand. Diese Soldaten tragen unter freiem Himmel einen Mundschutz. Was tun die da?! Diese Bilder sind für mich das Symbol einer vollkommen aus dem Ruder laufenden Kampagne. Auf der Buchmesse in Leipzig sind pro Tag ca. 50.000 Menschen. Allein in Berlin gibt es pro Tag ca. 500.000 Fahrten mit dem ÖPNV.... in Deutschland pro Tag ca. 30 Millionen. Wenn Sie die Zahl der möglichen Kontakte allein im Raum des ÖPNV betrachten, fällt die Zahl der Kontakte auf einer Messe statistisch nicht ins Gewicht. Ihre Argumentation leuchtet mir nicht ein. Zahlen Sie noch bar und fassen infektiöse Geldscheine an? Lassen Sie das bitte sein, sie belasten damit das Gesundheitssystem!

  • Karl Olsberg

    Karl Olsberg

    @GleicheElle: Was Italien betrifft, gebe ich Ihnen recht - die Quarantäne hat womöglich eher das Gegenteil des gewünschten Effekts bewirkt, denn viele Menschen sind kurz zuvor aus den betroffenen Regionen geflüchtet. Das ist auch in meinen Augen eine Überreaktion. Das bedeutet aber nicht, dass es egal ist, was man tut. Wie schnell sich das Virus ausbreitet, hängt entscheidend davon ab, wie viele Menschen mit wie vielen potenziell Infizierten in Kontakt kommen. Da ist es nicht dasselbe, ob ich mit der U-Bahn fahre, wo ich vielleicht 5 Menschen nah bin, oder über eine Messe mit 50.000 Besuchern pro Tag laufe, bei der ich mindestens einigen hundert in engen Gängen entgegenkomme und Waschräume benutzen muss, die unmöglich keimfrei gehalten werden können. Aber ich bin kein Epidemiologe und kann die Risiken nicht wirklich einschätzen. Da verlasse ich mich ganz im Sinne von Herrn Casimir lieber auf die Experten.

    Mein Punkt war aber, dass sich alle Maßnahmen auf den Schutz unseres Gesundheitssystems und der wirklich hilfsbedürftigen Menschen konzentrieren und diese notfalls Vorrang vor Brancheninteressen haben müssen. Das ist weiterhin meine Sichtweise.

  • GleicheElle

    GleicheElle

    So wie ich vor einer Woche in die Diskussion eingestiegen bin, so steige ich aus der Diskussion wieder aus. Das Corona-Virus ist relativ nebensächlich gegenüber Kursentwicklung an der Börse, Zinssenkung FED, Krieg in Syrien, ....Vor einer Woche gab es einen dramatischen Kurssturz an den Börsen, der sich heute dramatisch steigerte. Während sich alle Welt mit Corona befasste, machten ein paar Leute Kasse. Schon jetzt ist zu sehen, wie Corona benutzt wird, um als Begründung für die Krise und das Schnüren von Rettungspaketen herzuhalten. Das Corona-Virus erspart also den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft die lästige Frage, was sie seit der Lehmann-Pleite 2008 eigentlich unternommen haben, um eine derartige Wiederholung zu verhindern. Die richtige Antwort wäre: NICHTS! . Die wohlfeile Antwort aber lautet: Corona ist schuld. Die wirtschaftlichen Schäden im Umfeld der Buchmesse sind ein Klacks gegenüber dem, was jetzt kommt.

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