Deutscher Verlagspreis 2020: Die Preisträger

Grütters: "Verlage sorgen für pures Seelenglück"

Die Preisträger des zweiten deutschen Verlagspreises stehen fest. 63 Verlage werden mit insgesamt zwei Millionen Euro ausgezeichnet. Welche Verlage mit einem Gütesiegel und einer fünfstelligen Prämie ausgezeichnet werden, hat Monika Grütters heute bekannt gegeben. Außerdem werden drei großen Verlagen ein undortiertes Gütesiegel überreicht.

Der Deutsche Verlagspreis wird in diesem Jahr von Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum zweiten Mal an 66 kleine und unabhängige Verlage aus ganz Deutschland verliehen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Premiere des Verlagspreises 2019

Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Premiere des Verlagspreises 2019 © Tobias Bohm

"Das Engagement gerade auch der kleineren und mittleren unabhängigen Verlage macht die Buchkultur in Deutschland um vieles reicher - und damit auch das Spektrum an Meinungen und Perspektiven im öffentlichen Diskurs", so Grütters. „Verlegerinnen und Verleger bringen neue literarische und visuelle Ausdrucksformen zur Entfaltung und stellen Weichen für künstlerische Entwicklungen. Sie erschaffen handverlesene Bücher, machen literarische Kleinode sichtbar und sorgen damit für pures Seelenglück. Vor allem aber entdecken sie immer wieder neue begabte, vielversprechende Autorinnen und Autoren und unterstützen sie auf ihrem künstlerischen Weg von der phantasievollen Idee hin zum fertigen Werk.“  

Verliehen wird der Deutsche Verlagspreis in drei Kategorien:

  • Drei herausragende Verlage erhalten für die besondere Qualität, Nachhaltigkeit und Innovationskraft ihrer Arbeit Gütesiegel und Prämien in Höhe von jeweils 60.000 Euro
  • 60 weitere Verlage werden für ihre hervorragenden Leistungen mit einem Gütesiegel und jeweils 20.000 Euro ausgezeichnet
  • Drei Verlage, deren Jahresumsatz bei über drei Millionen Euro pro Jahr liegt, erhalten ein undotiertes Gütesiegel

Die Preisträger des Deutschen Verlagspreis 2020 in den beiden dotierten Kategorien sind:

Arco Verlag
Ariella Verlag
avant-verlag
Berenberg
Brandes & Apsel Verlag
Brinkmann & Bose
Büchner
cass verlag
CulturBooks Verlag
Dietrich Reimer Verlag
DOM publishers
Draupadi Verlag
ebersbach & simon
edition assemblage
Edition Bracklo
Edition Nautilus
Edition Taube
Eisele Verlag
Elfenbein Verlag
Felix Meiner Verlag
Frohmann
Guggolz Verlag
Hentrich & Hentrich
Jacoby & Stuart
K. Verlag
Klett Kinderbuch
Verlag Korbinian Verlag
Krug & Schadenberg
Lehmstedt
Liebeskind
mareverlag
MaroVerlag
Matthes & Seitz Berlin
Merlin Verlag
Merve
mikrotext
Osburg Verlag
Pendragon
Peter Hammer Verlag
pmv Peter Meyer Verlag
Poetenladen
Pulp Master
Reprodukt
Rotopol
Schaltzeit Verlag
Schirmer/Mosel
Schöffling & Co.
Secession Verlag
starfruit publications
supposé
Trescher Verlag
Tulipan
Ventil Verlag
Verbrecher Verlag
Verlag Das Kulturelle Gedächtnis
Verlag Friedrich Pustet
Verlag Klaus Bittermann – Edition Tiamat
Verlag Klaus Wagenbach
Verlagshaus Berlin
Voland & Quist
Weidle Verlag
Westend Verlag
Wunderhorn

Wer zu den drei herausragenden Verlagen gehört und in der höchstdotierten Auszeichnungskategorie gewürdigt wird, wird Staatsministerin Grütters am 25. Mai 2020 um 12 Uhr auf www.deutscher-verlagspreis.de bekannt geben.

Preisträger des undotierten Gütesiegels sind:

Carl Hanser Verlag

Tessloff Verlag

Wallstein

In diesem Jahr haben sich insgesamt 334 Verlage für den Preis beworben, die von der unabhängigen Fachjury bewertet wurden. Kriterien waren dabei, neben dem Verlagsprogramm, das kulturelle Engagement der Bewerberinnen und Bewerber, die Umsetzung innovativer Projekte oder eine außerordentlich hohe Qualität der verlegerischen Arbeit.

Der Jury gehörten an:

  • Insa Wilke (Vorsitz, Germanistin und Literaturkritikerin)
  • Patricia Klobusiczky (Literaturübersetzerin)
  • Lars Birken-Bertsch (Verantwortlicher für Business Development bei der FBM)
  • Florian Valerius (Buchhändler und Bookstagrammer)
  • Hannes Hintermeier (Ressortleiter des FAZ-Feuilletons)
  • Hans-Heinrich Ruta (freier Hersteller und Buchgestalter)
  • Rainer Moritz (Literaturwissenschaftler und Leiter des Literaturhauses Hamburg)

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12 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Thomas Zehender

    Thomas Zehender

    Eine wesentliche Information fehlt: 30 der 66 ausgewählten Verlage wurden bereits mit einem Deutschen Verlagspreis 2019 ausgezeichnet.

  • Volker Wiegand

    Volker Wiegand

    Was ist, außer der erfreulichen Erkenntnis, dass Verlage eine Arbeit leisten, die fortgesetzt auszeichnungswürdig ist, so wesentlich? Alle auszeichnungswürdigen werden nie bedacht werden können, solange die Mittel begrenzt sind. Eine echte strukturelle Förderung muss darüber hinaus weiterhin Ziel bleiben.

  • Thomas Stolze

    Thomas Stolze

    Die Art und Weise des „WIE und AN WEN“ der Preis dieses Jahr wieder vergeben wurde, stößt bei mir schon wirklich sauer auf.

    Ich fang mal von vorn an – ich hatte der Jury vorgeschlagen, dass man in der schwierigen CORONA-Zeit doch das Preisgeld auf alle Einreicher verteilen soll, denn das hätte in meinen Augen wahre Solidarität im Buchhandel gezeigt. Aber das wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Bewerbungsfrist ja schon vorher abgelaufen war. Aber klar ist auch, dass für einen mittelgroßen Buchverlag mit mehreren Angstellten ca. 5.000 Euro nicht die Summe darstellt, die sie für einen kleinen 2-Mann/2-Frau Verlag ist. Aber diese Summe hätte vielen Kleinen definitiv geholfen.

    Die andere Seite, ist, dass einige Preisträger bereits 2019 ausgezeichnet wurden und halt dieses Jahr wieder – ich möchte deren Arbeit nicht diskreditieren – aber wo bleibt die „Förderung der Vielfalt“ wenn hier immer die Gleichen, die nicht kleine (20.000 Euro) Prämie zur Finanzierung Ihres Programms bekommen.

    So – sorry, wenn ich das so schreibe – verkommt auch dieser Preis zu einem Preis eines „exklusiven Kreises“ und wird in meinen Augen zu einer Witzveranstaltung.

  • Franz Schiermeier

    Franz Schiermeier

    Offengestanden, ich bin total schockiert. Einerseits ist in den hehren Worten der Staatsministerin die Rede von Vielfalt und facettenreichem Verlagsschaffen: so viele Facetten scheint man da nicht gefunden zu haben, wenn man die Hälfte der Preisträger wieder aus dem Bestand vom letzten Jahr rekrutieren muss. Gibt es tatsächlich nicht mehr Verlage, die „unserer Kulturlandschaft” etwas bieten können? Da muss ich mir dann auch nicht die Worthülsen des Absagemails (i.Ü. wortgleich der Absage vom letzten Jahr) anhören: „die getroffene Auswahl schmälert keineswegs die Hochachtung für Ihr wichtiges Engagement”. Ja, was denn sonst? Gerade jetzt, wo wirklich jeder Verlag Unterstützung braucht, schiebt man das Geld wieder den gleichen Preisträgern vom letzten Jahr zu. Der Schwabe würde sagen: das hat ein G´schmäckle. Und von einem anderen Gschmäckle will ich gar nicht reden: Verteilung der Preise: Hamburg (5), Frankfurt/M (3), Leipzig (5), München (5), Berlin (26). Es ist einfach nur demotivierend.

  • Willi Johannes Lau

    Willi Johannes Lau

    Liebe Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Verlagspreises 2020, Eure Internetseiten habe ich mir angesehen und muss sagen: Hut ab, Ihr seid würdige Gewinner. Herzlichen Glückwunsch! Aber wie heißt es so schön: Auch dem Verlierer reicht man die Hand. Mich würde interessieren, das scheint mir für die Anerkenntnis des Preises in Zukunft wichtig zu sein: Wie läuft die Entscheidungsfindung der Jury ab, wird dort nach einem Punktesystem gearbeitet. Werden Verlage vorab aussortiert, weil Sie Querdenker zu Wort kommen lassen etc. Unterstützt uns, die Verlierer, damit wir einschätzen können wie das abläuft. Denn das eine so große Zahl von Verlagen das 2. Mal zum Sieger gekürt wurde, dass ist erklärungsbedürftig. Sämtliche kleineren Verlage sind förderungswürdig. Wir sind permanent im Existenzkampf, um unsere Novitäten finanzieren und präsentieren zu könnnen. Wir brauchen Eure Unterstützung in dieser Sache!

  • Nora Pester

    Nora Pester

    Wir sind sehr dankbar für den Verlagspreis 2020, den wir zum ersten Mal erhalten. Es fällt uns jedoch schwer, ungetrübte Freude darüber zu empfinden, weil wir die Enttäuschung der nicht Ausgezeichneten - gerade in diesen Zeiten - sehr gut nachempfinden können. Bitte lasst euch dadurch in eurer Arbeit aber nicht demotivieren. Wir alle sind die deutsche Buchkultur, auf deren Vielfalt man zurecht stolz ist.

  • Elke Bader

    Elke Bader

    Zunächst einmal möchte ich den Gewinnern von Herzen gratulieren und freue mich, dass Qualität mit dem Preis ausgezeichnet wird.
    Dennoch möchte ich als Hörbuchverlegerin meine Enttäuschung über die Vergabekriterien nicht verhehlen. Denn von den letztjährigen Preisträgern wurden fast die Hälfte auch dieses Jahr erneut ausgezeichnet. Die Kategorie „Hörbuch“, die für 2020 ausdrücklich mit in die Ausschreibungsunterlagen aufgenommen wurde, findet auch in diesem Jahr so gut wie nicht statt. Im letzten Jahr waren es zwei Hörbuchverlage, 2020 nur noch einer und der wurde nochmals ausgezeichnet.
    In einem Gespräch mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst wurde uns vor zwei Jahren mitgeteilt, dass der Preis zur Kulturförderung ins Leben gerufen wurde. Da direkte Subventionen inzwischen geltendem EU-Recht widersprechen, sollte der Preis stattdessen kleine und unabhängige Verlage finanziell unterstützen. Die diesjährige Doppeltvergabe macht dieses Vorhaben leider obsolet.
    Als Hörbuchverleger erhalten wir keinerlei Förderung geschweige denn Druckzuschüsse. Dabei sind unsere Produktionskosten genauso hoch wie die der Buchproduktion. Allerdings liegen die Verkaufszahlen nur bei ca. 5 Prozent des Buches.
    Meine Hörbücher sowie die meiner geschätzten Kollegen sind mehrfach ausgezeichnet worden (hr2 Hörbuchbestenliste, Preis der deutschen Schallplattenkritik, Hörbuch der Woche bei BR, WDR etc., Longlist Deutscher Hörbuchpreis etc.). Leider gibt es dafür kein Preisgeld, nur die Anerkennung. Dass diese allerdings in den Vergabekriterien der Jury für den Deutschen Verlagspreis überhaupt keine Rolle zu spielen scheinen, ist bitter und demotivierend. Offenbar ist Hörbuch keine ausreichende Kategorie für die Jury.
    In dem Falle sollte die Jury aber auch so fair sein, dies zuzugeben und uns nicht erst mühsam die endlosen Fragebögen ausfüllen lassen und uns auch noch empfindliche Daten abfragen, die normalerweise unter das Geschäftsgeheimnis fallen. Nach welchen Kriterien - außer Qualität - entscheidet die Jury noch? Dies bleibt auch mit der zweiten Preisvergabe undurchsichtig.

  • Volker Wiegand

    Volker Wiegand

    @ Willi Johannes Lau: Es scheint wenig plausibel, dass die ausgezeichneten Verlage intime Einblicke in die Juryarbeit hätten. Die Jury selbst wird auch kaum Auskunft über methodische Ansätze ihrer Arbeit geben. Warum sollte sie auch. Ihre Mutmaßung, dass Verlage, welche "Querdenker" zu Wort kommen lassen aussortiert würden, erscheint allerdings vollständig abwegig. Sie besuchten ja die Internetauftritte der preistragenden Verlage, wo Ihnen aufgefallen sein könnte, dass dort hunderte, tausende sehr verschiedene Stimmen und Meinungen publiziert werden.

  • Dorothea Thomé

    Dorothea Thomé

    Auch von uns (kleiner Fachverlag für den Lese-Rechtschreiberwerb) herzliche Glückwünsche an alle, die den Preis gewonnen haben. Vielen Dank aber auch für alle o. g. Kommentare, sonst hätten wir gar nicht erfahren, dass 30 (von 66) Verlage so glücklich waren, diesen (ersehnten) Preis schon zum zweiten Mal zu bekommen. Beste Grüße aus Oldenburg!

  • Claudia Gliemann (MONTEROSA Verlag)

    Claudia Gliemann (MONTEROSA Verlag)

    Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern! Zur Zeit der Bewerbungsfrist konnte niemand die aktuelle Situation vorhersehen. Deshalb eine Idee von mir:

    Wie wäre es, wenn die Verlage, die dieses Jahr ausgezeichnet wurden und es sich vorstellen und leisten könnten, mit einem oder mehreren anderen teilen würden, der oder die nicht ausgezeichnet wurde? Vielleicht könnte man hier auf irgendeine Art und Weise Ausgeichnete und Nicht-Ausgezeichnete zusammenbringen? Und wenn es nur ein geringer Anteil wäre.

  • Claudia Gliemann (MONTEROSA Verlag)

    Claudia Gliemann (MONTEROSA Verlag)

    Man könnte es auch so machen, dass die mit dem Preis bedachten Verlage, die können und möchten, andere Verlage, die sie gut finden, nominieren und ihnen einen (kann auch minimal sein) Betrag ihres Preises abgeben.

    Das alles könnte medial begleitet werden und dadurch würden vielleicht auch andere, kleine Verlage sichtbar.

  • Greta Gehles

    Greta Gehles

    Die nicht nur ideelle, sondern finanzielle Förderung des Verlagswesens ist eine wunderbare Sache. Also bitte den folgenden Kommentar als Aufmunterung zum Weiterdenken verstehen.
    Zunächst bin ich irritiert, dass ich auf Anhieb Verlage bei den Gewinnern entdecken konnte, die mit Druckkostenzuschüssen der Autor innen arbeiten. Habe ich den Ausschreibungstext nicht richtig gelesen? Wäre das nicht ein sinnvolles Kriterium, diejenigen in besonderer Weise zu berücksichtigen, die es schaffen, darauf zu verzichten?
    Außerdem möchte ich den Vorschreibenden zustimmen, dass es nicht einsichtig ist, dass bei einem Preis, der zum zweiten Mal vergeben wird, so eine große Zahl an Bewerbern diesen wiederholt bekommt.
    Es steht an, auf die Notwendigkeit einer dauerhaften strukturellen öffentlichen Förderung der Verlage hinzuweisen. Auf der Basis von einzuhaltenden Kriterien und Transparenz. Eine solche Förderung hinterließe weder bei den Gewinnern noch bei den Verlierern den schalen Nachklang eines G'schmäckles.

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