Börsenverein

BAG legt Jahresabschluss für 2006 vor: <br>Fehlbeträge von 14 Millionen Euro

12. Juni 2007
Redaktion Börsenblatt
Das Frankfurter Unternehmen BAG weist in vier von fünf Bereichen Fehlbeträge für 2006 aus. Einzig die BKG schreibt schwarze Zahlen. Das geht aus einer Mitteilung der BAG hervor.
Der Verein für buchhändlerischen Abrechnungsverkehr und die BAG GmbH haben zur Mitgliederversammlung, die am Donnerstag in Berlin stattfindet, ihre Jahresabschlüsse für das Jahr 2006 vorgelegt. Die Zahlen, die dabei ans Licht kommen, sind alles andere als erfreulich. Die Unternehmen der BAG-Gruppe kämpften fast durchweg – auch im angeblich gesunden Kerngeschäft – mit roten Zahlen. Insgesamt addieren sich die allein im Jahr 2006 aufgelaufenen Fehlbeträge auf ca. 14 Millionen Euro. Das wird für viele weitere Fragen sorgen und der Diskussion um die Zukunft der BAG nochmals neuen Zündstoff liefern. Denn für welches der drei zur Modelle sich die Mitglieder auch entscheiden werden: Die künftigen Eigentümer erwerben zunächst einmal kein prosperierendes Unternehmen, sondern ein Sorgenkind, das mit dem ein oder anderen Euro aufgepäppelt werden muss. So weist der Geschäftsbericht des Vereins nach Angaben der BAG für 2006 einen Jahresfehlbetrag von ca. 295.000 Euro aus. Als Grund für dieses Minus werden Abschreibungen auf Finanzbeteiligungen von 375.000 Euro genannt. Das Vereinsvermögen liege bei ca. 2,8 Millionen Euro. Geprüft wurden die Vermögensrechnung des Vereins sowie die Aufwands- und Ertragsrechnung laut BAG von PWC PricewaterhouseCoopers. Die gewählten Rechnungsprüfer des Vereins, Günther Fröhlen und Eckart Schlapp, hätten die Geschäftsvorfälle ebenfalls unter die Lupe genommen, heißt es in der Mitteilung der BAG. Die BAG GmbH, die zu 90 Prozent dem Verein und zu zehn Prozent der MVB gehört, kommt auf einen Fehlbetrag von 3,311 Millionen Euro: Erlösen in Höhe von 4,624 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 7,395 Millionen Euro gegenüber. Die Bilanzsumme des Unternehmens beträgt 92,4 Millionen Euro; das Eigenkapital 1,6 Millionen Euro. 4.594 Mitgliedsfirmen zählte die BAG per 31. Dezember, 4.897 Abrechnungskonten wurden geführt. Die Umsätze erreichten bei ca. 3,98 Millionen Posten einen Wert von 693,7 Millionen Euro. Auch hier habe PWC während des Geschäftsjahres die Quartalsabschlüsse regelmäßig geprüft, schreibt die BAG. Der Jahresabschluss sei im März und April 2007 überprüft und mit dem Prüfungsbericht vom 4. Mai 2007 uneingeschränkt testiert worden. Die BKG Buchhändlerische Kreditgarantiegemeinschaft hat im vergangenen Jahr 353 Kreditbürgschaften mit einem Bürgschaftsvolumen von 6,1 Millionen Euro geleistet. Das Jahresergebnis des Unternehmens beläuft sich auf ca. 4.600 Euro. PWC habe den Jahresabschluss, die Einhaltung der Bestimmungen des Kreditwesengesetzes und die Auflagen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt, so die BAG. Die Factoring Gesellschaft Media (FGM) – durch die Zanolli-Pleite ins Schlingern geraten und Auslöser für die Krise der BAG – weist für 2006 einen Fehlbetrag von ca. zehn Millionen Euro aus. Er berücksichtige jedoch alle derzeit bekannten Risiken. Die IBU Informationsverbund Buchhandel GmbH beendet 2006 mit einem Minus von 201.000 Euro. Dieses resultiere aus einer 400.000-Euro-Wertberichtigung, die sich aus einer Darlehensforderung der FGM ergeben habe. Mehr Infos zur BAG lesen Sie im Dossier.