Pro qm betreibt zum ersten Mal die Documenta-Buchhandlung mit den Berliner Kollegen von b_books. Wie bereiten Sie sich vor?
Wieder: Mit gründlicher Recherche, einer großen Personaldecke und fleißigem Bestellen (lacht). Wenn man zusammenzählt, was alle Verlage hier in den letzten Jahren verkauft haben wollen, müsste der Container so groß gewesen sein wie ein mittelgroßer Kaufhof. Aber: Unser Lager in Kassel ist gut gefüllt, auch über die Läden in Berlin kann bei Engpässen nachgeliefert werden.
Mit welchen Umsätzen rechnen Sie?.
Wieder: Ich werde keine Zahlen nennen. Wir mussten zusätzliches Personal engagieren und haben nicht geringe Kosten für Einrichtung und Miete, auch wenn wir Teile der Innenausstattung über Sponsoring abdecken konnten. Aber wir haben versucht, das Sortiment so zu optimieren, dass das Verhältnis zwischen Aufwand, Sinn, Spaß und Ertrag für uns stimmt. Man könnte das Programm natürlich noch populärer machen aber wir sind ja von der Documenta angesprochen worden, weil wir für eine bestimmte inhaltliche Ausrichtung stehen.
Wird das Gastspiel in Kassel auch ein Spagat zwischen Kunstperformance und klassischem Sortimentsservice?.
Wieder: Für uns, die wir ein solches Großprojekt noch nicht gestemmt haben, ist die Documenta natürlich auch ein Experiment. Hier kunsttheoretische oder politische Fachbücher in 500er Auflage, dort populäre Titel aus Großverlagen. Diese beiden Welten wollen wir nebeneinanderstellen und sehen, was sie miteinander zu tun haben.
Was zeichnet Ihr Angebot aus?
Wieder: Wir wollen die Themen der Ausstellung, die sich mit den Spezialisierungen unserer Läden decken, ausdifferenzieren und in benachbarte, auch entlegene Bereiche ausweiten. Neben aktuellen künstlerischen Positionen kümmern wir uns vor allem um das fast stark gewachsene Feld politischer und ästhetischer Theorie. Veröffentlichungen kleiner Verlage werden dabei gleichberechtigt neben breiten gesellschaftlichen Diskussionen vorgestellt. Über das klassische Buchformat hinaus bieten wir Zeitschriften und Magazine, DVDs, Tonträger oder andere Grenzprodukte des Buchhandels an. Insgesamt haben wir annähernd 10.000 Buch- und mehr als 150 Zeitschriftentitel vorrätig.
Am Samstag wird die Documenta eröffnet: Deshalb gibt's hier Neues vom Kunstmarkt!