Auf Einladung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der IFOK GmbH (Institut für Organisationskommunikation) haben sie in fünf Tagen Ideen entwickelt, wie die Buchhandlung der Zukunft zu einem attraktiven Einkaufs- und Arbeitsort wird, der den demografischen Wandel, die zunehmende Globalisierung und neue Technologien berücksichtigt. Wir wollen die Zukunft mitgestalten und müssen auf die Kunden von morgen hören, fasste Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, die Ziele des Engagements für die Initiative Jugend denkt Zukunft zusammen.
Der Buchladen im Jahr 2020 ist nach Ansicht der Schüler ein Crossover-Konzept und schafft gleichermaßen Anreize für junge wie ältere Menschen: Er ist alten- und behindertengerecht gebaut, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, den Platz für Events oder gastronomische Einrichtungen freizugeben und Store-in-Store-Lösungen zu schaffen, eine Wohlfühl-Atmosphäre mit Cafés oder Audio-Abteilungen. Wichtig ist den Jugendlichen auch die Digitalisierung. Ihr Buch 2.0 ist ein Speicherstick mit ausrollbarem Touchscreen, der den Download jedes beliebigen Buches unterstützt und eine Vorlese- und Erklärungsfunktion bei Fremdwörtern integriert. Auch an Multilingualität beim digitalen Produkt sind die Jugendlichen interessiert. In Zeiten zunehmender Globalisierung sollte man zwischen 20 Sprachen wählen können. Das Buch 2.0 ließe sich dann bei geringen Produktionskosten auch international vertreiben, so die Idee der Schüler.
Zudem wünschen sich die jungen Leute nicht nur Soundtracks zu Büchern, in denen Musik vorkommt, sondern auch eine kompakte Darstellung der Inhalte von Sach- und Fachbüchern sowie erläuternde Illustrationen. Eine effiziente Marktforschung soll dem Verlag helfen, die Bedürfnisse der Kunden zu erkennen. Damit Buchhändler die Kunden besser beraten können, müssen nach Ansicht der Schüler neue Ausbildungsfächer hinzukommen: Digitalisierung der Medien, Internationale Literatur und Einführung ins Eventmanagement. Im Anschluss an die dreijährige Grundausbildung empfehlen die Schüler eine sechsmonatige Spezialisierung.
Das Projekt Jugend denkt Zukunft ist ein Schule-Wirtschaft-Projekt der IFOK GmbH und der deutschen Wirtschaft. Es wurde von der UNESCO zum offiziellen Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgewählt. Bisher engagieren sich bereits 350 Unternehmen als Paten, die gemeinsam mit den Schülern die Innovationen einem Praxis-Check unterziehen und sie in vielen Fällen konkret umsetzen.