Berliner Bücherfest

60.000 Besucher bei der größten Buchhandlung im Freien

18. Juni 2007
Redaktion Börsenblatt
In der Nacht zum Samstag rief die Berliner Feuerwehr den Notstand aus. Sturm und Gewitter waren über die Stadt gezogen; Straßen und Keller standen unter Wasser.
Detlef Bluhm freute sich. Denn als der Vorsitzende des Vereins „Berliner Bücherfest“ am Morgen die Fenster öffnete, schien schon wieder die Sonne, und der Wetterbericht versprach für das Wochenende vom 16. und 17. Mai einen durchgehend blauen Himmel. Das „Berliner Bücherfest“ auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte, das in diesem Jahr zum siebten Mal stattfand, konnte sich also zumindest auf schönes Wetter verlassen. Und hatte damit den wichtigsten Verbündeten auf seiner Seite. Die Veranstaltung, bei der sich zahlreiche Verlage und Buchhandlungen - nicht nur aus Berlin - präsentieren und zu Autorenlesungen im Halbstundentakt einladen, gehört mittlerweile zu den etablierten Terminen des hauptstädtischen Frühsommers und zog wie im vergangenen Jahr gut 60.000 Besucher an. Natürlich gab es in der laut Veranstalter „unnachahmlichen Buchhandlung im Freien“ mit insgesamt 93 Ständen nicht nur Bücher zu kaufen, sondern auch viel Prominenz zu hören und zu sehen. In zwei Zelten fanden parallel Lesungen statt, so dass die Auswahl mitunter schwer fiel. Neben bekannten Größen des Literaturbetriebs wie Maxim Biller oder Volker Braun fanden hier auch unbekannte, eher leise Stimmen interessierte und überraschend konzentrierte Zuhörer. Es dürfte ohnehin nur wenige Gelegenheiten geben, bei denen sich Publikum, Verleger und Autoren auf ungezwungene Art so nahe kommen wie auf dem Bücherfest, ganz gleich, ob bei den Lesungen, bei Signierstunden oder einer Portion Erdbeerkuchen am Kaffeetisch.