Am deutschen Gemeinschaftsstand, der von Frankfurter Buchmesse organisiert wurde, waren 17 Verlage mit rund 500 Titeln vertreten, darunter Sonderkollektionen etwa mit Kinder- und Jugendbüchern und afrikanischer Literatur in deutscher Übersetzung. Thomas Brussig war auf Einladung des
Goethe Instituts gekommen, las und diskutierte über das Leben in Ländern, die diktatorische Systeme überwunden haben ein Thema, dass in Südafrika intensiv behandelt wird.
Besonders die große Zahl von deutschsprachigen Besuchern sorgte bei den deutschen Repäsentanten für Freude in der Kapregion leben rund 80.000 Menschen mit deutscher Muttersprache und offensichtlich gut entwickelter
Buchkauf-Laune. Aber auch die intensive Nachfrage nach Übersetzungslizenzen durch südafrikanische Verlage sorgte für Betriebsamkeit am deutschen Gemeinschaftsstand.
Für die südafrikanischen Verlage, die gut drei Viertel der Aussteller ausmachten, hat sich die Buchmesse in Kapstadt bereits jetzt als unverzichtbares Marketinginstrument etabliert. Dementsprechend hoch war die Zahl der Autoren-Auftritte, mit denen sich die Verlage vor allem an ein
junges Publikum wandten: Leseförderung wird groß geschrieben am Kap, Bildung als einziger Weg zur Ausformung einer hoffnungsvollen Zukunft verstanden.
Weniger groß ist die Attraktion der Messe für Aussteller aus anderen afrikanischen Ländern: Nur sieben machten sich auf die Reise. Hier sieht Nhlanlha Ngubane, der Vorsitzende des südafrikanischen Verlegerverbands, auch den stärksten Handlungsbedarf: Wir müssen Kapstadt mindestens für die
englischsprachigen afrikanischen Länder zum Forum machen, sagte er.
DOI: 10.1391/BBL-Online.20070619-cape_town_book_fair