Auszeichnungen

Drago Jancar erhält den Jean Améry-Preis 2007

26. Juni 2007
Redaktion Börsenblatt
Der mit 12.000 Euro dotierte Jean Améry-Preis für Essayistik 2007 geht an den slowenischen Autor Drago Jancar.
In der Begründung der Jury heißt es: „Der 1948 geborene Slowene Drago Jancar zählt als Erzähler, Dramatiker und Essayist zu den markantesten Persönlichkeiten der mitteleuropäischen Literatur. Ein Dissident par excellence, der zu den Herrschenden jeden Regimes kritische Distanz wahrte und sich nie scheute, gegen nationale Tabus und intellektuelle Moden zu verstoßen, weiß Jancar als Essayist seine Argumente mit historischem Wissen, gedanklicher Konsequenz und leidenschaftlicher Moralität vorzutragen; es geht ihm aber nicht um dogmatische Gewissheit, sondern vielmehr darum, solche Gewissheiten in Frage zu stellen und die Dinge in ihrer Widersprüchlichkeit zu zeigen. In vielen Büchern bis hin zu dem zuletzt erschienen Essayband „Brioni“ hat sich Jancar als eigenständiger Denker, souveräner Stilist und als ein Autor erwiesen, der die mitteleuopäische Geschichte mit all ihren Verwerfungen aufnimmt, um immer neu die Grundfragen unserer Epoche zu verhandeln.“ Der Preis wird am 11. Oktober in Frankfurt während der Buchmesse verliehen. Drago Jancar, geboren 1948 in Maribor, lebt in Ljubljana. Auf Deutsch liegen u. a. „Die Erscheinung von Rovenska“ (Erzählungen, 2001), „Brioni. Und andere Essays“ (2002), „Der Galeot“ (Roman, 2004), „Luzias Augen“ (Erzählungen, 2005) im Folio Verlag Wien/Bozen vor. Im September 2007 erscheint im Folio Verlag der Roman "Katharina, der Pfau und der Jesuit", in der Übersetzung von Klaus Detlef Olof.