Der Weg von der Anfangseuphorie zur funktionierenden, lebendigen Plattform

4. Juli 2007
Redaktion Börsenblatt
"Everything that can be digital will be digital“ – mit dieser provokanten These, geprägt von Nicholas Negroponte, dem Gründer des berühmten MIT Media Labs, begrüße ich Sie zur ersten Ausgabe von Schild’s VTO Blog.
Braucht diese Welt einen weiteren Blog? Ehrlich gesagt würde sie wahrscheinlich auch ohne ebendiesen weiter existieren – aber die eine oder andere amüsante Anekdote, das eine oder andere wissenswerte Detail würde eben doch fehlen. Daher lade ich Sie ein, mich auf die Reise in die digitale Bücherwelt zu begleiten. Worum geht es in diesem Blog? Nun, Volltextsuche Online (VTO) ist das Projekt, mit der Börsenverein des Deutschen Buchhandels über seine Tochter MVB die wichtigste Herausforderung meistern will, der die Buchbranche in den nächsten Jahren gegenüber stehen wird: die Digitalisierung der Bücher. Die Internet-Plattform, über die die gesamte zeitgenössische deutschsprachige Literatur online zugänglich gemacht werden soll, ist noch nicht live. Aber die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren; 200 Verlage haben bereits mehr als 7.000 Titel eingestellt. Der Weg von der Anfangseuphorie zur funktionierenden, lebendigen Plattform ist allerdings ein steiniger. Und übersäht mit Problemen, Fallstricken – eben all den Nettigkeiten, die man auf allerbestem Managerdeutsch mit Herausforderungen bezeichnet. Aber es gibt auch schöne und sogar witzige Momente. Wie eben vergangene Woche, als ich bei der ACAP-Konferenz in London [ACAP = Automated Content Access Protocoll, eine Art automatisierte Rechteverwaltung zwischen Verlagen und Suchmaschinen] den aktuellen Status von VTO vorgestellt habe. Nachdem ich unter den ca. 80, vorwiegend englischsprachigen Zuhörern einen Preis ausgelobt habe für die originalgetreueste Ausprache des Wortes Volltextsuche durch einen Nicht-Muttersprachler, ging erst einmal ein Raunen durch die Menge. Dann sah man viele Menschen, die eine Art Yoga-Übung mit dem Mund vollführt haben, um dann sehr unterhaltsame Lautkreationen von sich zu geben. Mit dieser kleinen Anekdote verabschiede ich mich für heute von Ihnen und freue mich auf Ihren Besuch in den nächsten Tagen; dann werden voraussichtlich die EU-Initiativen zu eContent, die Digitalisierung von Ratgebern und die Verschmelzung von VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) mit VTO auf der Agenda stehen.