"Bundestag stärkt Position von Autoren und Künstlern - Neues Urheberrecht verabschiedet" - Ralf Mielke beschreibt den Kraftakt in der "Berliner Zeitung":
Die Hersteller haben sich bis zuletzt heftig gegen die urheber-freundlichen Regelungen gewehrt. Sie argumentierten, dass ihre Produkte im Vergleich zu jenen ausländischer Anbieter künstlich verteuert würden. Sie sahen ihre Konkurrenzfähigkeit in Gefahr, besonders weil die günstigeren Produkte einfach und schnell durch Kunden auch von Deutschland aus im Internet geordert werden können. Zunächst sah es so aus, als könnte die Geräteindustrie mit ihren Einwänden Erfolg haben. Denn im Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums fanden sich zwei Klauseln, die die Kosten für die Geräteindustrie (und damit die Einnahmen der Urheber) enorm gesenkt hätten. Zum einen sollte der Anteil der Urheber-Abgabe am Preis eines Gerätes auf fünf Prozent festgelegt werden. Derzeit kann der Anteil, etwa bei DVD-Geräten, bei bis zu dreißig Prozent liegen, wie die Hersteller klagen. Zum anderen sah eine Bagatell-Klausel vor, dass Geräte, die in weniger als zehn Prozent der Fälle für Vervielfältigungen genutzt werden, aus der Abgabepflicht herausfallen sollten. Letztlich konnten sich aber die Verwertungsgesellschaften durchsetzen.
"VDZ und BDZV begrüßen neues Urheberrechts-Gesetz" - auch "kontakter.de" thematisiert die Entscheidung:
Abgeschafft wurde die Regelung, dass zukünftige Nutzungen, die bei Vertragsabschluss zwischen Verlag und Autor nicht bekannt waren, auch nicht erlaubt werden dürfen. So war zum Beispiel 1985 das Internet unbekannt. Die Autoren konnten damals dem Verlag daher überhaupt nicht gestatten, ihre Beiträge auch in diesem Medium anzubieten. Der Nacherwerb der Rechte scheiterte häufig, weil der Urheber nicht mehr zu ermitteln war. Die Justiziare von VDZ und BDZV bezeichneten die Gesetzesnovellierung in diesem Punkt daher als "echten Fortschritt". Mit dem neuen Gesetz werde es auch leichter, die Printarchive der Verlage zu digitalisieren.
"Krise as usual - Will Aufbau-Verleger Bernd Lunkewitz verkaufen?" - Wiebke Porombka schreibt in der "taz":
Schwierig war die Lage, seit Cynybulk vor neun Jahren zu Aufbau kam, eigentlich immer. Und zwar genauso schwierig wie in der Branche insgesamt. Dass der Druck auf das einzelne Buch enorm gestiegen ist in den vergangenen Jahren, haben alle Verlage zu spüren bekommen. Genauso wie sie sich damit auseinandersetzen mussten, dass es für kleine und mittelgroße Verlage immer problematischer geworden ist, ihre Titel bei großen Handelsketten wie Thalia oder Hugendubel zu platzieren. ... "Wenn sich auf diesem Markt die Bedingungen verschärfen, muss man sehen, wie man sich damit arrangieren kann." ...Wahrscheinlich, mutmaßt Cynybulk, könnte man aber über andere Verlage momentan etwas Ähnliches melden und ähnliche Reaktionen hervorrufen. Der Spiegel-Bericht wäre dann vor allem ein Symptom für die latente Dauerkrise, in der sich die Branche befindet und die sich jederzeit in einer kleinen Hysteriewelle entladen kann. Hilfreicher wäre allerdings, Ruhe zu bewahren und mit der Krise umzugehen. Das gilt für die Verlage genauso wie fürs Feuilleton: Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren.