Einzelhandel

Unternehmensteuerreform belastet Handel

9. Juli 2007
Redaktion Börsenblatt
Am Freitag hat der Bundesrat der Unternehmensteuerreform zugestimmt. "Die Steuerreform belastet Handelsunternehmen einseitig und über Gebühr und läutet das City-Sterben ein", kritisiert der Einzelhandelsverband HDE.
Ohne Rücksicht auf Verluste habe die Bundesregierung die Reform der Unternehmensbesteuerung durchgepeitscht. Die Zustimmung des Bundesrats sei der letzte Akt in diesem Drama, bei dem der Einzelhandel der Verlierer sein werde, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der City-Einzelhandel werde durch die geplante Besteuerung der Kosten für Miete, Pacht und Leasingraten für Immobilien schwer getroffen. Seine Steuerlast werde vervielfacht. "Viele Geschäfte mit hohen Innenstadtmieten werden aufgeben müssen oder aus der City vertrieben", prognostiziert der HDE. Die Gewerbesteuer können sich für viele Handelsunternehmen zu einer Substanzsteuer entwickeln: Zwar sei die Anrechnung bei den Personenunternehmen verbessert worden, aber in schwierigen Zeiten würden auch sie Gewerbesteuer aus dem Betriebsvermögen zahlen müssen. "Von den als Kapitalgesellschaften organisierten Einzelhandelsunternehmen werden sehr viele durch die Änderungen bei der Gewerbesteuer weit oberhalb der von der Reform angepeilten Steuerlast von fast 30 Prozent landen", so der HDE. Diese ertragsunabhängige Steuer führe also in schlechten Jahren dazu, dass viele Einzelhandelsunternehmen mehr Steuern zahlen müssen als sie Gewinn erzielen konnten.