Dort trafen Blogger und Journalisten aufeinander - was die Podiumsbesetzung betraf, meist in Personalunion -, um über die offenbar wenig entspannte Sicht letzterer auf die Ansprüche der Blogosphäre zu berichten oder sie gleich ein bisschen vorzuführen. (Das sollte ich vielleicht noch erwähnen: nein, eigentlich stand der Tag unter einem anderen Motto, nämlich: "User Generated Content und Bürgerjournalismus")
Nacherzählt haben diese mitunter recht unterhaltsame Veranstaltung schon andere, das Thema begegnet mir aber seither immer wieder an unterschiedlicher Stelle, ob in Gesprächen mit Medienvolk oder in Artikeln, die den Vorwurf bestätigen, gekränkte Journalisten belächelten die Bloggerei statt ihren Neid zuzugeben...
Aber was denn für ein Neid? Frustration, regelmäßig als Beispiel für eine Branche auf dem absteigenden Ast herhalten zu müssen? Häme, weil abschätzige Leserbriefe nicht direkt unter den eigenen Artikeln platziert werden? Sehnsucht, blanke Nachrichten auch einmal in solch unverhohlener Subjektivität kommentieren zu können? Verletzter Stolz, weil des Bloggers Erfolg nur ein paar Klicks entfernt und nicht in Ochsentouren durch Lokalredaktionen erkämpft wird? Das kann´s doch nicht sein...!
Fest steht: Blogger sind keine Journalisten. Und wollen in der Regel auch keine sein.
Verstehen sich lieber als
elektrische Reporter , oder füllen
Lücken, die die klassische Medienlandschaft offenbar nicht zu stemmen vermag.
Was sind Blogs für Sie? Und was sind Ihre Lieblingsblogs? Machen Blogger Journalisten Konkurrenz? Und was soll die ganze Aufregung?
PS: Apropos "Blogosphäre": zählt das eigentlich auch beim
Bullshit-Bingo ?
Janni Froese