Dann gäbe es heute kein
Suhrkamp-Schlamassel ,
Samuel Fischer würde die Welt immernoch mit seinen literarischen Entdeckungen beglücken und niemand müsste um seine Arbeitsstelle im Verlag bangen. Seufz.
Nur steht da in meiner ersten Zeile ein wichtiges Wörtchen im Konjunktiv: Ach, WÄR das schön. Diese wunderbare Eigenschaft der deutschen Sprache hat ja Faust
Faust damals gerettet, sonst würde der jetzt grübelnd und mit gerunzelter Stirn in der Hölle schmoren.
Ohne Frage:
Bernd F. Lunkewitz hat bei
Aufbau ganze Arbeit geleistet, und ich als Kind des Ostens kenne die Aufbau-Bücher meiner Eltern noch zu gut, um mich mit über den Erfolg zu freuen. Kein Verlag hat es verdient, nur aufgrund von Geldproblemen abgefertigt zu werden. Nach der Wende nicht, und jetzt genauso wenig. Und hier geht es nicht um
Geld, sondern um die verdiente Ruhe nach getaner Arbeit und die Suche nach Jemandem, der seinen Aufbau fortführt - im wahrsten Sinne der Worte und auch in seinem Sinne.
Wir könnten (da ist er wieder, der Konjunktiv!) jetzt alle ein vorzeitiges, halbherziges Abschiedslied für ihn singen, uns gegenseitig Taschentücher reichen und trösten und sagen, dass es so schade ist,
dass er gehen will . Aber wir sind hier nicht auf der Beerdigung der Tante, bei der wir nie unsere Schulferien verbringen wollten, weil sie immer so komisch war!
Das war Leistung und Einsatz, Herr Lunkewitz. Und ich sage Danke dafür.
Katharina Herbst