Zum Beispiel könnte die Buchhändlerin den Kunden doch zum Trost einfach mal in den Arm nehmen, tief und verständnisvoll - ob seines Verlustes - ansehen und an sich drücken, halt Trauerarbeit leisten. Gut, je nach Attraktivität der Dame an der Kasse könnte das natürlich zu gewissen Nebeneffekten führen. Zum einen eventuell deutlich gesteigertem Umsatz, denn wer läßt sich nicht gern mal von einer hübschen Frau in den Arm nehmen. Zum anderen zu etwas merkwürdigen Szenen, wenn zum Beispiel gerade getröstete Kunden gleich wieder zum Regal eilen, sich irgendein Buch schnappen und sofort wieder an der Kasse anstellen. (Merke: Dafür Stapel kostengünstiger Geschenkbücher direkt an der Kasse positionieren, oder einfach die Ladenhüter.) - Dies funktioniert natürlich auch mit Buchhändlern und Kundinnen, wobei ich vorschlagen würde, einfach nur als schöne Geste, dass der Kundin dann vielleicht noch eine kleine Rose oder ähnliches geschenkt wird. Man sollte dabei nur darauf achten, dass sich die Buchhandlung nicht plötzlich zum Blumenladen wandelt. Eine Kooperation mit dem benachbarten Blumengeschäft böte sich hier wohl an.
Für größere Buchhandlungen könnte ich mir auch vorstellen, dass es mehrere Arten der Trauerarbeit gibt. Für die Kunden deutlich unterscheidbar durch ein Schild über der Kasse, mit der Bezeichnung, wie man hier durch den Trennungsschmerz geleitet wird. Neben der oben erwähnten Art, könnte ich mir unter anderem noch eine verkürzte Gesprächstherapie vorstellen. Buchhändler mit psychologischen Kenntnissen wären hier ratsam oder auch Studenten der Sozialpädagogik.
Diese Überlegungen bringen mich jedoch schon wieder zu einem ganz anderen Thema: Nach dem Trennungsschmerz setzt beim Kunden ja das Gefühl der Freude ein, über das soeben erworbene Buch. Sollte man nicht auch versuchen, dieses Gefühl beim Kunden vor Verlassen der Buchhandlung noch zu verstärken?! Gerade damit er auch recht bald wiederkommt?! Denke gerade an eine kleine Party in einem kleinen Nebenraum, mit Musik, Getränken und Snacks. Diese könnte ja auch im Lager oder im Keller stattfinden. Einfach ein kleines Fest veranstalten, mit guter Laune, Konvetti und netten Leuten, die den Kunden immer und immer wieder zum Erwerb des Buches gratulieren. Aber darüber mache ich mir ein anderes Mal vielleicht so meine Gedanken. Denn im Moment habe ich ein bißchen das dumpfe Gefühl, Bücherverkaufen und -kaufen könnten zukünftig ganz schön anstrengend werden.