Veranstaltungen

Chinesische Zeitschriftenverleger zu Besuch in Hamburg und Berlin

12. Juli 2007
Redaktion Börsenblatt
Eine Gruppe von 25 Zeitschriftenverlegern aus China besuchte auf Einladung des Buchinformationszentrums (BIZ) der Frankfurter Buchmesse Verlage von Publikumszeitschriften und Nachrichtenmagazinen in Hamburg und Berlin.
Ziel der Reise war es, chinesischen Verlegern und Zeitungsleuten Einblicke in das deutsche Verlagswesen zu vermitteln und den Branchenvertretern beider Länder den persönlichen Austausch zu ermöglichen. Auf dem Programm standen unter anderem ein zweitägiges Seminar zu Managementstrategien, Vertrieb und Marketing, Besuche bei Gruner + Jahr und beim Spiegel sowie eine gemeinsame Informationsveranstaltung der Max-Planck- Gesellschaft und der Berliner Humboldt-Universität zur Zukunft des E-Publishing. Zum Abschluss ihrer Reise zogen die Chefredakteure und Zeitungsdirektoren eine durchgängig positive Bilanz: Huang Yubin, Chefredakteur der Xiamen Business New: „Wir haben gesehen, dass das Online-Publizieren für Printmedien durchaus keine Bedrohung darstellt, sondern große Chancen bietet. Das hat uns doch sehr ermutigt und neugierig gemacht. Sicher, gibt es große Unterschiede zwischen unseren Ländern und Kulturen, aber die Herausforderungen vor denen wir als Zeitungsmacher oder Verlagsleute stehen, sind die gleichen. Auch bei uns nutzen junge Leute immer weniger die Printmedien zu ihrer Information. Die Zeitung habe keine Zukunft, wird oft schwarzgemalt. Stattdessen läuft immer mehr über Internet. Da auch in China inzwischen Nachrichten per SMS über Handy verbreitet werden, sind wir sehr an Erfahrungen und technische Lösungen in Deutschland interessiert - ebenso aber auch an Marktforschungsmethoden. Uns geht es wie Ihnen um möglichst zielgenaue Verbreitung unserer Publikationen. Wir brauchen Studien, Leseranalyse dafür.“ Feng Jie, stellvertr. Generaldirektor bei Shanghai Stories, Culture Media: „Wir suchen nach Lösungen, um unsere Inhalte auch multimedial zu verwerten. Dafür habe ich hier viele Anregungen bekommen, was technisch machbar ist. Uns interessiert dabei das gesamte Spektrum des elektronischen Publizierens – angefangen von bei Digitalisierung von Content bis zu Management-Systemen und Vertrieb und Marketing.“ Feng Xiaoming, Leitende Lektorin bei der englischsprachigen Zeitschrift „China & Weltwirtschaft“: „Es gab hier viele Anregungen, die man möglichst bald umsetzen möchte. Mich interessieren besonders Themen wie Content Management Systeme, Peer-Review-Verfahren für Fachzeitschriften oder Open Access-Modelle. Yang Xuguo, Chefredakteur bei Science & Technology Press, Hunan: „Wir brauchen engere Kontakte und wollen den Erfahrungsaustausch besonders zum Wissenstransfer mit Deutschland gern weiter ausbauen. Wir publizieren in unserem Buchverlag auch deutsche Autoren. Wir haben gerade begonnen, Albert Einsteins gesammelte Schriften herauszubringen.“ Buchmessen wie jetzt in Peking oder im Herbst in Frankfurt können für diesen Austausch kräftige Impulse geben. Wenn China in zwei Jahren Gastland in Frankfurt ist, bietet das auch gute Chancen, unser Land und unsere Leistungen differenzierter darzustellen. Das wird sicher auch helfen, noch so manche Klischees abzubauen.