Wie der Verbund der niederländischen Forschungsbibliotheken und der Verlag mitteilen, haben beide Partner einen Letter of Intent unterzeichnet, in dem sie bekunden, gemeinsam das Potenzial des Open Access-Publizierens auszuloten. Es sei das erste Mal, dass ein renommierter Wissenschaftsverlag und ein Konsortium aus Forschungsbibliotheken ihre Kräfte für eine Open Access-Initiative bündeln.
Während UKB die Verbreitung und den Zugang zu wissenschaftlicher Information durch Open Access fördern will, bietet Springer mit seinem Open-Choice-Programm Autoren die Möglichkeit, Forschungsergebnisse unter Open Access-Bedingungen zu publizieren und dennoch nicht auf die spezifischen Leistungen des Verlags zu verzichten.
Ziel der gemeinsamen Initiative ist es, Wissenschaftsautoren einerseits die Gelegenheit zu geben, Erfahrungen mit Open Access bei etablierten Fachzeitschriften zu sammeln; andererseits sollen Open Access-Medien die Chance erhalten, ihre wissenschaftliche Reputation zu verbessern. Zudem können die beteiligten Partner und Autoren Erfahrungen mit dem für Open Access typischen Geschäftsmodell sammeln: dass nicht der Zugang zum Inhalt bezahlt werden muss, sondern die Publikation durch den Autor.
Der Letter of Intent sieht vier konkrete Schritte vor, die in nächster Zeit umgesetzt werden sollen:
1.) Innerhalb der bestehenden Lizenzvereinbarung mit UKB gewährt Springer weltweit freien und unmittelbaren Zugang zu Publikationen, die von einem Springer-Journal zur Publikation angenommen worden sind, und deren Autoren mit UKB-Mitgliedern in enger Verbindung stehen.
2.) Springer gestattet die simultane Publikation von Artikeln auf Open Access-Plattformen (institutional repositories) der UKB-Mitglieder.
3.) Im Laufe dieses Jahres wollen Springer und UKB eine langfristige Open Access-Vereinbarung aushandeln.
4.) Beide Partner wollen die Ergebnisse der Pilot-Vereinbarung auswerten und an alle Beteiligten weitergeben.
UKB ist der 1976 gegründete niederländische Verbund von 13 Universitätsbibliotheken und der Niederländischen Nationalbibliothek.