E-Reader

To boldly go where no one has gone before…

16. Juli 2007
Redaktion Börsenblatt
Ich muss zugeben, was neue technologische Entwicklungen angeht, bin ich immer schnell begeistert.
Deshalb war ich auch drei Tage lang von den Socken, als ich vor ein paar Monaten von elektronischen, papierähnlich dünnen Displays gelesen habe, die mir wahrscheinlich bald beim morgendlichen Zeitunglesen die Druckerschwärze an den Fingern ersparen werden. Ist ja auch nicht gerade gesund, diese Tinte. Aber mal abgesehen von den hygienischen Vorteilen, was halten Sie davon: 50% weniger Papierverbrauch, FAZ und Börsenblatt gleichzeitig lesen (oder was auch immer Sie so lesen), das Ding passt in jeder vollen U-Bahn zwischen Ihren rechten und Ihren linken Nachbarn, keine neugierigen Mitleser mehr, die ganz Riege der Journalisten würden keine riesigen Aktenstapel mehr von den Pressekonferenzen mitbringen und dann doch wegwerfen, ohne sie gelesen zu haben... – oder wenn sich das Ganze zu E-Readern entwickelt, was ja schon langsam abzusehen ist, kein Bücherschleppen mehr für Schulkinder und Ihr Urlaubskoffer ist auch nur noch halb so schwer. Na, wie klingt das? Gut, ich könnte dann nicht mehr mit meinem kleinen Reclambüchlein angeben, damit auch jeder sieht, dass ich Dostojewski wirklich lese und mir nicht nur die Prachtausgabe von „Schuld und Sühne“ in mein Regal stelle – aber von Jane Austen hätte ich trotzdem alle Bücher zu Hause. Jede Wette, dass ich da nicht die Einzige sein werde. Und damit meine ich nicht Jane Austen.