Im Juli 2006, fast auf den Tag genau 60 Jahre nach ihrer Gründung und nach allen nur denkbaren Höhen und Tiefen in ihrer Entwicklung, wurde die Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft (LKG) vom Großversender Amazon mit der Goldenen Palette ausgezeichnet fürs Geburtstagfeiern war vor zwölf Monaten schlicht keine Zeit. Nun wurde das runde LKG-Jubiläum im Leipziger Haus des Buches nachgefeiert mit 300 Gästen, einer Festschrift unter dem beziehungsreichen Titel Wandel als Chance und einer heiter-nachdenklichen Festrede: Um die Historie des vormaligen Buchhandels-Kolosses, die locker zwei deutsche Geschichtsbücher füllen könne, in 30 Minuten beschreibbar zu machen, zauberte Elmar Faber kurzerhand eine fiktive Gestalt aus dem Ärmel - die Faber & Faber-Zugehfrau als Herausgeberin der Notate ihres geplagten Chefs. Zwölf Jubiläumsreden-Notizzettel, kommentiert von der historisch beschlagenen Putzfrau ein fürs Publikum höchst unterhaltsamer Kniff, die LKG-Geschichte abrollen zu lassen: Von der Gründung 1946 sieben Mitarbeiter, 43 Quadratmeter Büro- und Stellfläche, sieben Kommittenden bis zur gegenwärtigen LKG, die in Espenhain bei Leipzig 200 Mitarbeiter beschäftigt und rund 200 Millionen Euro pro Jahr umsetzt. LKG-Chef Jürgen Petry freute sich übers Fazit der druckreif formulierenden Raumpflegerin: Ich begriff plötzlich, dass Sie nicht nur der große Umschlagplatz für bedrucktes Papier sind, sondern eine wichtige Metapher im geistigen Stoffwechsel der Zeit.