How free is free?

19. Juli 2007
Redaktion Börsenblatt
Die Kostendiskussion bei VTO wird recht kontrovers geführt: Vertreter des bisherigen Preismodells argumentieren, dass € 17 pro Titel und Jahr eigentlich ein Schnäppchen sind im Vergleich zu den übrigen Produktionskosten; mehr aber noch unter Berücksichtigung des Marketing- und Verkaufschancen, die VTO mit sich bringt.
Die andere Fraktion führt ins Felde, dass es ja durchaus (zumindest vordergründig) kostenfreie Angebote gibt, seine Bücher zu scannen, konvertieren und im Internet zu publizieren. Eine Marktanalyse spricht eher für den ersten Ansatz: die Konvertierung selbst von gut aufbereiteten und digital vorliegenden Buchdaten in Inhalte, die im Internet präsentiert und gefunden werden können, ist selten unter $ 100 pro Titel zu haben. Es stellt sich die Frage: wie können Google und Co. dann eine solche Leistung dann kostenfrei anbieten?  Wie sollen die enormen Anfangsinvestitionen sich refinanzieren? Diese Fragen müssen die Anbieter solcher kostenfreien Leistungen schon selbst beantworten. Für Verleger ist allerdings eine andere Frage wichtiger: behalten sie bei der Nutzung solcher – für den Moment – kostenfreier Angebote langfristig ihre Unabhängigkeit? Egal, wie diese Fragen beantwortet werden: VTO kann die anderen Geschäftsmodelle nicht einfach ignorieren. Daher untersuchen wir seit einigen Wochen, wie wir die Kosten für VTO möglichst weit reduzieren können. Die grobe Richtung ist bereits vorgestellt worden, unproblematisch ist dieser Weg allerdings nicht. Die Konvertierung von PDFs in verwendbare Formate ist komplex, nur teilweise automatisierbar und damit kostenintensiv. Um hier Wege zu finden, diese Situation im Sinne einer Kostensenkung zu verändern, bin ich letzte Woche zu den Kollegen nach Indien geflogen, die für uns die technischen Umsetzung von VTO betreuen. Nach langen Diskussionen bis tief in die Nacht ist die Marschroute für die nächsten Monate klar: die Hauptpriorität wird darauf liegen, die Konvertierung weitestgehend zu automatisieren und damit die Kosten so weit wie möglich zu senken. Dass wir kurzfristig eine kostenfreie Konvertierung erreichen werden, ist unwahrscheinlich: die Input-Formate, die wir bekommen, sind zu heterogen, von medienneutraler Datenhaltung ist die Branche noch weit entfernt. Mehr zu der Komplexität der Konvertierung werde ich im nächsten Blog berichten. Bis dahin dürfen Sie auf das neue Geschäftsmodell für VTO gespannt sein.