Das geht nicht nur mir so, erfahre ich in Gesprächen mit Kommilitonen. Gerade in den ersten Monaten des Studiums kreisen die Unterhaltungen immer wieder um solche Richtungsfragen, stets in dem Bewusstsein, dass diese persönlichen Festlegungen die nächsten Jahre bis in den Berufseinstieg bestimmen werden.
Man beschäftigt sich mit allen dieser Bereiche, merkt, was einem mehr liegt und was vielleicht nicht das Ding ist. Welchen Teil der Branche man besonders scharf beobachten möchte und wo man das Insider-Wissen lieber anderen überlässt.
Aber diese Entscheidungen zu treffen ist nicht das Problem. Das Problem ist eine Frage, der ich lieber aus dem Weg gehen würde, verkürzt lautet sie: "groß oder klein?"
Wo stehst du: auf Seiten der kleinen Verlage und unabhängigen Buchhandlungen oder gilt dein besonderes Interesse größeren Unternehmen, gar weltweit agierenden Konzernen? (Dass diese Einteilung vielen Unternehmen der Buchhandels- und Verlagsbranche nicht gerecht wird, zählt häufig nicht.)
Wer flammend für "die Kleinen" spricht, kann schnell als Träumer gelten, wer die Möglichkeiten "der Großen" benennt, als Totengräber der Vielfalt. Und trotzdem wird keine Positionierung öfter und beharrlicher eingefordert. Wohl, weil jeder Fragende vor allem seine eigene Meinung hat.
Denn statt es bei der Dimension persönlicher Relevanz zu belassen (in einem Betrieb welcher Größe würde ich mich wohl fühlen?), wird das "groß oder klein" allzu oft zur Glaubens- und Sympathiefrage, auch wenn das die wenigsten zugeben wollen.
Für Sympathien allerdings kann es kaum Pro- und Contra-Argumente geben.
Ich studiere im zweiten Semester. Ich habe mich gefragt, ob ich mich für "groß oder klein" entscheiden will. Und ich habe mich, erstmal, dagegen entschieden.