"Was passiert nach dem Ende Harry Potters?" fragt sich Daniel Eckert in der "WELT" und greift damit die Sorgen an der Börse auf.
"Doch Potter-Fans unter den Börsianern brauchen nicht in tiefe Verzweiflung zu verfallen, als wären sie von Dementoren geküsst worden. Erstens gibt es in jedem Harry-Potter-Band einen Moment, an dem es für den Helden keine Hoffnung mehr zu geben scheint, ehe sich dann doch eine Tür auftut. Und so halten es auch manche Beobachter für möglich, dass die Verkaufszahlen selbst die ambitionierten Prognosen übertreffen und den Verlagen und Buchhandlungen mehr Geld in die Kassen spülen als erwartet. Zweitens gibt es auch diesmal einige Unternehmen, bei denen der Hogwarts- Zauber noch wirkt: Vor allem rund um den Potter-Film - mit 140 Mio. Dollar Einspielergebnis in den ersten fünf Tagen einer der erfolgreichsten Blockbuster aller Zeiten - gibt es einige Profiteure: Neben der Produktionsfirma Time Warner zählen dazu die Marketingpartner Hasbro und Electronic Arts. Selbst Coca-Cola und die Uhrenfirma Fossil erwarten einen Absatzboom. Und auch die Aktionäre des Internetversenders Amazon.com scheinen auf einen Sieg Harrys über den finstren Lord Voldemort und die Todesser zu wetten, wovon ein Jahresplus von 86 Prozent zeugt."
Rainer Hank schreibt in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über den "enttäuschten Verleger" Dieter von Holtzbrinck. Unter stillem Prostest verließ dieser den Verwaltungsrat von Dow Jones & Co.
"In der Medienbranche, die bekanntlich komplett verquatscht ist, gilt Dieter von Holtzbrinck als der allerstillste. Von drei Pressekonferenzen und gerade einmal zwei Interviews wissen die Archive. Schwäbisch-protestantisch, interessieren den Verleger nur gute Journalisten und gute Zahlen. Alle Eitelkeit, sollte es sie geben, unterdrückt er.
Selbst in Stuttgart, ohnehin nicht gerade eine Stadt der glamourösen Partys, ist er öffentlich unsichtbar. Wenn man ihn sieht, dann allenfalls beim Segeln auf dem Bodensee. Doch niemand sollte sich täuschen: Der Mann ist hellwach, blitzgescheit und präzise informiert. Wie sonst hätte er Zug um Zug einen der großen Medienkonzerne aufbauen können, zu dem neben der Wochenzeitung "Die Zeit" und dem Berliner "Tagesspiegel" unterdessen auch eine Reihe wichtiger Verlage in Amerika (Farrar, Straus & Giroux) und England (Macmillan) zählen.
Nach dem Aktiensturz - Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet über den Gewinneinbruch bei Google
"Google selbst machte die Aufstockung des Personals für die höheren Kosten verantwortlich. "Wir haben dafür mehr Geld ausgegeben als geplant", sagte Vorstandsvorsitzender Eric Schmidt in einer Telefonkonferenz. Schmidt fügte aber hinzu, dies sei kein Fehler gewesen: "Wir sind froh darüber, weil die Leute, die wir eingestellt haben, so gut sind." Google werde jedoch etwas vorsichtiger beim Ausbau der Belegschaft vorgehen, sagte Schmidt. Google hat in den vergangenen Jahren seine Mitarbeiterzahl rasant ausgebaut, im zweiten Quartal stieg sie um 1548 oder 13 Prozent auf 13 786. Die Zahl fällt aber nicht völlig aus dem Rahmen: Im ersten Quartal hatte Google 1564 neue Mitarbeiter eingestellt. Die Rekrutierung dürfte in jüngerer Zeit teurer geworden sein, da es einen Mangel an technischen Fachkräften gibt, vor allem im Bereich der Softwareentwicklung. Sergey Brin, einer der beiden Google-Gründer, deutete ebenfalls an, künftig etwas weniger aggressiv zu sein. Google habe jetzt ein angemessenes Niveau bei der Belegschaft erreicht, nachdem es vorher "chronisch unterbesetzt" gewesen sei."