"Das Sommer-Schulbuch" - Lothar Müller mischt sich für die "Süddeutsche Zeitung" in die Diskussion um das Einheitsschulbuch ein:
Einheitliche Schulbücher? In ganz Deutschland? Wer dergleichen als Bundespolitiker vorschlägt, und sei es in einem Sommerinterview, der ruft unweigerlich ein altgedientes Faktotum des politischen Lebens in Deutschland auf den Plan: das mit dem Föderalismusreflex. Mit mürrischer Geste wischt es dergleichen Vorwitz vom Tisch, warnt mit leicht erhöhter Stimme vor den Gefahren des Zentralismus, der diesem Lande noch nie gutgetan habe, und schreibt, während es die noch gar nicht erschienenen einheitlichen Schulbücher wegräumt, an die Tafel: Schulpolitik ist Ländersache. Da hat es recht, das Faktotum. Im Mai 2006 hat die Föderalismuskommission die alleinige Zuständigkeit der Länder für die Schulpolitik festgeschrieben. Aber eben weil das so ist, ist der Föderalismusreflex ein leeres, müdes Gefuchtel: Es gibt in Deutschland keine Gefahr eines bildungspolitischen Zentralismus. Die ultimative Form, in der eine Bundesforschungsministerin Schulpolitik machen kann, ist das Sommerinterview.
"Thalia bedroht Existenzen" - das "Eichsfelder Tageblatt" berichtet über die Reaktionen auf die neue Thalia-Buchhandlung in Göttingen:
Beate Behrens, City-Managerin des Einzelhandelsverbands Pro City, ist "entsetzt". Sie bedauere es sehr, dass Thalia nach Göttingen kommen werde. "Für die Buchhandlungen hier ist es eine Katastrophe", sagte sie gestern auf Tageblatt-Anfrage. Pro City habe nichts unternommen, weil keine Informationen über den Mieter der Immobilie vorlägen. Zudem sei offenbar ein Interesse der Konsumenten gegeben, das die Ansiedlung seitens Thalia attraktiv mache. "So funktioniert die freie Marktwirtschaft nun mal, ob wir es gut finden oder nicht." Als positiv für die Stadt sei trotz aller Nachteile anzusehen, dass Thalia sich keinen Standort am Stadtrand gesucht habe, sondern in die Innenstadt ziehe. Dennoch appelliert sie an Immobilienbesitzer, sich "genauestens zu überlegen", an wen vermietet werde. Zwar seien die Renditen bei Vermietungen an Filialisten anfangs hoch, doch langfristig würde die Stadt nur verlieren. Für September hat Pro City eine Informationsveranstaltung darüber geplant.
"Vom Wirtschaftsstudium zum letzten Elfmeter" - die "Stuttgarter Zeitung" porträtiert den Sabine-Krell-Verlag:
2002 gründete Sabine Krell den Sabine-Krell-Verlag, der heute idyllisch in einer Einliegerwohnung in Murrhardt- Siegelsberg residiert. Seither ist sie Dienstleister in eigener Sache - zwei Kinderbücher, zwei Gedichtbände und drei Bühnenstücke sind unter Pseudonym veröffentlicht - und nebenbei kümmert sie sich um Fremdautoren. Die erhalten vom Lektorat über das Layout, die ISBN-Nummer, den Internetauftritt bis hin zum Druck alles, was nötig ist, um ein eigenes Buch in den Händen halten zu können. Und weil sie selbst weiß, wie es ist, von Verlagen ignoriert zu werden, versichert sie: "Gelesen wird alles, und jeder bekommt eine Antwort." Aufgenommen ins Verlagsprogramm wird freilich nicht jeder, der zahlungswillig ist. "Wir nehmen nur das, was zu uns passt."