In der vergangenen Woche hat die MVB das künftige Geschäftsmodell für VLB und VTO vorgestellt (BÖRSENBLATT 30/2007). Der Kernpunkt: Die beiden Produkte werden ab sofort als Paket angeboten. Drei Euro pro Jahr kostet ab Januar 2008 die gemeinsame elektronische Titelmeldung für VLB und VTO. Das neue Modell wird bei den Kunden kontrovers diskutiert. Viel Zustimmung hat die MVB erhalten, aber auch zahlreiche Fragen sind in Frankfurt aufgelaufen. Das BÖRSENBLATT geht auf die meistgestellten ein.
Warum wurden VLB und VTO zusammengelegt?
VLB und VTO verfolgen den gleichen Zweck. Der Leser soll einen einfachen und zentralen Zugang zum Buch haben. Während das VLB die Metadaten liefert, ermöglicht VTO auch die Suche innerhalb eines Titels und führt damit zu einer höheren Genauigkeit und Aussagekraft der Suchergebnisse. Da die Mehrheit der Verlage sich in Gesprächen mit der MVB für die Teilnahme an der Volltextsuche online ausgesprochen hat, sollte für sie mit dem neuen Modell die Einstiegshürde niedriger gesetzt werden.
Führt die Verschmelzung von VLB und VTO unter dem Strich zu Preiserhöhungen oder zu günstigeren Preisen?
Das kommt darauf an. Für Verlage, die VTO nutzen wollen, verbessern sich die Konditionen. Sie erhalten ab Januar 2008 für drei Euro einen Eintrag ins VLB sowie in VTO. Damit haben sie im Vergleich zu den bisherigen 17 Euro allein für VTO deutlich günstigere Tarife als geplant. Teurer wird es für die Unternehmen, die nicht an VTO teilnehmen. Sie bezahlen bislang für eine Meldung mit Verschlagwortung 2,25 Euro und ab Januar die genannten drei Euro.
Muss man als VLB-Melder zwangsläufig an VTO teilnehmen?
Nein, das bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt weiterhin getrennte Meldeformulare für VLB und für VTO. Verlage können auch nur Teile ihres Programms in VTO einstellen.
Ab welcher Größe lohnt es sich für einen Verlag, bei VTO mitzumachen?
Eine Mindest-Titelzahl gibt es nicht. VTO stellt unter Marketingaspekten gerade auch für kleinere Verlage eine attraktive Variante dar, mit der Bücher besser gefunden und verbreitet werden können.
Wie sieht es mit den Konvertierungskosten für VTO aus?
Bis zum Jahresende werden alle Titel noch kostenlos konvertiert. Ab 2008 wird es wohl eine Konvertierungsgebühr geben, die nach Angaben der MVB möglichst niedrig gehalten werden soll. Für Bücher, die nicht in elektronischer Form vorliegen, bietet die MVB ab August auch einen Scan-Service an.
Wie werden die neuen Gebühren abgerechnet?
Bis Ende 2007 gelten die alten VLB-Gebühren von 2,25 Euro pro verschlagwortetem Titel. Die Einstellung von VLB-Titeln in VTO ist ab sofort zu diesem Preis ohne Zusatzkosten möglich. Ab Januar kommen die neuen Tarife (drei Euro pro elektronisch gemeldetem Titel für VLB/VTO) zum Tragen. Sie werden erstmals im August 2008 berechnet.