"Bislang weiß man zu wenig über Identität und Motive der Verdächtigen", so die Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit. "Doch wir hoffen sehr, dass mit der Meldung nach Monaten des Schweigens nicht nur beschwichtigt werden soll. Ein schneller Prozessbeginn und mehr Transparenz würden für mehr Glaubwürdigkeit sorgen."
Die Verhaftungen sind aus Sicht von ROG ein erstes Zeichen für einen Fortschritt in den seit fast einem Jahr andauernden
Ermittlungen. "Doch wir haben die Erfahrung gemacht, dass mit solchen Ankündigungen all jene beruhigt werden sollen, die sich für eine Aufklärung der Verbrechen einsetzen. Für zahlreiche Morde an Journalisten in Russland sind die Täter nie zur Rechenschaft gezogen worden."
Anna Politkowskaja, die über Menschenrechtsverletzungen in
Tschetschenien berichtet hatte, war am 7. Oktober vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen worden.