Hackerangriff auf Osiander

Webshop läuft wieder

27. Mai 2019
von Börsenblatt Online
Am Sonntagnachmittag hat Osiander seinen Webshop, der nach einem Hackerangriff in der vergangenen Woche offline genommen wurde, wieder freigeschaltet.

Der Webshop sei nahezu voll funktionsfähig, erklärt Christian Riethmüller gegenüber Börsenblatt Online. Kunden, die sich mit ihrer Kundennummer einloggen, werden gebeten, ihr Passwort zu ändern. Im Moment gehe man allerdings davon aus, dass Kundendaten durch den Hackerangriff nicht abgezogen wurden, so Riethmüller.

Bestellungen können jetzt wieder im Webshop durchgeführt werden und werden "geparkt", bis das Warenwirtschaftssystem wieder laufe. Letzteres soll heute Nachmittag geschehen, hofft Riethmüller. Dann würden die Bestellungen ausgeliefert, vermutlich also ab Dienstag oder Mittwoch zugestellt werden. Das gelte auch für Internet-Bestellungen, die am Montag und Dienstag vergangener Woche getätigt wurden. Diese wurden zwar ausgeführt, konnten aber nicht ausgeliefert werden, weil man nicht auf die Adressdaten zugreifen konnte. Kunden, die Bücher zur Abholung in einer Osiander-Filiale bestellen wollen, die dann am nächsten Tag dort sein sollen, werden gebeten, die kostenlose Hotline 0800 9201300 (täglich, auch am Sonntag, von 8-20 Uhr besetzt) zu nutzen.

Osiander ist nach wie vor nicht per E-Mail zu erreichen. Wichtige Anfragen aus der Branche sollen daher ebenfalls über die Hotline getätigt werden. Die E-Mails sollen möglichst ab Morgen wieder normal laufen, so die Planung, dann müssten die aufgelaufenen Mails zunächst abgearbeitet werden.

In den 60 Osiander-Filialen laufen die Kassen, wie berichtet, derzeit offline – also bestünden für den Einkauf vor Ort keine Probleme. Nun wird bei allen die Hardware geprüft, neu konfiguriert und dann das Online-System wieder hochgefahren – mehrere Teams reisen ab dieser Woche dafür durch die Filialen, wie Christian Riethmüller berichtet. In Bamberg wurden die Kassen am gestrigen Sonntag umgestellt − von den Geschäftsführern Hermann-Arndt und Heinrich Riethmüller sowie Führungskräften des Filialisten (siehe Foto oben).

Osiander war am vergangenen Dienstag (21. Mai) Opfer eines Hacker-Angriffs geworden und musste daraufhin alle Systeme abschalten.