Antiquariat

Antiquariat in der Corona-Krise 3

14. April 2020
von Börsenblatt Online

Absagen und Verschiebungen überall. Ein Antiquarian Book Seminar wird es 2020 nicht geben, Rare Books London findet, wenn überhaupt, in drastisch reduzierter Form statt. Neuer Gemeinschaftskatalog.

Das Antiquarian Book Seminar, seit 1978 bestehendes amerikanisches Pendant zum deutschen Seminar für Antiquare (mehr oder weniger), ist abgesagt worden. Als neuer Termin wurde der 11. bis 16. Juli 2021 mitgeteilt, Gastgeber ist das St. Olaf College in Northfield, Minnesota (siehe hier).

Von dem für Ende Mai, Anfang Juni geplanten Festival Rare Books London 2020 (siehe hier) ist nicht mehr viel übrig, nachdem Ephemera Society und PBFA ihre Messen abgesagt haben und auch die London Map Fair erst wieder 2021 stattfindet. Noch nicht abgesagt ist dagegen die Messe "Firsts", aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit, wenn man Aussagen des Londoner Antiquars Pom Harrington, Mitorganisator der Veranstaltung, richtig deutet.

Die International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) hat am Gründonnerstag eine erste Videokonferenz abgehalten, an der sich sieben Antiquarinnen und Antiquare aus Australien, Japan, Spanien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA beteiligt haben, darunter Sibylle Wieduwilt (Frankfurt am Main). Es ging dabei vornehmlich um eine allgemeine Bestandsaufnahme der Situation, aber auch um konkrete Fragen wie Mieten, Postversand, offensive Werbeaktivitäten von Auktionshäusern und Rabattforderungen einzelner Kunden, die gern die Lage zu ihren Gunsten ausnutzen möchten. Die rund 90minütige Aufzeichnung des von ILAB-Präsidentin Sally Burdon moderierten Gesprächs kann man hier nachträglich anschauen.

Ein positives Signal ist die kürzlich erfolgte Ausgabe eines Gemeinschaftskatalogs, an dem sich Heather O'Donnell, Justin Croft, Simon Beattie und Ben Kinmont beteiligt haben (siehe hier).