"Vom Stuttgarter Verlagskontor (Klett u.a.) erhielten wir vor geraumer Zeit die Information, dass Rechnungen über 1.500 Euro aus Kostengründen nicht mehr über die BAG abgerechnet würden. Statt dessen wurde uns gerne dann auch für alle Rechnungen ein Lastschrifteinzug angeboten.
Nun bekomme ich vom Buchdienst Stuttgart (= Bonnier Media mit Piper, Ullstein usw.) ein Schreiben, in dem mir Sammelrechnungen mit Bankeinzug angepriesen werden. 3 Prozent Skonto (statt 2 Prozent) sowie Dauervaluta von 45 Tagen werden mir dafür geboten und von einer Entlastung der Buchhaltung ist auch die Rede.
Auch wenn der Buchdienst Stuttgart die BAG-Gebühren nicht beim Namen nennt, so vermute ich diese doch hinter seiner Initative.
Aus Sicht eines Sortimenters beobachte ich diese Entwicklung mit großer Sorge: Eine Sammelabrechnung über Verlagsgrenzen hinweg wie sie derzeit die BAG betreibt dient einer rationalen Buchhaltung. Einzelne Abbuchungen von unserem Bankkonto ziehen genau wie einzelne Überweisungen unsererseits dort Postengebühren und natürlich anschließen Kosten für die einzelnen Buchungen in unserer FiBu nach sich. Mit einem Prozent mehr Skonto wird das zumindest in unserer Umsatzgrößenklasse beim Buchdienst Stuttgart nicht gegenfinanziert. Außerdem möchte ich auch den Kreis derer, denen ich Abbuchungen vom Konto erlaube, klein und überschaubar halten. Damit
sind für mich solche Angebote keine günstigeren Alternativen zum BAG-Einzug.
Wenn ein Rückzug von Verlagen vom BAG-Einzug Schule macht, werden aufgrund geringeren Abrechnungsvolumens die BAG-Kosten möglicherweise steigen, was eine Spirale nach sich ziehen kann. Die BAG, bzw. ihr neuer Eigner, muss also aufpassen, dass genau dies nicht passiert und
entsprechend gegensteuern auch wenn die Sanierung der BAG damit vielleicht länger dauert. Ist, bleibt oder wird die BAG für Verleger zu teuer, treten die Befürchtungen von Anhängern einer unabhängigen BAG, die im Rahmen der Krise der BAG mehrfach geäußert wurden, leider ein. Und
gerade kleinere und mittlere Sortimenter hätten dann mit höheren Kosten mal wieder das Nachsehen."