Barrieren abbauen, Wege freiräumen

16. Oktober 2008
Redaktion Börsenblatt
„Willkommen im Leben“, schreibt sich Gräfe und Unzer als Claim groß auf die Fahnen. Am Messestand war davon bislang aber wenig zu spüren. Doch der Wind hat sich gedreht: In diesem Jahr präsentiert sich Gräfe und Unzer optisch rundum neu – genau wie, zum Beispiel, BLV, Edel, der Finanzbuch Verlag und Ravensburger.
Was sich bei allen gleichermaßen beobachten lässt (Halle 3.0): Sie legen Wert auf offene Räume und flexible Möbel. Barrieren abbauen, Wege freiräumen – das sind offenbar die Zeichen der Zeit. Die Farbcodierung an sich ist jedoch geblieben, also eine Farbe und Weiß: Gräfe und Unzer beschränkt sich auf gelb (und weiß), BLV auf grün (und weiß), Edel auf dunkelbraun (und weiß) und Ravensburger auf blau (und weiß). Nur der Finanzbuch Verlag weicht hier ab: Hier geben blau und grau den Ton an. Gräfe und Unzer hat seinen neuen Messestand sogar um eine zweite Ebene aufgestockt, besser gesagt, um ein von unten nicht einsehbares Rückzugsgebiet für Mitarbeiter und Kunden. Ein Novum. Wer oben sitzt, schwebt ein wenig über den Dingen. Anderseits: Die Aussichten könnten kaum besser sein. Zum Beispiel auf Edel Records vorne rechts: Der neue Stand habe nicht mehr ins Bild, sprich: zum Unternehmen. „Wir hatten uns längst verändert“, so Marketingleiter Buch Henning Horl. 2008 gab es deshalb, wie berichtet, einen Gestaltungswettbewerb für Studierende – nun kann das Ergebnis besichtigt werden. Horl: „Für uns ist die Lösung perfekt. Die verwendeten Materialien erinnern an unsere Unternehmenszentrale in Hamburg, die Grundmodule an Schiffscontainer.“ Wer vom Balkon bei Gräfe und Unzer hinüber zu BLV blicken will, muss indes einen langen Hals machen. Einen neuen Stand anzuschaffen, sei überfällig gewesen, meint Marketing- und Verkaufsleiterin Sabine Kahl. „Dahinter steht auch eine neue strategische Ausrichtung unseres Verlags – hin zu mehr Offenheit.“ Auch der Finanzbuch Verlag kam nicht drum herum, sich einen Neuauftritt zu leisten. Zum 1. Januar hatte der Verlag redline Wirtschaft, Moderne Industrie und mvg vom Süddeutschen Verlag übernommen. Klar, dass sie auch auf Messen nun vereint antreten. Die Lösung: doppelte Standfläche, Büchertische auf Rollen (gekauft), riesige Plakate und Regale vom Systembauer (gemietet). Frank Gillmeister, stellvertretender Geschäftsführer, kann das alles gar nicht genug loben. „Wir sind super-glücklich“, sagt er. „Auch wenn es ein Vermögen kostet.“