Mit "Yoga" (Matthes & Seitz Berlin; ET: 30. April; Ü: Claudia Hamm) hatte Emmanuel Carrère eigentlich ein feinsinniges Büchlein über Yoga geplant. Er beginnt mit Recherchen. Doch dann ändert sich alles mit dem Tod eines Freundes beim Anschlag auf Charlie Hebdo. Sein Leben kippt, eine bipolare Störung wird diagnostiziert und Carrère verbringt vier quälende Monate in der Psychiatrie. Auf Leros findet er Trost durch Musik und Gespräch. Zurück in Paris stirbt sein langjähriger Verleger, und doch gibt es am Ende auch wieder Licht. Denn "Yoga" ist die Erzählung vom mal beherrschten, mal entfesselten Schwanken zwischen den Gegensätzen., so in Auszügen der Klappentext. In der Prolit-Liste vom April (Zeitraum: 1.–27. April) ist der französische Autor damit bereits auf Platz 3 vertreten.
Es sei atemberaubend, wie Carrère "zusammenbringt, was eigentlich nicht zusammenzubringen ist: Yoga, Depression, Meditation, Terrorismus, das Streben nach Einheit und bipolare Störung", schreibt Sandra Kegel (SWR2 Bestenliste). Die Wahrheit klinge "selten literarischer als bei dem sich stets in seinen Obsessionen und Schwächen selbst entblößenden Emmanuel Carrère", meint Johanna Adorján (Süddeutsche Zeitung). Rüdiger Dittrich (Gießener Anzeiger) lobt "Yoga" als einen autofiktionalen Roman "von unsagbarer Größe".