Writers in Prison

"Es hat sich nichts geändert"

16. Oktober 2008
Redaktion Börsenblatt
Der P.E.N., der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstützt wird, hat heute seine Jahresberichte auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt und auf den Hermann-Kesten-Preis 2008 hingewiesen, der in diesem Jahr an die russische Forschungs- und Menschenrechtsorganisation "Memorial" geht.
Die Organisation widmet sich den Opfern des Stalinismus und der staatlichen Wilkür in der Sowjetunion, erforscht ihre Lebensumstände im Gefängnis und versucht die Namen und Biografien der anonymen Toten zu ermitteln. Damit leiste "Memorial" einen großen Beitrag zur demokratischen Kultur des Landes, erklärte Wilfried Schoeller, Generalsekretär des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Der Preis wird am 14. November um 19 Uhr in Darmstadt verliehen. Der Writers-in-Prison-Bericht von der Vizepräsidentin und Writers in Prison-Beauftragten des P.E.N.-Zentrums Katja Behrens wurde von Sigfrid Gauch (Vizepräsident und Writers in Exile-Beauftragter) vorgestellt. Hier drückt sie die Enttäuschung darüber hinaus, dass sich in Bezug auf den berüchtigten Paragrafen 301 nichts geändert habe, da es einen neuen Paragrafen 301 gäbe. Auch in China, dem nächsten Schwerpunktthema der Messe, würden viele Autoren verfolgt oder ins Gefängnis gesperrt, weil ihnen die Meinungsfreiheit nicht zustünde. Am Ende des Berichts äußerte Behrens noch Möglichkeiten, wie man inhaftierten oder verfolgten Schriftstellern helfen könne und wies beispielsweise auf die Universität Gießen hin. Studenten "arbeiten" für die Autoren und stellen nötige Öffentlichkeit her. "Wir wollen lesen, dann müssen wir auch etwas dafür tun, damit Schriftsteller schreiben können."