Kochen im Messe-Gedränge, an einem kleinen Tisch, auf nur einer Herdplatte – macht das eigentlich Spaß?
Mörwald: Zum einen bin ich nicht zum ersten Mal auf der Buchmesse. Zum anderen betreibe ich seit vielen Jahren eine eigene Kochschule neben dem Restaurant, bin es einfach gewohnt, meine Kochphilosophie auch auf Märkten oder Messen weiterzugeben. Ich überlasse dabei natürlich nichts dem Zufall, bereite alles gut vor. Die Lebensmittel haben wir in Kühlboxen aus Wien mitgebracht – 250 Portionen.
Von Verlagen hört man hin und wieder, dass es die gemeinsame Terminplanung mit Köchen doppelt so schwer ist wie mit anderen Buchautoren. Woran liegt’s?
Mörwald: Wir brauchen einfach sehr viel Zeit für Vorbereitung, Planung, Warenbeschaffung. Das erfordert ein ausgeklügeltes Zeitmanagement. Und darüber hinaus brauchen wir, wie Autoren oder Künstler auch, Zeit und Muße, um kreativ zu sein.
Warum servieren Sie in Frankfurt ausgerechnet Kalbs-»Beuscherl« mit Brioche-Knödeln und Wachtel-Spiegeleiern?
Mörwald: Beuscherl wird ja aus Herz und Lunge gemacht. Und ich dachte mir: Herz – das passt doch gut zur Buchmesse. Lunge auch – so wie hier vor den Messehallen geraucht wird. Sind die Messetage noch so hektisch: Essen sollte man immer gut. Denn: Wer keine Zeit zum Essen hat, hat keine Zeit zum Leben.